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Tübinger Uniklinik-Chef: «Wir brauchen keinen Dauer-Lockdown»

06:55
26.03.2021
Die Lage auf den Intensivstationen ist aus Sicht des Tübinger Uniklinik-Chefs kein ausreichendes Argument für den Lockdown. «Solange die Zahlen der Intensivpatienten so sind wie jetzt, brauchen wir aus medizinischer Sicht keinen flächendeckenden Lockdown», sagte Michael Bamberg, Leitender ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Tübingen, der «Bild»-Zeitung (Freitag). «Wir brauchen keinen Dauerlockdown. Zumindest nicht, wenn es um die Zahl der belegten Intensivbetten geht.» Er hielte es für besser, würden die bereits geimpften Menschen in eine Öffnungsstrategie einbezogen.

Er sei überrascht, dass die Corona-Einschränkungen stets mit der Lage in den Kliniken und mit den schwerstkranken Covid 19-Patienten begründet würden. «Das stimmt nicht», sagte Bamberg. «Zur Zeit liegen bei uns vier Corona-Patienten, die beatmet werden müssen. Fünf Erkrankte sind auf der Intensivstation.» Im April des vergangenen Jahres seien es 36 zu beatmende Patienten gewesen, zusätzlich 37 Covid 19-Patienten auf der Intensivstation.

Allerdings ist die Lage nicht überall so vergleichsweise entspannt wie in Tübingen. Im besonders belasteten Kreis Schwäbisch Hall machen sich die steigenden Infektionszahlen zunehmend in den beiden Kliniken der Region bemerkbar. Weil seit Wochen eine stete Zunahme von Covid 19-Patienten registriert wird, wurde bereits eine dritte Corona-Station eröffnet. Die Intensivstation sei aktuell fast vollständig mit Covid 19-Patienten belegt, warnte die Kreisverwaltung am Donnerstag. Es seien schon geplante Eingriffe bei anderen Patienten abgesagt und verschoben worden.

Im Kreis Schwäbisch Hall lag die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche - am Mittwoch bei 378,12.

(dpa/lsw)

Corona-Spätfolgen: Zunahme der Fallzahlen bei Jugendlichen erwartet

05:17
26.03.2021
Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. «Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen», sagte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. «Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet.»

In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von Long Covid (Langes Covid-19) oder Post Covid (Nach Covid-19) die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Covid-19-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden. Seit Wochen steigt die Zahl der erfassten Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) an.

«Das Krankheitsbild ist sehr variabel», erläutert Hufnagel. Darunter seien chronische Erschöpfung, generelle Leistungsminderung und Gelenk- und Muskelschmerzen, aber auch Hautveränderungen. Solche anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen seien auch von anderen Virusinfektionen wie dem Pfeifferschem Drüsenfieber bekannt.

(dpa)

Folge der Pandemie: Roaming-Datenvolumen sinkt deutlich

04:50
26.03.2021
Durch Reiseeinschränkungen und andere Maßnahmen in der Corona-Pandemie ist das Roaming-Datenvolumen deutlich gesunken. Der im EU-Ausland generierte Datenverkehr, der auf das Konto von Nutzern mit deutschen Handyverträgen geht, sackte im Jahr 2020 um 11 Prozent auf 88,3 Millionen Gigabyte ab. Das geht aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht, die der dpa vorliegen. Ein Jahr zuvor lag die Zunahme noch bei rund 50 Prozent - damals zückten immer mehr Reisende im europäischen Ausland bedenkenlos ihr Smartphone, weil sie dank EU-Regeln keine Extrakosten fürchten müssen.

Die Pandemie stoppte das Volumenwachstum aber. Der Grund: Es gab viel weniger Reisende als zuvor. Die Anzahl der im EU-Ausland abgehenden Verbindungsminuten ging um ein Viertel zurück auf 2,9 Milliarden. Die Zahl der versendeten SMS brach sogar um die Hälfte ein auf 110 Millionen. Wegen des Trends zu Chat-Apps und anderen Digitalanwendungen sinkt das Interesse an der SMS-Kommunikation schon seit Jahren, Corona hat den Trend nun beschleunigt - 2019 hatte das Minus bei den Kurzmitteilungen nur bei einem Fünftel gelegen.

(dpa)

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