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Kreis Haßberge: Inzidenz liegt bei 40,3

15:40
09.03.2021
Acht Menschen haben sich neu mit dem Corona-Virus infiziert. Neun Menschen befinden sich im Krankenhaus, davon zwei auf der Intensivstation.

Kreis Haßberge - Das Gesundheitsamt Haßberge meldet acht weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der bisher bestätigten Fälle auf 2475. Aktuell sind 59 Personen infiziert, neun werden stationär im Krankenhaus behandelt, davon zwei auf der Intensivstation. 2347 Bürger sind inzwischen wieder genesen. 69 Menschen sind leider im Zusammenhang mit der Infektion verstorben. In häuslicher Isolation befinden sich 140 Personen. Die 7-Tageinzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut bei 40,3.

Seit Montag können sich alle Bürger ohne Symptome kostenlos in den fünf Schnelltestzentren in Haßfurt, Hofheim, Ebern, Maroldsweisach und Eltmann auf Corona testen lassen. Der Ansturm hielt sich bisher in Grenzen: am Montag haben insgesamt 66 Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot genutzt. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Gegenüber einem PCR-Test hat der Schnelltest den Vorteil, dass der Testwillige bereits nach 15 bis 20 Minuten Gewissheit über eine mögliche Corona-Infektion hat. Bei einem PCR-Test bekommt der Testwillige das Ergebnis meist am Folgetag, auf jeden Fall aber innerhalb von 48 Stunden. Die Antigen-Schnelltestzentren haben zu folgenden Zeiten geöffnet:

Turnhalle an der Grundschule Ebern: Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 18 Uhr.

VHS – Volkshochschule Haßfurt: Montag, Mittwoch und Freitag von 12 bis 18 Uhr.

Grundschule Maroldsweisach: Dienstag und Donnerstag von 12 bis 18 Uhr.

Eltmann Stadthalle: Dienstag und Donnerstag 12 bis 18 Uhr.

Haus des Gastes Hofheim: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 12 bis 18 Uhr.

Drei Wege führen für Personen, die über 80 Jahre alt sind, zum persönlichen Impftermin: Eine telefonische Anmeldung über die Impf-Hotline des Landratsamtes Haßberge unter der Rufnummer 09521/27600 (Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr, Freitag, 8 Uhr bis 12.30 Uhr) oder eine Onlineanmeldung über www.impfzentren.bayern.de. Termine werden dann nach Verfügbarkeit des Impfstoffs vergeben. Jeder erhält dabei immer gleich zwei Impftermine, weil erst mit der Zweitimpfung die volle Schutzwirkung der Impfung erreicht wird. Alternativ kann auch eine Postkarte ausgefüllt werden, die in den einzelnen Kommunen, in den Arztpraxen und Apotheken ausliegen. Einfach die Karte im bereits frankierten Umschlag an das Impfzentum kostenfrei zurücksenden. Das Impfzentrum wird sich telefonisch bei den Betroffenen melden, um einen Termin zu vereinbaren. Wer bereits angemeldet und registriert hat - telefonisch oder online -, braucht diese Karte nicht mehr auszufüllen.

Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass mit der Bereitstellung des AstraZeneca Impfstoffes auch mit der Corona-Impfung der Gruppe zwei „Hohe Priorität“ begonnen werden kann. Dieser Gruppe gehören zum einen die Personen an, die älter als 70 Jahre sind, aber zum Beispiel auch jüngere Menschen mit Vorerkrankungen, je zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren, Pflegende in stationären oder teilstationären Einrichtungen oder Ordnungskräfte, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Mit der Änderung der Impfverordnung zum 24. Februar wurden zudem auch Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Grundschulen, Sonderschulen und Förderschulen tätig sind, in die Gruppe mit „hoher Priorität“ aufgenommen.

Steigender Druck auf Politik für höheres Impftempo

15:25
09.03.2021

Gesundheitsminister Holetschek hat den "Impfturbo" für Bayern versprochen. Trotz einer Erhöhung des Tempos arbeiten die bayerischen Impfzentren nach wie vor unter der Kapazitätsgrenze. Mediziner werden ungeduldig.

 München (dpa/lby) - Angesichts der nach wie vor schleppenden Corona-Impfkampagne steigt der politische Druck auf Bund und Länder für einen Kurswechsel. Die bayerische Landesärztekammer forderte am Dienstag die schnellstmögliche Beteiligung der niedergelassenen Mediziner an der Impfaktion. "Wir sind an einem gewissen Wendepunkt angekommen, an dem das staatliche Impfstoff-Monopol nicht mehr weiter aufrechterhalten werden kann", kritisierte Ärztekammerpräsident Gerald Quitterer am Dienstag in München. Vergangene Woche hatten bereits viele große Unternehmen an den Bund appelliert, bald Betriebsärzte an den Impfungen zu beteiligen.

Die Staatsregierung will aber bei dem Zeitplan bleiben, den die Gesundheitsminister der Länder am Montag vereinbart hatten. Demnach werden die Hausärzte erst ab nächstem Monat impfen dürfen. "Das System rollt dann im April an", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach der Kabinettssitzung in München. "Es wird auch nicht am Anfang von der Impfstoffmenge gleich möglich sein, alles so schnell zu bedienen." Die Hausärzte sollen dann - orientiert an den Richtlinien der Ständigen Impfkommission - selbst bestimmen, welche Patientinnen und Patienten die Impfung am nötigsten haben. Die 100 bayerischen Impfzentren wird es weiter geben.

Zehn Wochen nach dem Start der Corona-Impfungen wird nach den Zahlen des Landesgesundheitsministeriums in Bayerns Impfzentren nach wie vor deutlich weniger geimpft als möglich wäre. In der vergangenen Woche gab es demnach im Schnitt pro Tag knapp 36 400 Impfungen, maximal möglich wären 49 000. Das Tempo ist jedoch bereits erhöht worden, Bayern liegt laut einer Impf-Übersicht des Bundes an fünfter Stelle im Bundesländer-Vergleich. Nach Holetscheks Worten hatte es bis Dienstag 1 373 428 Impfungen in Bayern gegeben.

"Wir haben die Landkreise angewiesen, die Kapazitäten in den kommenden Wochen auszubauen und bis April rund 110 000 Impfungen pro Tag zu ermöglichen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums - dafür hatte Holetschek den Begriff "Impfturbo" erfunden.

Dennoch sind sowohl Mediziner als auch Unternehmen ungeduldig. Je schneller geimpft wird, desto schneller können die Beschränkungen des Alltags gelockert werden. Für die Wirtschaft bedeutet jede Woche Lockdown-Verlängerung Milliardeneinbußen. Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich am Mittwoch auf einen konkreten Starttermin für die Impfungen durch Hausärzte verständigen, wie es in Berlin hieß. Auch die Betriebsärzte sollen nach der Strategie des Bundes erst im zweiten Quartal in die Impfungen eingebunden werden.

In den kommenden Wochen werden wesentlich mehr Impfstofflieferungen erwartet. Nach Bayern sollen in den fünf Wochen von Anfang März bis Anfang April 1,67 Millionen Impfdosen geliefert werden. Das wären innerhalb eines Monats mehr als seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember.

Dass die Impfungen wirken, lässt sich an den Infektionszahlen in den Alten- und Pflegeheimen ablesen. Mittlerweile sind nach Holetscheks Worten 81 Prozent der Bewohner und 57 Prozent des Personals geimpft. "Das Ausbruchsgeschehen hat sich Gott sei Dank dramatisch verringert", sagte der Gesundheitsminister. Am 5. Januar hatte es nach Holetscheks Worten einen Höchststand von 6949 Infektionen bei Heimbewohnern gegeben, mittlerweile sind es weniger als 300. Deswegen will die Staatsregierung die Besuchbeschränkungen Ende März lockern.

Nach den Daten des Statistikportals "Our World in Data" wird in Deutschland nicht nur langsamer geimpft als etwa in den USA. Auch EU-Staaten wie Griechenland impfen demnach flotter. Mit Stand 5. März waren demnach in Deutschland gut 8,7 Impfungen pro 100 Einwohner verabreicht, in den USA über 27, und in Griechenland immerhin schon 10. Italien und Frankreich sind allerdings noch langsamer.

Die Landesärztekammer fordert ein möglichst unbürokratisches Vorgehen: "Es sollte weder eine ausufernde Dokumentation noch eine Registrierung über das Online-Terminvereinbarungs-Portal BayIMCO nötig sein", sagte Quitterer. Holetschek sagte ebenfalls, dass Bürokratie abgebaut werden müsse. Bis Montag hatten sich laut Ministerium knapp 2,7 Millionen Bürger auf dem Impfportal registriert.

Ein Problem deutschlandweit ist bislang, dass viele Bürger sich nicht mit dem Astrazeneca-Präparat impfen lassen wollen. Mittlerweile nimmt die Skepsis jedoch offensichtlich ab. "Das ist aus meiner Sicht deutlich weniger geworden", sagte Holetschek dazu.