Der SPD-Abgeordnete kritisiert: Der Kultusminister zeige den Hofer Eltern die kalte Schulter – und reagiere ausgesprochen dünnhäutig.
Hof - Die Aufforderung des Hofer SPD-Abgeordneten Klaus Adelt, Bayerns Kultusminister Michael Piazolo möge sich den Sorgen der Hofer Elternschaft stellen, treibt weitere Blüten, wie aus einer Mitteilung Adelts hervorgeht. Piazolo hatte ihm ein Gespräch angeboten und die Beantwortung der Fragen der Hofer Elternschaft zugesagt. „ Dieses Gespräch hätte am vergangenen Mittwoch stattfinden sollen“, erklärt Adelt, der Piazolo die Fragen der Hofer Eltern zur Schulsituation im Corona-Hotspot persönlich überreichen wollte. „Daraus wurde nichts. Nach langem Warten kam am Ende nämlich nicht der Minister, sondern sein Pressesprecher.“
Bereits im Vorfeld des vereinbarten Treffens, schildert der SPD-Parlamentarier, hätten sich „atmosphärische Störungen“ abgezeichnet. Über seinen Büroleiter habe der Minister seinen Unmut über die jüngste Pressemitteilung des Abgeordneten zum Ausdruck bringen lassen. Laut Adelt störte sich Piazolo daran, „dass ich ihn kritisierte, sich nicht den Fragen der Eltern direkt zu stellen“.
Weil das Treffen aber nicht formell abgesagt wurde, habe er, Adelt, der auch stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender ist, wie vereinbart auf den Kultusminister gewartet. „Der aber kam nicht, sein Büro bat um Geduld – und schickte am Ende nach rund zwei Stunden den Pressesprecher.“
Für Adelt ist diese Vorgehensweise ein Unding: „Ich kann warten, das ist nicht das Problem. Die Antworten auf die drängenden Fragen der Hofer Eltern können es nicht.“
Und es waren viele Fragen. Innerhalb von 36 Stunden hatte das Büro des Abgeordneten rund 100 Zuschriften erhalten: Eltern schilderten die Situation ihrer Familien. Adelt: „Mir hat das noch mal eindrücklich vor Augen geführt, wie angespannt die Lage ist, wie viel wir den Eltern und Kindern in Wirklichkeit zugemutet haben und noch immer zumuten.“
Dass Piazolo so „dünnhäutig“ auf berechtigte Kritik reagiere, dafür hat der Abgeordnete kein Verständnis. „Die Eltern und Kinder sind am Ende ihrer Kräfte, und wenn man das kritisiert, macht der zuständige Minister auf beleidigte Leberwurst. Am Ende zeigt er nicht mir, sondern den Eltern und Kindern die kalte Schulter. Ich finde das untragbar.“ Den Fragen der Eltern werde sich Piazolo dennoch stellen müssen.
Adelt hat diese nun zu parlamentarischen Anfragen zusammengefasst – insgesamt 80 Fragen, aufgeteilt auf 13 Anfragen. „Auf die muss das Kultusministerium antworten, und zwar binnen vier Wochen“, betont er und kritisiert abschließend: „Die Bekämpfung der Pandemie wird auf dem Rücken der Familien und Kinder ausgetragen. Was es bräuchte, wäre echtes Krisenmanagement statt verletzter Eitelkeiten.“ Wenn der Minister das nicht könne, „dann sollte er seinen Job wen anderes machen lassen“, meint Adelt. red