Letztes Update:
20210303045212

Ärztepräsident warnt vor falscher Sicherheit bei Corona-Selbsttests

04:51
03.03.2021
Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat davor gewarnt, dass Corona-Selbsttests Menschen in falscher Sicherheit wiegen könnten. «Allen Menschen sollte klar sein, dass die Testergebnisse immer nur eine Momentaufnahme darstellen», sagte der Präsident der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur vor der Schaltkonferenz zur Corona-Lage an diesem Mittwoch in Berlin. In der Runde wollen Bund und Ländern voraussichtlich Öffnungsschritte an den massiven Einsatz von Schnell- und Selbsttests knüpfen.

Reinhardt forderte übersichtliche und leicht verständliche Informationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Selbsttests. Auch bei einem negativen Testergebnis müssten Abstand, Maskenschutz und Hygieneregeln eingehalten werden. Bei einem positiven Befund müsse schnellstmöglich eine Kontrolluntersuchung mittels PCR-Test veranlasst und strikte Quarantäne eingehalten werden.

Für die von geschultem Personal vorgenommenen Schnelltests forderte Reinhardt ein unbürokratisches Meldeverfahren. Eine zentrale Erfassung von Ergebnissen liefere Erkenntnisse über das tatsächliche Infektionsgeschehen.

Öffnungsschritte dürften sich nicht nur an den allgemeinen Infektionszahlen ausrichten. Einbezogen werden müssten die Zahl der verfügbaren Intensivbetten, die Entwicklung der Sterberate und die Infektionsentwicklung in den unterschiedlichen Altersgruppen. Aufgeschlüsselt werden müssten die Daten nach Regionen. «Nur so erhalten wir ein aussagekräftiges Gesamtbild der Pandemielage und können einheitliche Kriterien für passgenau Öffnungsstufe in den Regionen entwickeln.»

Nötig sei mehr Tempo bei den Impfungen. Notwendig sei es, «endlich mit bundesweiten und flächendeckenden Impfungen in den Arztpraxen zu beginnen». Voraussichtlich ab dem zweiten Quartal gebe es größere Impfstoffkapazitäten. «Die Einbeziehung der Praxen in die Impfkampagne verhindert, dass es bei den Verimpfungen zu Verzögerungen oder sogar Staus kommt.»

(dpa)

Landkreistag fordert Ladenöffnungen schon ab Montag

04:50
03.03.2021
Die deutschen Landkreise haben vor den Bund-Länder-Beratungen rasche Lockerungen und Geschäftsöffnungen schon ab Montag gefordert. «Es braucht beim Bund-Länder-Treffen die Ansage, dass Geschäfte dort, wo die Corona-Lage im Griff ist, ab Montag wieder Kunden begrüßen dürfen», sagte der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch). Voraussetzung seien Maske und Abstand - die Läden hätten aber die Wirksamkeit ihrer Hygienekonzepte bereits nachgewiesen.

Da es weniger Intensivpatienten und mehr Geimpfte gebe, sei es nicht akzeptabel, dass Baumärkte oder Friseure öffnen dürften und der Einzelhandel «weiter dichtbleiben soll», betonte Sager. Er forderte auch, dass etwa Ferienwohnungen über Ostern vermietet werden sollten. «Wir dürfen das Land nicht auch Ostern noch im Lockdown lassen, sollte sich das Infektionsgeschehen nicht wesentlich verschlechtern.»

Die Lockerungsbeschlüsse der Bund-Länder-Beratungen müssten «deutlich über die Pläne hinausgehen, die bis zum Dienstag bekanntgeworden sind», sagte Sager. Am Dienstag war eine Beschlussvorlage öffentlich geworden, laut der der Lockdown zwar grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden könnte - allerdings mit Aussicht auf einzelne Lockerungen, abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen