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Corona lässt Italien schrumpfen - Weniger Babys und Ehe-Flaute

14:51
26.03.2021
Weniger Babys, weniger Hochzeiten und mehr Todesfälle: Die Corona-Pandemie hat in Italien 2020 bei der Bevölkerungszahl deutliche Spuren hinterlassen. Wie die nationale Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom mitteilte, schrumpfte die Bevölkerung in dem Mittelmeerland bis zum Jahresende um etwa 384 000 Menschen im Vergleich zum Jahresbeginn. Das Minus entspricht etwa der Einwohnerzahl der Stadt Florenz in der Toskana.

Wie die Experten schrieben, habe die Corona-Welle einen seit 2015 registrierten demografischen Rückgang weiter verstärkt. Die Zahl der Einwohner in Italien sei unter die Marke von 60 Millionen gesunken - auf rund 59,3 Millionen Menschen. Bei den Geburten sprachen die Statistiker von einem neuen «Negativ-Rekord»: Es seien etwa 404 000 Babys geboren worden - ungefähr 16 000 weniger als im Jahr 2019.

Gleichzeitig seien fast 17 Prozent mehr Menschen gestorben als 2019, berichteten die Fachleute. In absoluten Zahlen sind das rund 112 000 mehr Tote in einem Jahr. Die Zahl der Hochzeiten im ersten Jahr der Corona-Pandemie brach demnach um fast 50 Prozent ein. Das dürfte auch ein Ergebnis der strikten Corona-Verbote sein. Denn größere Feste waren fast durchweg aus Gesundheitsgründen nicht möglich. Die Statistiker sprachen mit Blick auf die allgemeine Familienplanung aber auch von den Gefühlen der Unsicherheit über die Zukunft und über ökonomische Sorgen.

Italien war im Februar 2020 heftig von der Corona-Pandemie erfasst worden. Seither zählten die Behörden offiziell rund 3,5 Millionen Infizierte mit Sars-CoV-2. Große Teile des Landes sind aktuell als Rote Zonen mit strengen Bewegungsbeschränkungen eingestuft.

(dpa)

Satirischer «Corona-Maßnahmengenerator» sorgt für Belustigung

14:49
26.03.2021
Im Netz sorgt ein satirischer «Corona-Maßnahmengenerator» für Heiterkeit. Bei jedem Klick wirft das Tool zufällig generierte Sätze aus, immer aus drei Teilen zusammengewürfelt. Daraus ergeben sich dann mal mehr, mal weniger lustige Kombinationen - immer mit dem Vorschaltsatz: «Die Bundesregierung beschließt:». Heraus kommt zum Beispiel: «Kindergärten wenn die Sonne im Zenit steht schließen», «Kirschblütenstraße in Bonn jeden Monat aufs Neue durchimpfen» oder «Clubs von 8 bis 12 Uhr öffnen».

Twitter-Nutzer @NickHatBoecker schreibt: «Die Corona-Maßnahmen sind so willkürlich, dass @zwetkoffein und ich prompt einen Generator gebaut haben... Damit die Politiker es nicht mehr so schwer haben, sich zu entscheiden.» Auf der Internetseite wird der Generator als «satirisches Projekt» bezeichnet.

(dpa)

Corona-Impfstoff: EU streitet auch nach Gipfel um Verteilung

14:48
26.03.2021
Die EU-Staaten streiten auch nach ihrem Gipfel weiter über die Verteilung knapper Corona-Impfstoffe. Am Freitag pochte Tschechien abermals auf Korrekturen, und auch Österreich hofft nach wie vor auf zusätzliche Impfstoffmengen. Nun soll in Brüssel erneut verhandelt werden. Einig waren sich die Staats- und Regierungschefs aber, dass Impfstoff-Exporte in Drittstaaten überwacht werden sollen, damit die EU insgesamt von den Herstellern fair beliefert wird.

Möglich sind damit auch Exportverbote - die aber aus Furcht vor Gegenmaßnahmen nur im Notfall verhängt werden sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am späten Donnerstagabend: «Wir haben bezüglich der Exportkontrollverordnung geäußert, dass wir keinerlei Störung der internationalen globalen Lieferketten wollen, aber dass wir natürlich daran interessiert sind, dass die Firmen, die mit uns Verträge abgeschlossen haben, auch wirklich vertragstreu sind.» Die EU liefere Corona-Impfstoff in alle Welt, anders als die USA oder Großbritannien. Man wolle aber auch die eigene Bevölkerung versorgen.

Angesichts des Mangels hatten Österreich und fünf weitere Staaten Korrekturen an der internen Verteilung der Impfstoffe in der EU verlangt. Doch erreichten sie beim Gipfel wenig. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs im Grundsatz den bisherigen Verteilschlüssel nach Bevölkerungsgröße. Nach stundenlangem Streit wurde nur vereinbart, über eine vorgezogene Teillieferung von zehn Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer «im Geiste der Solidarität» weiter zu verhandeln. Damit könnten kurzfristig einige Löcher gestopft werden.

Bisher lief die Verteilung so: Grundsätzlich haben die Staaten Zugriff auf einen Anteil gemäß ihrer Bevölkerungsstärke in der EU - für Deutschland sind das knapp 19 Prozent. Will ein Land seinen Anteil nicht oder nicht ganz, können andere EU-Staaten die Mengen aufkaufen. Einige Staaten waren zum Beispiel skeptisch beim teuren Impfstoff von Biontech/Pfizer und setzten stärker auf das preiswerte Mittel von Astrazeneca, bei dem es jetzt erhebliche Lieferprobleme gibt. So gerieten sie ins Hintertreffen.

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis sagte am Freitag, wenn das System so weitergeführt werde wie bisher, würden manche Staaten im Sommer genug Impfstoff für 90 Prozent ihrer Bevölkerung haben, andere aber nur für 40 Prozent. «Das ist inakzeptabel.» Tschechien ist mit mehr als 500 Ansteckungen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben derzeit besonders hart von Corona betroffen.

Babis begrüßte, dass zehn Millionen vorgezogene Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für einen Ausgleich genutzt werden könnten. Über die Aufteilung dieser Lieferung, die der Hersteller zusätzlich fürs zweite Quartal zugesagt hatte, wurde aber bereits vor dem Gipfel gestritten, und auch der brachte noch keine Lösung.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz räumte am Freitag ein, dass ein Kompromiss gefunden werden müsse. Er wollte nicht sagen, wie viele zusätzliche Impfdosen er sich erhofft, zeigte sich aber optimistisch, dass Österreich von einer Lösung profitieren werde.

Vor allem Kurz war bei den übrigen Staats- und Regierungschefs mit seinen Forderungen nicht gut angekommen. «Sebastian Kurz hat sich verzockt», sagte ein EU-Diplomat. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte, ein Blick auf die Zahlen zeige, dass vor allem Bulgarien, Lettland und Kroatien ein Problem hätten. Denen wolle man helfen. Bei Österreich könne er dies hingegen derzeit nicht erkennen.

Eine gemeinsame Linie fand der EU-Gipfel zur Türkei: Dem Land wird wegen der Entspannung im Erdgasstreit eine engere Partnerschaft in Aussicht gestellt. Unter anderem entschieden die 27 Staaten, mit den Vorbereitungen für eine Ausweitung der Zollunion zu beginnen. Auch eine Visa-Liberalisierung wurde Ankara indirekt in Aussicht gestellt. Darüber hinaus will die EU die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik stärken und mögliche weitere Finanzhilfen für die Versorgung syrischer Flüchtlinge vorbereiten.

Das türkische Außenministerium erklärte dazu, man freue sich zwar über die Ankündigung, die Beziehungen auf Basis einer «positiven Agenda» fortführen zu wollen. Ankara kritisierte aber, dass künftige Schritte an Bedingungen geknüpft, manche Themen ausgelassen und Entscheidungen auf Juni verschoben worden seien.

(dpa)

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