Im Mai sinkt die Arbeitslosigkeit unter Vorjahresniveau. Aber nicht nur in der Gastronomie herrscht noch Tristesse
Coburg - Der Mai hat dem Agenturbezirk Bamberg-Coburg einen weiteren Beschäftigungsanstieg beschert. Die Arbeitslosigkeit sank in den vergangenen vier Wochen um 4,8 Prozent, wie es in der monatlichen Arbeitslosenstatistik heißt. Die Arbeitslosigkeit liegt mit aktuell 12185 Menschen um 6,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,5 Prozent, vor einem Jahr waren es 3,7 Prozent. Im Zwei Jahresvergleich ist sie jedoch laut Agentur für Arbeit noch um über ein Viertel (+26,5 Prozent größer als im Mai 2019 vor der Krise, . Damals betrug die Quote 2,8 Prozent.
„Im Mai setzte sich der Frühjahrsaufschwung dynamisch fort. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel sogar größer aus als in den Jahren vor der Krise“, bilanzierte Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Neben saisonalen Einflüssen spiele zunehmend die sich erholende Konjunktur eine Rolle für gestiegene Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Durch die Kurzarbeit sei es in der Krise gelungen, Kernbelegschaften zu erhalten, die die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe im Aufschwung sicherten.
Um Auftragsspitzen abzudecken, werde derzeit wieder verstärkt Personal über die Zeitarbeit gesucht. Überwiegend seien es jedoch Helferstellen. Fachkräfte würden wieder zunehmend von den Firmen direkt eingestellt, für Brigitte Glos ein Indiz dafür, dass die Auftragslage stabil ist. Da es im Zuge der Corona Krise und des Transformationsprozesses bei Automobilzulieferern im letzten Jahr zunehmend auch zu Freisetzungen von Fachkräften kam, böten sich hier für beide Seiten gute Chancen. Nicht immer stimmten die Anforderungen der neuen Tätigkeit eins zu eins mit den Fähigkeiten des Bewerbers überein. Die Arbeitsagentur biete dafür bei Bedarf Unterstützungsmöglichkeiten zur Einarbeitung oder Weiterqualifizierung auf die neue Tätigkeit.
Während es im Handwerk und der Industrie größtenteils gut läuft, sei im Bereich Handel, Verkehr, Reise- und Gastgewerbe im Agenturbezirk die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Im Raum Bamberg und Forchheim, wo aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte die Geschäfte wieder geöffnet haben, und die Biergärten zum Verweilen einladen, holen die Betriebe ihr Personal wieder aus der Kurzarbeit zu-rück. Im Raum Coburg, Kronach und Lichtenfels herrschten dagegen noch Tristesse.
Für den Juni rechnet die Leiterin der Agentur erneut mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. Aufgrund des Impffortschritts und der Öffnungsperspektiven für den Einzelhandel und der Gastronomie bei weiter sinkenden Infektionswerten böten sich dort demnächst sicher wieder zunehmend Beschäftigungsperspektiven.