Bei den AOK-Versicherten liegt der Landkreis in Oberfranken weit vorn. Vor allem Probleme mit den Atemwegen treten hier häufig auf. Im Vergleich zum Jahr zuvor ging die Zahl der Krankschreibungen aber deutlich zurück.
Kulmbach - Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen. Das zeigt die aktuelle Auswertung der AOK zum Krankenstand für 2020. 37,3 Krankmeldungen je 100 AOK-Versicherte Arbeitnehmer gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Kulmbach wegen dieser Krankheitsart. Im Jahr zuvor waren es 44,8 Krankmeldungen. Weitere 1,99 Arbeitsunfähigkeitsfälle entfielen auf die gesicherte Diagnose Covid 19, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland im März vergangenen Jahres zusätzlich erfasst werden. Muskel-/Skelett-Erkrankungen verursachten 32,3 AU-Fälle, Verletzungen 15,6 und Erkrankungen des Verdauungssystems 15,0 Arbeitsunfähigkeitsfälle. „Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die meisten Ausfalltage“, so Ilona Birner von der AOK in Bayreuth.
Statistisch gesehen war deswegen 2020 jeder AOK-Versicherte Arbeitnehmer im Landkreis Kulmbach 7,6 Tage krank geschrieben. 3,7 Krankheitstage ergaben sich aus Verletzungen, 3,0 Fehltage wegen Atemwegserkrankungen und 1,8 Krankheitstage aufgrund einer nachgewiesenen Covid-19-Erkrankung.
Insgesamt haben sich im Pandemiejahr 2020 weniger AOK-versicherte Arbeitnehmer im Landkreis Kulmbach krank gemeldet. „Die Gesamtzahl der Krankmeldungen sank im Vergleich zum Vorjahr um 11,2 Prozent“, so Ilona Birner. Ein Grund dafür könnten die Corona-Schutzmaßnahmen sein: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Maske tragen – die Ausbreitung anderer Krankheitserreger dürfte dadurch ebenfalls eingedämmt worden sein.
Die durchschnittliche Dauer der Erkrankungen hingegen hat sich um 15,6 Prozent auf 16,3 Tage erhöht. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 14,0 Kalendertage krank. Damit sind die AOK-versicherten Arbeitnehmer im Landkreis Kulmbach im bayernweiten Vergleich kränker. Mit 5,9 Prozent liegt der Krankenstand über dem Bayernwert von 4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich etwas mehr Beschäftigte krank gemeldet. Der Krankenstand stieg im Landkreis Kulmbach um 0,1 Prozentpunkte.
Trotz der Pandemie konnte die AOK Bayern im vergangenen Jahr knapp 2000 Unternehmen mit Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) unterstützen. Dafür hat die größte Krankenkasse im Freistaat ihr Angebot auch online ausgebaut. Ein Schwerpunkt sind Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit, beispielsweise mit Programmen wie „Stress im Griff“ (www.stress-im-griff.de) oder „Gesund Führen“ (www.aok-gesundfuehren.de). Online-Seminare zu Themen wie „Resilienz“ oder „Gesund im Homeoffice“ konnten über 1000 Teilnehmer verzeichnen. red