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Merkel sieht beim Impfen «Steigerungspotenzial»

04:50
04.03.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine deutliche Beschleunigung der Corona-Impfkampagne angekündigt. «Wir glauben, dass wir hier noch Steigerungspotenzial haben», sagte Merkel nach einer Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage am späten Mittwoch in Berlin. Die Impfungen würden deutlich forciert. «Wir wissen, dass wir auch in einem Wettlauf gegen die Zeit sind», so die Kanzlerin.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) versicherte, es lägen keinesfalls Millionen von Impfdosen herum und würden nicht verimpft. Es gebe in den Ländern einen Puffer von rund einer Woche, bei dem Impfdosen zurückgehalten würden, falls eine nächste Lieferung sich verzögere. «Wir verimpfen alles, was geht», sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Aktuell würden täglich bis zu 200 000 Impfungen durchgeführt, stellen Bund und Länder in ihrem Beschluss fest. Die Impfkampagne werde nun deutlich an Fahrt gewinnen. Ab der zweiten Märzwoche würden ausgewählte niedergelassene Ärzte einen festen Rahmen für die Übernahme von Impfungen bekommen. Ab Ende März/Anfang April sollen mit steigenden Mengen an Impfdosen haus- und fachärztliche Praxen generell in die Impfkampagne eingebunden werden. Die Entscheidung der Priorisierung erfolge dann durch die Ärzte. Dann werden auch Betriebsärzte dem Konzept zufolge mehr impfen.

Die für die Zweitimpfung zurückgehaltenen Dosen würden reduziert - auch so sollten schneller mehr Menschen erreicht werden.

Bund und Länder weisen auf Studienergebnisse aus Großbritannien hin: Demnach weise der Impfstoff von Astrazeneca eine hohe Wirksamkeit auch in der älteren Bevölkerung auf. «Dazu erwarten Bund und Länder eine kurzfristige Entscheidung der Stiko über die Empfehlung des Impfstoffs für die Bevölkerungsgruppe über 65 Jahre», so die Regierungschefs an die Adresse der Ständigen Impfkommission. Derzeit ist er nur für unter 65-Jährige zugelassen.

(dpa)

Kreise: Öffnungen für Handel, Kultur und Sport ab Inzidenz 50

04:47
04.03.2021
Bund und Länder wollen nach längerem Streit regionale Lockerungen des Corona-Lockdowns schon ab einer Inzidenz von 50 möglich machen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Bund-Länder-Schalte am Mittwochabend erfuhr, soll es etwa landesweit oder regional eine schrittweise Öffnung des Einzelhandels geben, wenn die Zahl der Infektionen unter 50 je 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt.

Damit kippte die Runde einen Beschluss vom 10. Februar, als es hieß, weitere Lockerungen seien nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 möglich. Insbesondere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bis zuletzt auf der 35 bestanden, rückte aber dem Vernehmen nach auf Druck der Länder von dieser Position ab. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Corona-Maßnahmen stand aber noch aus.

Die geeinte Formulierung sieht landesweite oder regionale Öffnungen «des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm» vor. Möglich wären dann auch die Öffnung von Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, heißt es weiter in dem zwölfseitigen Papier.

Zuvor hatten sich Bund und Länder bereits darauf verständigt, die strikten Kontaktregeln zur Eindämmung des Coronavirus ab nächsten Montag (8. März) zu lockern. Dann sollen wieder Treffen des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt erlaubt sein - beschränkt auf fünf Teilnehmer, Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Und: Paare, die nicht zusammenwohnen, sollen künftig als ein Hausstand gelten. Derzeit sind private Zusammenkünfte nur im Kreis des eigenen Hausstands mit einer weiteren Person von außerhalb gestattet.

Auch hier soll es in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 weitere Lockerungen geben. Es können «die Möglichkeiten zu privaten Zusammenkünften erweitert werden auf den eigenen und zwei weitere Haushalte mit zusammen maximal zehn Personen», heißt es in dem Papier. Auch hier sind Kinder bis 14 Jahre ausgenommen.

(dpa)

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