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Landkreis Kulmbach: Inzidenz wieder unter 50er-Marke

18:23
18.05.2021
Ein halbes Jahr hat es gedauert, nun ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Kulmbach erstmals wieder unter der 50er-Marke. Frühestens am kommenden Dienstag könnte das zu Erleichterungen führen.

Kulmbach - Zum ersten Mal seit einem halben Jahr ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Kulmbach unter die 50er-Marke gefallen. Nach sechs neu bestätigten Fällen liegt der aktuelle Wert bei 36,33. „Wir hoffen, dass dieser positive Trend bestehen bleibt“, teilte Landrat Klaus Peter Söllner am frühen Dienstagabend mit. „Wenn wir fünf Tage am Stück die Grenze von 50 unterschreiten, wären damit weitere Erleichterungen verbunden.“ Diese Lockerungen beträfen den Einzelhandel, der wieder weitgehend normal öffnen könnte, aber auch Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierten Spielgruppen, die in den Regelbetrieb übergehen könnten, ergänzt der Leiter des Krisenstabs, Oliver Hempfling. Dies wäre frühestens am Dienstag, 25. Mai der Fall.

Die Impfquote ist bei Erstimpfungen auf nun 44,2 Prozent gestiegen, bei den Zweitimpfungen liegt der Wert bei 13,8. Im Klinikum Kulmbach werden aktuell noch acht Corona-Patienten betreut, davon drei auf der Intensivstation.

Bayern öffnet zu Pfingsten: Perspektive für viele Schüler

18:12
18.05.2021

Es geht vorwärts im Kampf gegen das Coronavirus in Bayern. Schulen, Kultur, Sport, Freizeit - in vielen Lebensbereichen geht wieder mehr. Alles baut auf die Hoffnung, dass die Infektionszahlen nicht wieder steigen.

München (dpa/lby) - Das Wetter im Freistaat fühlt sich kurz vor Pfingsten eher nach April an. Doch die Politik hält Öffnungen zum Ferienstart angesichts der inzwischen in Landesdurchschnitt auf rund 80 gesunkenen Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen für angezeigt. Theater, Sportstadien, Fitnessstudios und Schwimmbäder - an vielen Stellen öffnen sich zu Pfingsten Tore, die lange verschlossen waren. Nach den Ferien geht es auch in den Schulen aufwärts, sofern der Trend bei den Inzidenzen sich nicht wieder umkehrt.

"Es ist auch wieder Zeit für ein besseres Gefühl in der Corona-Zeit", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Sitzung seines Kabinetts am Dienstag in München. Und Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger von den Freien Wählern fügte hinzu: "Wir können mit Optimismus in die Pfingstferien gehen." Es gab aber auch warnende Worte, die indische Corona-Variante, die sich gerade in Großbritannien ausbreite, sei nicht zu unterschätzen.

Die Entscheidungen und Aussagen des Kabinetts zur Corona-Krise im Einzelnen:

SCHULEN: Nach den Pfingstferien soll es kaum noch reinen Distanzunterricht in Bayern geben. Dieser wäre nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 und mehr angezeigt - davon gibt es derzeit nur vier Kreise und kreisfreie Städte im Freistaat. Nach den Ferien, so die Hoffnung, ist auch dort zumindest Wechselunterricht möglich. Eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler könnte dann sogar - für den Rest des Schuljahres - reinen Präsenzunterricht genießen. Allerdings: Maske und Selbsttest bleiben verpflichtend, sagte Söder. Grund sei, dass die Inzidenz unter Teenagern besonders hoch sei.
Die neuen Regelungen nach den Ferien sollen für alle Schularten und Jahrgangsstufen dort gelten, wo die Inzidenz unter 50 liegt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit Werten zwischen 50 und 165 gibt es auch nach dem 7. Juni demnach lediglich Wechselunterricht. Nach den bisherigen bayerischen Corona-Regeln wäre bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 lediglich an Grundschulen Präsenzunterricht für alle erlaubt. Am Dienstag lag schon gut ein Dutzend Regionen unter diesem Wert. "Mit diesem richtungsweisenden Beschluss haben die Schüler, die Eltern und die Schulen einen klaren Fahrplan für mehr Präsenzunterricht bis zum Schuljahresende", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

KITAS: Auch in Kitas wird gelockert: Nach den Pfingstferien ist bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 eingeschränkter Regelbetrieb in festen Gruppen möglich. Bislang liegt der Grenzwert, ab dem es nur noch Notbetreuung geben darf, bei 100. Neu ist, dass die Einrichtungen zweimal wöchentlich Corona-Tests für alle Kinder anbieten müssen - die für die Kinder aber nicht verpflichtend sind. Für Vorschulkinder im letzten Kindergartenjahr gilt der Grenzwert 165 schon ab 25. Mai.

THEATER: Nach ersten Öffnungsschritten für Theater in geschlossenen Räumen kommt zu Pfingsten nun auch für die Freilicht-Theater Entlastung. Unter strengen Hygieneauflagen dürfen sie vor bis zu 250 Zuschauern spielen, wenn die Inzidenz in der betreffenden Region unter 100 liegt. Unter 50 entfällt die Pflicht zum sonst obligatorischen Corona-Test. Auch Laien-Ensembles dürfen wieder proben.

SPORT: Was für Theater gilt, gilt auch für Sportstadien: 250 Zuschauer dürfen sich - entsprechende Test- und Hygieneprotokolle vorausgesetzt - unter freiem Himmel Sportevents ansehen. Wer selbst aktiv sein möchte, kann auch wieder ins Fitness-Studio gehen. Dort gilt FFP2-Maskenpflicht bis zum Gerät sowie - in Gegenden mit einer Inzidenz über 50 - Testpflicht. Ministerpräsident Söder gab das Motto aus: "Click und Fit". Auch die Freibäder dürfen ab Pfingsten wieder öffnen - Gäste bekommen nur mit vorgebuchtem Termin Einlass.

TOURISMUS: In Landkreisen mit einer stabilen Inzidenz unter 100 dürfen zu Pfingsten auch die Hotels und Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder Touristen empfangen. Auch hier gelten strenge Hygienekonzepte. Das Verfahren ist ähnlich komplex wie bei der Außengastronomie. Der jeweilige Landkreis muss die Öffnungen beantragen und eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese kann am achten Tag in Kraft treten, an dem die Inzidenz unter 100 liegt, wie das Gesundheitsministerium erläuterte. Söder kündigte an, keine Tricksereien dulden zu wollen. "Es hilft nicht, besonders nachgiebig zu sein, sondern besonders konsequent", sagte er.

MESSEN: Das Messewesen, eine der am längsten von den Corona-Schließungen betroffenen Branchen, soll spätestens zum 1. September wieder in Gang kommen. Der Blick richtet sich vor allem auf die Internationale Automobilausstellung (IAA). Er habe die Hoffnung, "dass eine IAA mit Hygieneschutzkonzept möglich ist", sagte Söder. Aus der Branche kam umgehend Applaus. "Für unsere Aussteller und Besucher bedeutet das ein Stück weit mehr Planungssicherheit und eine Perspektive für die Herbstmessen", sagte der Geschäftsführer der NürnbergMesse, Roland Fleck. Sein Co-Geschäftsführer Peter Ottmann betonte, die entwickelten Hygienekonzepte garantierten einen sicheren Messebetrieb.

IMPFEN: "Es wird jeden Tag besser", sagte Söder zum Impffortschritt. Auch wenn in den Impfzentren und bei den Hausärzten noch immer über zu wenig Impfstoff geklagt wird. 38 Prozent der Bayern haben inzwischen eine Erstimpfung erhalten, mehr als 10 Prozent sind vollständig gegen Corona geimpft. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte zuvor scharfe Kritik an der Impfstrategie auch in Bayern geübt.

Das Münchner Gesundheitsamt beispielsweise sei erst am Montag vom bayerischen Gesundheitsministerium informiert worden, dass das Impfzentrum in den kommenden Wochen kaum noch Erst-Impfungen durchführen könne, um Impfstoff für Zweitimpfungen zu sparen. "Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde", sagte Reiter.

Kritik kam auch aus dem Landratsamt Bamberg: Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Johann Kalb (CSU) zeigten sich laut Mitteilung vom Dienstagabend verärgert über die Impfstrategie: "Ohne Vorwarnung wurden die Impfzentren heute am späten Nachmittag angewiesen, ab morgen nur noch Zweitimpfungen durchzuführen und alle geplanten Erstimpfungen abzusagen", hieß es.

Politik erlaubt 250 Zuschauer: Chance auf Fan-Comeback

18:11
18.05.2021
Der FC Bayern München hat die Chance, im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison wieder ein paar wenige Zuschauer in die Allianz Arena zu lassen. Das geht aus den neuen Corona-Regeln hervor, die das Kabinett am Dienstag beschloss.

München - Der FC Bayern München hat die Chance, im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison wieder ein paar wenige Zuschauer in die Allianz Arena zu lassen. Das geht aus den neuen Corona-Regeln hervor, die das Kabinett am Dienstag beschloss. In Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können demnach ab Freitag wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein. In München liegt dieser entscheidende Wert seit Anfang Mai unter 100.

Der deutsche Rekordmeister war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, ob er die Möglichkeit für ein Zuschauer-Comeback nutzen werden. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge ist es unwahrscheinlich, dass die 250 Karten an Fans gehen. Es sei eher zu erwarten, dass bei der Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg Angehörige, Helfer oder Vereinslegenden eingeladen werden.


Das Spiel ist der Abschied einiger Bayern-Protagonisten wie Chefcoach Hansi Flick, die Co-Trainer Hermann Gerland und Miroslav Klose sowie die drei Abwehrspieler David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martinez.