Letztes Update:
20210508065253

Drohanruf bei Hotline: Zwei Impfzentren evakuiert

06:52
08.05.2021
Wegen eines Drohnrufes bei der gemeinsamen Hotline sind die Impfzentren in Bad Wörishofen (Landkreis Unterallgäu) und Memmingen am Freitagabend evakuiert worden. Die Einsatzkräfte hätten die Räume dann mit Spürhunden durchsucht, aber keinen verdächtigen Gegenstand gefunden, sagte ein Polizeisprecher.

Von der "geordneten Räumung" des Impfzentrums Memmingen waren demnach etwa 20 Menschen betroffen, in Bad Wörishofen rund 50 Menschen. Ein Großteil der Impfdosen habe dennoch verabreicht werden können, in Bad Wörishofen sei in einem Rettungswagen geimpft worden.

Bei der Impfhotline habe gegen 19.00 Uhr eine männliche Stimme die Drohung ausgesprochen. Zum genauen Wortlaut äußerte sich der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Gegen 22.00 Uhr seien die Impfzentren schließlich wieder freigegeben worden.

Holetschek will auf keinen Tropfen Impfstoff verzichten

06:51
08.05.2021
Für den Kampf gegen das Coronavirus wünscht sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek die bestmögliche Ausnutzung der Impfstoffe ohne jegliche Verschwendung. "Es ist technisch und rechtlich möglich, je nach Hersteller eine siebte oder elfte Dosis aus den Impfstofffläschchen zu entnehmen", sagte der CSU-Politiker in München.

"Es ist technisch und rechtlich möglich, je nach Hersteller eine siebte oder elfte Dosis aus den Impfstofffläschchen zu entnehmen", sagte der CSU-Politiker in München. Auch der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, befürworte die vom Bundesgesundheitsministerium ebenfalls empfohlene Verwendung aller verfügbaren Impfdosen.

"Bei den Ärzten und in den bayerischen Impfzentren ist die Entnahme zusätzlicher Impfdosen ohnehin schon länger gelebte Praxis und bewährt sich täglich. Ich rufe die impfenden Einrichtungen auf, diese Möglichkeit weiter zu nutzen", betonte Holetschek. Sorgen wegen einer veränderten Haftung ergäben sich für die impfenden Ärzte nicht, da diese schließlich bei jeder Dosis sicher sein müssten, dass sie die richtige Menge in den Spritzen aufgezogen hätten.

Voraussetzung für die maximale Ausnutzung der Präparate sei es, dass die vom jeweiligen Hersteller geforderte Menge an Impfstoff vollständig und qualitätsgesichert aus einem Injektionsfläschchen entnommen werden könne. Dies müsse der impfende Arzt sicherstellen, sagte Holetschek. "Wichtig ist auch: Der Impfstoff darf nicht aus mehreren Flaschen gemischt werden."

Und weiter: "Impfenden Ärzte handeln verantwortungsvoll und fachlich versiert, und zwar unabhängig davon, ob es sich um die erste, dritte, sechste oder eventuell siebte oder elfte Spritze handelt. Das sind Fachleute, die wissen, was sie tun, und damit stellt sich die Frage nach rechtlichen Bedenken nicht."

Für die Entnahme zusätzlicher Impfdosen - beim Präparat von Biontech/Pfizer gilt dies auch bereits für die Entnahme der sechsten Dosis - sind besondere Spritzen- und Kanülenkombinationen notwendig. Die Ärzte können diese laut Holetschek auf dem üblichen Weg über die Apotheken ordern. Bayern habe bereits für die Entnahme der sechsten Dosis seit Januar entsprechende Spritzen und Kanülen beschafft und an die Impfzentren ausgegeben - und damit die technische Machbarkeit geschaffen.

Nürnberg plant Impfungen für sozial Schwache

06:45
08.05.2021
In Stadtvierteln, in denen Menschen eng aufeinander wohnen und als Taxifahrerin oder an der Supermarktkasse arbeiten, stecken sich besonders viele Menschen mit Corona an. Nürnberg will dagegen nun gezielt vorgehen. Andere Städte zögern noch.

Neben Brot und Gemüse auch eine Corona-Impfung: Die Stadt Nürnberg will die Ausgabestellen der Tafeln dazu nutzen, Menschen in schwierigen sozialen Umständen eine Impfung anzubieten. Hintergrund ist, dass in einigen Stadtteilen die Inzidenz höher ist als in anderen. Mit dem Pilotprojekt nehmen die Mittelfranken nach eigenen Angaben bayernweit eine Vorreiterrolle ein. Vom Gesundheitsministerium war dazu nichts zu erfahren. München und Augsburg zumindest haben ähnliche Pläne in den Schubladen liegen, können aber aus unterschiedlichen Gründen noch nicht starten.

In Nürnberg setzen die Verantwortlichen auf eine Zusammenarbeit mit den sechs Ausgabestellen der Tafel, bei denen Bedürftige sich Lebensmittel abholen können. Dort sollen die Nutzerinnen und Nutzer mehrsprachig darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie sich direkt vor Ort impfen lassen können. "Der Ablauf ist dann wie in den Impfzentren: Anmeldung, Vorgespräch/Aufklärung mit Ärztinnen und Ärzten, impfen, 15 Minute Ruhe- und Beobachtungsphase, Abmeldung", erläuterte ein Stadtsprecher.

Augsburg bereitet ebenfalls niedrigschwellige Angebote an häufig frequentierten Orten in jenen Stadtteilen vor, "wo zum Beispiel viele Menschen gemeinsam in einer Wohnung leben oder nicht im Homeoffice arbeiten können und wo darum die Infektionsgefahr innerhalb von Familien besonders hoch ist." "Auch nehmen wir Menschen in den Blick, die wenig Geld haben und sich daher weniger Hygienemittel kaufen können oder sprachliche Probleme haben", erläuterte ein Sprecher der Stadt.

Wann der Startschuss fällt, ist aber noch unklar. "Voraussetzung für solche Angebote ist die Aufhebung der Impfpriorisierung und das Vorhandensein einer ausreichenden Menge an Impfstoff. Beides ist derzeit nicht gegeben", erklärte der Sprecher.

Das gilt auch für München, wo der Einsatz mobiler Impfteams in bestimmten Stadtteilen ebenfalls geprüft wird. In der Landeshauptstadt stellt sich aber noch ein weiteres Problem: "In München sind die mobilen Impfteams derzeit mit Impfungen in Alten- und Servicezentren, in Asylunterkünften und im Bereich der Wohnungslosenhilfe ausgelastet", hieß es.

Sinnvoll scheint ein solch gezieltes Vorgehen dennoch. In den Statistiken jedenfalls gebe es einen auffälligen Gleichklang zwischen Stadtteilen mit hohen Inzidenzwerten auf der einen Seite und hoher Arbeitslosigkeit, Wohngeldbezug oder Migrantenanteil auf der anderen Seite. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Vierteln niedriger ausfallen als in anderen Städten, wie eine Sprecherin sagte.