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Für das Grenzland: CSU-Abgeordnete wollen mehr Corona-Hilfe

15:01
09.03.2021
Die Landkreise an der tschechischen Grenze sind in einer schwierigen Lage. Mehr Impfstoff und Tests sollen helfen.

Hof /Wunsiedel - Die CSU-Landtagsabgeordneten der oberfränkischen und oberpfälzer Grenzlandkreise zu Tschechien fordern mehr Unterstützung von Land, Bund und Europa. In einem Positionspapier verlangen unter anderem Alexander König (Hof) und Martin Schöffel (Wunsiedel) mehr Impfstoff, mehr Tests sowie sukzessiv öffnende Schulen und Läden. „Aufgrund unserer geografischen Lage haben wir derzeit eine Sondersituation, die wir mit außerordentlichem Einsatz auch bewältigen können.“

   

Die Bevölkerung in den Grenzlandkreisen trage seit Monaten hohe Belastungen, die sich mit der Zunahme der Mutationen, die beispielsweise im Landkreis Cham bereits etwa 80 Prozent der Fälle ausmachten, noch verstärken. Mit Blick auf die außerordentliche Lage in Tschechien und der Dynamik der Mutationen habe die Entwicklung in den Grenzregionen entscheidende Bedeutung für die Bekämpfung des Virus. Schöffel und König sprechen von einem „Bollwerk gegen das Virus“, das im Grenzraum errichtet werde müsse. „Ähnlich wie Österreich 100 000 bereits zusätzliche Impfdosen zugesagt wurden, sollte die Europäische Union für zusätzliche Lieferungen in die ostbayerischen Grenzregionen in die Pflicht genommen werden“, heißt es in dem Papier. Mit einer gemeinsamen, grenzüberschreitenden Anstrengung und mit einer weiteren Erhöhung der Impfquote beiderseits der Grenze könne die Verbreitung von Covid 19, vor allem der Mutationen, gebremst werden. Mit zusätzlichem bayerischem Impfstoff über die erste Tranche von 50 000 Impfdosen hinaus können Schöffel zufolge schnelle Fortschritte beim Impfen erreicht werden.

Die Teststationen an den Grenzübergängen haben laut der Abgeordneten einen wichtigen Beitrag zum Erkennen und Eindämmen von Infektionen geleistet. Die mittlerweile zugelassenen Varianten von Schnelltests erweiterten die Möglichkeiten in der Pandemiebekämpfung. Bund und Land sollten daher gemeinsam die Testkapazitäten in den besonders betroffenen Grenzregionen fördern, um Perspektiven für ein soziales und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, das in der derzeitigen, allein an den Inzidenzzahlen orientierten Öffnungsstrategie in weiter Ferne sei.

Auch müssten Familien und Kindern Priorität haben. Gerade in Grundschulen zeige sich, dass Distanzunterricht und fehlende Kontakte auf Dauer sehr problematisch sind. Ziel müsse sein, dass jedes Kind noch vor den Osterferien zurück an die Grundschule kommt. Mit fortschreitender Immunisierung der Lehrkräfte sowie einem Testkonzept könnte in vorsichtigen Schritten auch in Grenzlandkreisen sicherer Unterricht an Grundschulen unabhängig von der Inzidenz möglich sein, der dann abgestuft auf weitere Klassen ausgeweitet werden könnte.

In einem weiteren Schritt könnte der Handel in den Grenzregionen vorsichtig öffnen. Gelingen könne das mit einer Kombination aus „Click & Meet“ mit Zugangsbeschränkungen und verpflichtenden Schnelltests vor dem Betreten des Geschäfts.

„Mit dieser Grenzraumstrategie könnten in abgewogenen Schritten gezielt und dosiert zunächst Bildung und soziale Kontakte von Kindern ermöglicht und dann der Wirtschaft, aber auch weiteren Bereichen in folgenden Schritten wie der Kultur die ebenfalls dringend benötigte Perspektive gegeben werden“, heißt es abschließend.