Bislang war der Freitag der Stichtag für die Schulen: Auf oder zu in der nächsten Woche? Das ist jetzt gekippt. Die Freitagsregelung ist vom Tisch, um flexibler reagieren zu können auf sinkende oder auch steigende Inzidenzen.
Bayreuth - Freitag. Das ist für die Schulen der Stichtag gewesen. Bis zum Freitag, 23. April. Denn eine Änderung der Infektionsschutzrichtlinien macht es möglich, dass nicht mehr der Freitag der Tag der Allgemeinverfügung der Städte und Landkreise ist, sondern dass auf steigende oder sinkende Inzidenzen flexibel reagiert werden kann. „Auch unter der Woche, ohne die Leute vor den Kopf zu stoßen“, wie Schulrat Martin Richter von den Staatlichen Schulämtern für Stadt und Landkreis Bayreuth am Freitag im Gespräch mit dem Kurier sagt.
100er-Schwelle ist weit weg
Für die kommende Woche hat die Stadt Bayreuth – mit einer Freitags-Inzidenz von 191 deutlich entfernt von der 100er-Schwelle, ebenso wie der Landkreis mit 142 – bereits am Donnerstag vorgelegt: Es ändert sich nichts am Distanzunterricht für die überwiegende Mehrheit der Schüler, nur die Abschlussklassen in den Grundschulen und weiterführenden Schulen kommen, wie im Landkreis auch, im Präsenz- oder Wechselunterricht – aber mit strikter Test-Strategie – an die Schulen.
Wenige positive Tests, viele in Quarantäne
Und die zeigt durchaus Wirkung, wie Martin Richter auf Nachfrage sagt. Wenn auch mit deutlichen Wellen, die ein positiver Fall nach sich zieht, wie sich in dieser Woche erneut gezeigt hat: Es habe sich gezeigt, dass in mehr als 50 Prozent der Fälle, in denen ein Selbsttest positiv ausgefallen war, auch der PCR-Test positiv war, sagt Richter. „Die Informationen darüber gehen bei uns im Zwei-Tages-Rhythmus ein. Am 22. April haben wir vier positiv getestete Schüler im gesamten Bereich gemeldet bekommen. Und einen positiv getesteten Lehrer.“ Die Wellen, die solche Positiv-Tests nach einem bestätigten PCR-Test als Folge dann schlagen, liegen in der Zahl der Schüler, die in Quarantäne müssen, begründet: Bei zwei positiven Grundschülern an einer Schule im Landkreis mussten 34 Kinder und sechs Lehrer in Quarantäne, sagt Richter. An einem Bayreuther Gymnasium traf es die Q 12 – „mit 44 Schülern und vier Lehrern, was zu einigen Diskussionen geführt hat, weil es sich ja schließlich um einen Zeitraum kurz vor dem Abitur handelt“, wie Richter sagt. Wenn es um Übertritt oder Abitur gehe, lägen die Nerven durchaus blank. Im Fall des Gymnasiums gelte die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne schließlich bis 4. Mai. „Gemessen am letzten Kontakt am 20. April“, wie Richter sagt. Bei einem an einer Grundschule positiv getesteten Lehrer – als Gegenbeispiel – sei für keine weitere Person Quarantäne angeordnet worden.
Bayerischer Sonderweg zu begrüßen
Dass Bayern einen Sonderweg geht und die Inzidenz für Distanzunterricht weiterhin bei 100 statt bei den in dieser Woche neu festgelegten 165 pro 100 000 Einwohnern belässt, „begrüße ich persönlich schon“, sagt Schulrat Richter auf Nachfrage. Der Wert von 100 sei „der etablierte Wert“ für die Schulen und solle helfen, die Infektionsketten zu durchbrechen. Es sei gerade im Schulbereich „besser, wenn man den Wert strenger bemisst“ als zu lasch.