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Schwesig: Kein Verständnis für angekündigte Lockerungen im Saarland

13:37
25.03.2021
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht die angekündigten Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Saarland sehr kritisch. «Dafür habe ich kein Verständnis», erklärte Schwesig am Donnerstag in Schwerin. «Solidarität ist keine Einbahnstraße.» Das Saarland erhalte 80 000 zusätzliche Dosen Impfstoff, weil es dort die südafrikanische Mutation gebe. «Das ist auf die Einwohnerzahl gerechnet eine große Menge», so Schwesig. «Wie sollen andere Länder ihren Bürgern erklären, dass sie keine zusätzlichen Impfstoff erhalten und diese Öffnungsschritte nicht gehen können?»

Das Saarland will die Corona-Maßnahmen nach Ostern in einem Modellprojekt weitreichend lockern: Vom 6. April an - dem Dienstag nach Ostern - sollen unter anderem Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein dürfe, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag.

Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass die Länder in einigen ausgewählten Regionen zeitlich befristete Modellprojekte starten könnten - «mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept», um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen - und um dies zu untersuchen. Die Zeitspanne des Projekts im Saarland war zunächst unklar.

Das Saarland hatte zuletzt die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz aller Bundesländer. Auch beim Impfen liegt das kleine Bundesland an der Grenze zu Frankreich vorn. An mehr als 350 Orten werden kostenfreie Schnelltests angeboten. In Mecklenburg-Vorpommern sind es Angaben der Landesregierung aktuell rund 135.

(dpa)

Eltern mit Hauptschulabschluss helfen weniger beim Homeschooling

13:36
25.03.2021
Menschen mit niedrigerer Bildung helfen den eigenen Kindern in der Pandemie deutlich seltener beim Homeschooling. Die Digitalisierung von allen möglichen Bereichen wegen Corona bringt den Millionen Menschen mit weniger Bildung in Deutschland auch sonst mehr Probleme als den höher Gebildeten, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Allensbach-Umfrage zeigt.

Demnach hat rund jede und jeder Vierte mit Abitur in den Monaten vor der Befragung die eigenen Kinder häufiger als sonst beim nun verstärkt digital stattfindenden Unterricht unterstützt. Bei den Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss sagen dies nur 4 Prozent. Eine Weiterbildung über das Internet haben 16 Prozent der Menschen mit höherer und 3 Prozent mit einfacher Bildung gemacht.

Fast jedem dritten Befragten mit einfacher Bildung fällt es schwer oder sehr schwer, im Zusammenhang mit Corona die Information zu erhalten, die er sucht und braucht. Unter den höher Gebildeten sagen das nur 15 Prozent. Hauptprobleme seien Fülle, Länge und Komplexität von Informationen, die nahezu ausschließlich digital verfügbar ist. Das Institut für Demoskopie Allensbach hatte Ende vergangenen Jahres 1022 Personen ab 16 Jahren im Auftrag der Stiftung Lesen und gefördert vom Bundesbildungsministerium befragt.

Ein großer Teil der höher gebildeten Bevölkerungsgruppen arbeite im Homeoffice und könne die Kinder im Homeschooling betreuen, sagte die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, Simone C. Ehmig. «Menschen mit einfacher Bildung müssen häufiger vor Ort und im Team arbeiten und sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.»

Die derzeitigen Corona-Einschränkungen seien wahrscheinlich besonders gravierend für Erwachsene, die nicht gut lesen und schreiben können. Das seien rund 6,2 Millionen Menschen in Deutschland.

Generell sehen zwei von fünf Befragten mit einfacher Bildung der Digitalisierung und ihren Auswirkung stärker mit Befürchtungen als mit Hoffnungen entgegen - aber nicht einmal jeder dritte Hochgebildete. 39 Prozent der Menschen mit einfacher Bildung befürchten laut der Erhebung, von der technischen Entwicklung abgehängt zu werden - im Gegensatz zu 29 Prozent in der Gesamtbevölkerung. 43 Prozent der einfach Gebildeten sorgen sich darüber, dass im Zuge der Digitalisierung alles komplizierter wird. Insgesamt sagen dies nur 30 Prozent.

(dpa)

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