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Präsenz- oder Wechselunterricht? Landkreis Hof: Weitere Fälle in Gemeinschaftsunterkunft

13:08
01.06.2021
Die Inzidenz im Landkreis liegt aktuell über dem wichtigen Schwellenwert von 50. Am Freitag will Landrat Bär mit den Schulleiterin entscheiden, ob es kommende Woche Präsenz- oder Wechselunterricht gibt.

Hof - In der Gemeinschaftsunterkunft in Naila sind am Dienstag vier weitere Corona-Fälle bekannt geworden. Diese werden in den Sieben-Tage-Inzidenzwert vom Mittwoch mit einfließen. Das teilt das Landratsamt mit. Bekanntlich ist der Inzidenzwert im Landkreis Hof am Wochenende über 50 gestiegen. Am Dienstag liegt er bei 54,85. Der Inzidenzwert von 50 ist ein wichtiger Wert, insbesondere im Hinblick darauf, ob für die meisten Schülerinnen und Schüler nach den Pfingstferien grundsätzlich Präsenz- oder Wechselunterricht gilt.

Dazu Landrat Oliver Bär: „Inzidenzen sind differenziert zu betrachten. Dies gilt umso mehr, wenn das Infektionsgeschehen in einer Region hauptsächlich in einem klar abgrenzbaren und eingrenzbaren Bereich stattfindet. Wir werden in dieser Hinsicht die Entwicklung in den nächsten Tagen genau ansehen und am Freitag Vormittag mit den Schulleitern festlegen, wie sich der Präsenzunterricht in der kommenden Woche gestaltet. Diesbezüglich haben wir gestern Vorgespräche mit der Regierung von Oberfranken und dem Gesundheitsministerium geführt. Ganz generell ist erkennbar: wir befinden uns auf einem guten Weg – dies hat sich auch in der Entwicklung der Inzidenzzahlen in den letzten Wochen widergespiegelt. Dies wiederum beruht insbesondere auf der zunehmenden Immunisierung aufgrund der in der Relation gesehen hohen Impfzahlen.“

Online-Redaktion

Keine Diskriminierung: Neutrale Namen für Corona-Varianten

12:31
01.06.2021
Alpha und Delta statt «britische» oder «indische» Virus-Variante: Die Weltgesundheitsorganisation will Diskriminierung vorbeugen und hat deshalb ein neues Namenssystem für bestimmte Corona-Varianten beschlossen.

Genf - Bestimmte Coronavirus-Varianten werden umbenannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt ab sofort auf neutrale Namen, um zu verhindern, dass die Varianten nach den Ländern benannt werden, in denen sie zuerst entdeckt wurden.

"Das ist stigmatisierend und diskriminierend," teilte die WHO am Montagabend mit. Sie nimmt nun Buchstaben des griechischen Alphabets für die Bezeichnung der Corona-Varianten, die sie als "besorgniserregend" oder "Varianten von Interesse" einstuft.

So heißt die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7 nun Alpha. Die in Südafrika entdeckte Variante B.1.351 wird zu Beta, die in Brasilien nachgewiesene Variante P.1 wird Gamma und die zunächst in Indien gefundene Variante B.1.617.2 wird Delta. Die Variante, die jüngst in Vietnam entdeckt wurde, stand bis Dienstag nicht auf der WHO-Liste.

Die WHO betont, dass die wissenschaftlichen Bezeichnungen bestehen bleiben, weil sie Forschenden wichtige Informationen liefern. Sie seien aber schwer zu merken, und deshalb habe sich die Angewohnheit verbreitet, die Varianten nach ihren Ursprungsorten zu benennen. "Um das zu verhindern und um die öffentliche Kommunikation zu vereinfachen, empfiehlt die WHO Behörden, Medien und anderen, die neue Kennzeichnung zu verwenden."

Von der "indischen" oder "britischen" Variante zu sprechen löst bei manchen Menschen einen Abwehrreflex gegen Menschen aus, die aus diesem Land kommen. So hat die Tatsache, dass der frühere US-Präsident Donald Trump beim Coronavirus oft vom "China-Virus" sprach, in den USA Hasskriminalität gegen chinesisch aussehende Menschen ausgelöst.

Indem Phänomene wie Viren nach Orten benannt werden, distanzierten sich Menschen davon, sagte Nilu Ahmed, Psychologin an der Universität Bristol. "Das überträgt Schuld auf die anderen und erlaubt denen, die das Narrativ nutzen, sich als Opfer zu inszenieren." So etwas könne auch falsche Annahmen fördern: So sei die Spanische Grippe in den USA aufgekommen, aber erst in Spanien ausführlich dokumentiert worden.

Alpha bis Delta sind zurzeit die vier von der WHO als "besorgniserregend" eingestuften Varianten. Sechs weitere Mutanten, die in den USA, Brasilien, den Philippinen und in Indien entdeckt wurden, bekamen ebenfalls griechische Buchstaben zugewiesen.

dpa