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EU-Behörde gibt grünes Licht für zwei neue Impfstoff-Werke

14:45
26.03.2021
Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat am Freitag zwei Produktionsstandorten von Corona-Impfstoffen in Deutschland und den Niederlanden die offizielle Zulassung erteilt. Das Werk in Marburg produziert den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Die Firma Halix im niederländischen Leiden stellt das Präparat von Astrazeneca her. Mit der Entscheidung könnten nun auch Engpässe bei der Bereitstellung des Astrazeneca-Impfstoffs kurzfristig erleichtert werden, da die vorproduzierten Impfdosen schnell ausgeliefert werden könnten. Beide Firmen haben bisher schon produziert, durften aber ohne EMA-Zulassung nicht ausliefern. Unbekannt ist, wie groß die Vorräte sind.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Zulassung und hofft, dass wenigstens ein Teil der Lieferrückstände von Astrazeneca wettgemacht werden kann. «Wir erwarten jetzt, dass die Impfstoffe, die in diesem Werk hergestellt werden, in den nächsten Tagen an die EU-Mitgliedsstaaten ausgeliefert werden, als Teil der vertraglichen Verpflichtung und der Zusagen von Astrazeneca an die Bürger Europas», erklärte die Kommissarin in Brüssel. Einige EU-Staaten seien von den «enttäuschenden Lieferkürzungen» des britisch-schwedischen Herstellers stark betroffen.

Das Unternehmen hatte wiederholt seine Zusagen gekürzt und nun bis zum 30. März 30 Millionen Dosen versprochen, ausgeliefert wurden aber erst 17 Millionen. Unklar ist aber, ob die von Halix produzierten Impfdosen auch an die EU geliefert werden oder ob sie für Großbritannien vorgesehen sind. Die EU kontrolliert aber Impfstoff-Exporte und kann sie notfalls untersagen. Halix produziert bereits seit Wochen den Impfstoff, doch hatte erst kürzlich bei der EMA die Zulassung für die EU beantragt.

Bisher war für die Produktion von Astrazenca in der EU nur ein Werk in Belgien offiziell zugelassen. Der Impfstoff wird auch in den USA und in Großbritannien hergestellt. Durch die Zulassung des Werkes in Marburg kann auch die Produktion des Pfizer/Biontech-Wirkstoffes erhöht werden.

(dpa)

Kritik an Impfung für Senioren - Ministerium: Keine Dose ungenutzt

14:44
26.03.2021
Der Landesseniorenrat hat die aus seiner Sicht viel zu langsame Impfung der über 80-Jährigen gerügt. «Das ist ein Skandal», sagte der neue Chef des Verbandes, Eckart Hammer, mit Blick auf eine Impfquote für diese Altersgruppe von 59,1 Prozent. In anderen Bundesländern gehe dies schneller, so etwa im Saarland mit einem Anteil von 73,3 Prozent. Zugleich betonte das Gesundheitsministerium, dass keine Impfdosen einfach irgendwo lagerten. Von den über zwei Million nach Baden-Württemberg gelieferten Impfdosen sind 500 000 noch nicht verabreicht worden.

«Die liegen aber nicht nur so rum, sondern sind verplant und mit Terminen verknüpft», erläuterte ein Sprecher des Ministeriums. Zudem gingen die Zahlen der Geimpften in den Kliniken häufig mit Verzögerung in die Statistik ein. Es gelte noch immer: «Die Nachfrage ist höher als das Angebot.» Deshalb werde jeglicher Impfstoff, den das Land bekommt, unverzüglich eingesetzt. Zuvor hatte der SWR unter Berufung auf das Robert Koch-Institut (RKI) darüber berichtet.

Nach den Worten von Seniorenvertreter Hammer verzweifelten vor allem allein lebende ältere Menschen an der Terminvergabe sowohl online als auch über die Hotline. Auch lange Wege zu den Impfzentren seien problematisch. An das Gesundheitsministerium appellierte der 67-Jährige, herauszufinden, was andere Länder besser machten. Es gibt aber auch Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, die mit einer Erstimpfquote von 49,8 schlechter abschneiden als der Südwesten.

Laut Verbandsmann Hammer macht den betroffenen älteren Leuten die Situation schwer zu schaffen. Es breiteten sich Angst und Empörung gepaart mit Resignation aus. Der Landesseniorenrat werde sich um einen raschen Termin bei Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) bemühen. Dessen Sprecher unterstrich, von einer Warteliste mit 120 000 über 80-Jährigen seien bislang 90 000 mit Terminen versorgt worden.

Derzeit werden laut Ministerium täglich 35 000 Menschen geimpft. «Wenn wir genügend Impfstoff hätten, könnten wir bis zu 80 000 Impfungen pro Tag in Baden-Württemberg durchführen», sagte der Sprecher.

Baden-Württemberg soll bis Ende April weitere knapp zwei Millionen Dosen Impfstoff erhalten. Von nun an bis Anfang Mai sollen mehr als 1, 2 Millionen Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer, knapp 304 000 Dosen von Moderna und gut 391 000 Dosen von Astrazeneca geliefert werden.

(dpa)

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