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Trauer: 1500 Corona-Tote in Oberfranken

17:12
18.04.2021
Die Pandemie hat viele Opfer gekostet. Allein in Oberfranken 1500.

Berlin/Bamberg/Bayreuth/Wunsiedel - Auch in Bayern haben viele Menschen als Folge der Corona-Pandemie ihr Leben verloren: Im Freistaat sind nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) 13.725 Corona-Tote (Stand: Sonntag, 8 Uhr) zu beklagen, davon 1500 in Oberfranken. Der Landkreis mit den meisten Pandemie-Opfern in Oberfranken ist Wunsiedel mit 186 Toten. Der Kreis im Osten des Bezirks war wie dessen Oberpfälzer Nachbarkreis Tirschenreuth (255 Tote) in der ersten Corona-Welle besonders stark betroffen. In ganz Bayern war am Sonntag Trauerbeflaggung zu sehen, im Erzbistum Bamberg läuteten vielerorts die Glocken zum Gedenken an die Corona-Toten. In Bayreuth legte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger einen Kranz nieder und beteiligte sich so an dem bundesweiten Gedenktag, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie ausgerufen hatte.

Bei der zentralen Gedenkfeier für die 80 000 Corona-Toten in Deutschland rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gesellschaft zum Zusammenhalt auf. „Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt“, sagte er im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Zuvor hatten die Kirchen in einem ökumenischen Gottesdienst in der Gedächtniskirche den Trauernden Trost zugesprochen.

Der Bundespräsident betonte: „Wir wollen heute als Gesellschaft derer gedenken, die in dieser dunklen Zeit einen einsamen und oft qualvollen Tod gestorben sind.“

Neben der Trauer gebe es bei manchen Menschen auch „Verbitterung und Wut“, sagte das Staatsoberhaupt. Er könne dies verstehen. „Die Politik musste schwierige, manchmal tragische Entscheidungen treffen, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern.“ Auch die Politik habe lernen müssen.

Thomas Scharnagl/dpa

Verfassungsschutz sieht Gefahr für Demokratie durch Corona

15:47
18.04.2021
Die Corona-Pandemie hat auch Demokratiefeinden Aufschwung verliehen.

München - Insbesondere die Anhänger von Verschwörungsmythen und Extremisten haben seit einem Jahr Zulauf. Dies wird auch vom Verfassungsschutz beobachtet. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will auf diese Gefahren daher am Montag (11.00 Uhr) bei der Vorstellung des bayerischen Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2020 eingehen.

Bereits bei der Vorstellung des Berichtes der Verfassungsschützer für das erste Halbjahr 2020 hieß es, dass Verschwörungsmythen im Internet aufgrund der Corona-Krise Hochkonjunktur hätten. „Sie entbehren jeder Faktenbasis, sind aber geeignet, größere Bevölkerungskreise mit einer grundlegenden Unzufriedenheit mit dem Rechtsstaat zu infizieren“, warnte Herrmann damals. Die Extremisten wollten die Unzufriedenheit mit dem demokratischen System schüren, um so Zustimmung für ihre Ziele zu bekommen.