WAS AM MITTWOCH AM ENDE HERAUSKOMMEN KÖNNTE:
Neben einer ersten Lockerung der Kontaktbeschränkungen schon vom kommenden Montag (8. März) an könnte es dem Beschlussentwurf zufolge stufenweise weitere Öffnungen geben: Erst überall Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte. Dann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Land oder regional stabil unter 35 liegt, Einzelhandel, Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten und kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Außenbereich. Anschließend, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Land oder in einer Region 14 Tage nach dem vorangegangenen Öffnungsschritt nicht verschlechtert hat, die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos.
Doch die bislang avisierte 35er-Grenze könnte am Ende aufgeweicht werden: Möglicherweise könnte es - so jedenfalls der Beschlussentwurf - auch dann Öffnungen geben, wenn die Inzidenzen regional über 35 liegen. Dann aber unter Bedingungen: nur mit festen Terminen etwa im Handel und anderswo mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test.
Und: Es ist eine «Notbremse» geplant - also ein Zurück zum jetzigen Lockdown, wenn die Corona-Zahlen regional wieder deutlich steigen. Offen aber war zunächst, wo die jeweiligen Inzidenz-Grenzen gezogen werden, fürs Öffnen unter Bedingungen und für die «Notbremse». Endgültig entschieden wird am Mittwoch ohnehin erst ganz am Ende.
TESTEN, TESTEN, TESTEN:
Wenn die bei der vergangenen Bund-Länder-Runde avisierte 35er-Grenze für Lockerungen auf breiter Front nun aufgegeben wird, soll dies unter anderem unter einer Bedingung passieren: wenn viel mehr getestet wird. Unternehmen sollen demnach ihren Beschäftigten mindestens einen oder sogar zwei kostenlose Schnelltests pro Woche anbieten, die Länder dem Personal in Schulen und Kitas «sowie alle Schülerinnen und Schüler», und auch alle anderen Bürgern sollen einen oder zwei Tests pro Woche bekommen.
Tatsächlich sehen Fachleute Schnelltests als eine Maßnahme zum Gegenhalten. Über Simulationsergebnisse zu den Effekten sagte der Mobilitätsforscher Kai Nagel (TU Berlin): «Ein breiter Einsatz in der Bevölkerung mit zwei Schnelltests für jeden pro Woche würde uns ersparen, den Lockdown restriktiver zu machen.» Zu erwarten sei dann eine sehr deutliche, positive Wirkung auf die Fallzahlen.