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Mehrere Bundesländer kündigen Öffnung für Touristen an

03:44
05.05.2021
Angesichts sinkender Corona-Neuinfektionsraten haben mehrere Bundesländer eine vorsichtige Öffnung für Touristen angekündigt. So sollen in Bayern Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 ab dem 21. Mai öffnen dürfen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für Juni/Juli mit weniger als 50 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. «Wenn wir dann
vorsichtig bei Öffnungen vorgehen, steht einem Sommerurlaub
nichts mehr im Wege, wenn auch immer noch mit bestimmten Auflagen», sagte Lauterbach der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch).

Das rheinland-pfälzische Kabinett will sich am Freitag mit Öffnungsschritten befassen. Dabei werde es etwa um den kontaktarmen Urlaub in den Pfingstferien gehen, also etwa in einer Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz mit eigener sanitärer Anlage, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden das Infektionsgeschehen weiterhin genau beobachten und entscheiden, ob darüber hinaus weitere Öffnungen im Bereich des Einzelhandels der Gastronomie, Hotellerie und Kultur, insbesondere in den Regionen mit niedrigen Inzidenzen verantwortbar sind.»

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. Niedersachsen kündigte ebenfalls schon an, den Handel, die Gastronomie und den Tourismus in Regionen mit niedrigen Infektionszahlen unter Auflagen zu öffnen. Der Tourismus werde für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens geöffnet, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, forderte eine bundesweite Absprache über Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien. 

Virologin Ciesek «optimistisch», dass sich Corona-Situation entspannt

02:19
05.05.2021
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ist zuversichtlich, dass sich die Corona-Situation in Deutschland entspannt. «Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend im NDR-Podcast «Das Coronavirus-Update».

Das Impftempo sei schneller als vorhergesagt, bis zu eine Million Impfungen pro Tag seien eine gute Zahl. «Ich bin optimistisch: Wenn wir es schaffen, weiter schnell und gezielt zu impfen und vielleicht in vier Wochen schon die Hälfte der Erwachsenen die erste Dosis bekommen haben, dass sich die Situation dann weiter entspannen wird.»

Das Impftempo spiele «eine entscheidende Rolle», sei aber nicht der einzige Grund. Auch das veränderte Verhalten der Menschen spiele eine Rolle, ebenso wie der beginnende Sommer. «Das ist immer ein Zusammenspiel.»

Zu den geplanten Lockerungen sagte Ciesek, man müsse unterscheiden, wer auf wen treffe: Eine Gruppe vollständig geimpfter Personen sei nahezu vollständig geschützt. «Hier kann es zu einer Lockerung kommen.» Anders sehe es in der Öffentlichkeit aus, wo ganz viele noch nicht geimpft sind. «Da muss man noch vorsichtig sein und als Geimpfter noch Rücksicht nehmen auf die, die nicht geimpft sind.»

Ciesek betonte, wie wichtig die Zweitimpfung ist. Erst zwei Wochen nach dem zweiten Termin habe man vollen Impfschutz. Sie plädierte dafür, beim die Menschen besser darüber aufzuklären, «dass nicht sofort ein Schutz besteht». Der Impfschutz werde mit der zweiten Dosis nicht nur gesteigert, sondern auch erst langfristig verankert. «Erst mit der zweiten Impfung erreicht man das immunologische Gedächtnis», sagte Ciesek.

Ciesek erwartet die baldige Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige in Europa. «Dann könnte man damit rechnen, dass diese Altersgruppe schon ab Juni geimpft werden könnte», sagte sie - theoretisch. Praktisch sei Impfstoff aber immer noch knapp. Und da größtenteils nach Alter geimpft werde, werde das für die breite Masse der Kinder wohl noch dauern.