Letztes Update:
20210303055359

05:53
03.03.2021
WAS AM MITTWOCH AM ENDE HERAUSKOMMEN KÖNNTE:

Neben einer ersten Lockerung der Kontaktbeschränkungen schon vom kommenden Montag (8. März) an könnte es dem Beschlussentwurf zufolge stufenweise weitere Öffnungen geben: Erst überall Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte. Dann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Land oder regional stabil unter 35 liegt, Einzelhandel, Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten und kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Außenbereich. Anschließend, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Land oder in einer Region 14 Tage nach dem vorangegangenen Öffnungsschritt nicht verschlechtert hat, die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos.

Doch die bislang avisierte 35er-Grenze könnte am Ende aufgeweicht werden: Möglicherweise könnte es - so jedenfalls der Beschlussentwurf - auch dann Öffnungen geben, wenn die Inzidenzen regional über 35 liegen. Dann aber unter Bedingungen: nur mit festen Terminen etwa im Handel und anderswo mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test.

Und: Es ist eine «Notbremse» geplant - also ein Zurück zum jetzigen Lockdown, wenn die Corona-Zahlen regional wieder deutlich steigen. Offen aber war zunächst, wo die jeweiligen Inzidenz-Grenzen gezogen werden, fürs Öffnen unter Bedingungen und für die «Notbremse». Endgültig entschieden wird am Mittwoch ohnehin erst ganz am Ende.

TESTEN, TESTEN, TESTEN:

Wenn die bei der vergangenen Bund-Länder-Runde avisierte 35er-Grenze für Lockerungen auf breiter Front nun aufgegeben wird, soll dies unter anderem unter einer Bedingung passieren: wenn viel mehr getestet wird. Unternehmen sollen demnach ihren Beschäftigten mindestens einen oder sogar zwei kostenlose Schnelltests pro Woche anbieten, die Länder dem Personal in Schulen und Kitas «sowie alle Schülerinnen und Schüler», und auch alle anderen Bürgern sollen einen oder zwei Tests pro Woche bekommen.

Tatsächlich sehen Fachleute Schnelltests als eine Maßnahme zum Gegenhalten. Über Simulationsergebnisse zu den Effekten sagte der Mobilitätsforscher Kai Nagel (TU Berlin): «Ein breiter Einsatz in der Bevölkerung mit zwei Schnelltests für jeden pro Woche würde uns ersparen, den Lockdown restriktiver zu machen.» Zu erwarten sei dann eine sehr deutliche, positive Wirkung auf die Fallzahlen.

(dpa)

Brasilien meldet Tagesrekord an Corona-Toten

05:51
03.03.2021
Brasilien hat bei den an einem Tag erfassten Corona-Tote einen neuen Höchstwert registriert. 1641 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Dienstag (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben. Der bisherige Höchstwert hatte am 29. Juli bei 1595 gelegen. Insgesamt sind damit in Brasilien 257 361 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 59 925 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 10,6 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Nachdem die Krankenhäuser zuletzt wieder an ihre Grenzen geratenen waren, hatte der Gesundheitsrat eine landesweite Ausgangssperre gefordert. Präsident Jair Bolsonaro, der mittlerweile auch den Sinn von Corona-Impfungen grundsätzlich in Zweifel zieht, hat das Virus von Anfang an verharmlost. Einschränkungen lehnte er aus wirtschaftlichen Gründen ab. Während Deutschland in den Lockdown ging, blieb Brasilien über Weihnachten, Sylvester, die Sommerferien und die Karnevalswoche weitgehend geöffnet.

Die Hoffnungen der Brasilianer ruhen nun auf einem Durchbruch bei den Impfungen. Am Samstag kam eine wichtige Lieferung mit Grundstoffen zur Herstellung von 12,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Vakzins in Rio de Janeiro an. Bis zur Jahresmitte will die Forschungseinrichtung «Fundação Oswaldo Cruz» (Fiocruz) gut 110 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca auf der Basis von importiertem Arzneistoff herstellen, in der zweiten Jahreshälfte dank Technologietransfers dann weitere 110 Millionen Dosen völlig eigenständig produzieren können. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 mal so groß wie Deutschland.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen