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Philologen fordern wegen Corona-Lerndefiziten vier Wochenstunden mehr

12:46
25.03.2021
Der Philologenverband fordert zur Aufarbeitung der Corona-bedingten Lernlücken vier zusätzliche Wochenstunden in allen weiterführenden Schulen über drei Jahre hinweg. «Die geplanten Lernbrücken in den Ferien reichen nicht, um die Defizite auszugleichen», sagte Ralf Scholl, Chef des baden-württembergischen Verbands der Gymnasiallehrer, am Donnerstag der dpa in Stuttgart. Für Schülerinnen und Schüler in Haupt- und Realschulen würde das wohl einen Nachmittag in der Woche mehr bedeuten.

Für die Gymnasien wäre der «eleganteste Weg», vom kommenden Schuljahr an von G8 wieder auf G9 umzustellen, sagte Scholl. So würde man ein «Corona-Aufholjahr» gewinnen. «In G8 sind zusätzliche Stunden zum Ausgleich der Lerndefizite zeitlich nicht unterzubringen.» Er verwies auf eine Online-Petition vom «Bündnis G9 jetzt», die innerhalb von zwei Wochen mehr als 12 500 Menschen unterstützt hätten. Für eine solche Umstellung wären nach Scholls Berechnung etwa 100 zusätzliche Deputate für Lehrerinnen und Lehrer notwendig.

Der Verbandschef forderte die Grünen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie die anderen Parteien auf, diese Forderung bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen. «Die Politik muss diesen berechtigten Wunsch vieler Schüler, Eltern und Lehrkräfte am Gymnasium endlich ernst nehmen und umsetzen. Schon vor Corona seien die Schwächen des achtjährigen Gymnasiums offensichtlich gewesen. «Stichworte sind hier die enorme Belastung vieler Schüler sowie die teilweise mangelhafte Studienreife von Abiturienten.»

Die große Mehrheit der mehr als 370 Gymnasien im Land führen ihre Schülerinnen und Schüler in acht Jahren zum Abitur. Es gibt aber 43 Modellschulen im Land, die auch das G9 anbieten.

(dpa)

EnBW auf Corona-Impfungen vorbereitet

12:45
25.03.2021
Der Karlsruher Energieversorger EnBW ist darauf vorbereitet, seine Mitarbeiter gegen das Coronavirus zu impfen. Impfstraßen könnten innerhalb von rund zehn Tagen aufgebaut werden, sagte Konzernchef Frank Mastiaux am Donnerstag. Neben zehn Betriebsärzten gebe es Mitarbeiter mit medizinischem Hintergrund sowie viele Freiwillige. «Wir warten also sozusagen auf das Go und wären dann sofort bereit loszulegen», sagte er. Fraglich ist aber, wann genug Impfstoff für betriebsinterne Impfkampagnen vorliegt.

Selbsttests biete die EnBW seit geraumer Zeit für «betriebskritisches Personal» an, das beispielsweise für bedeutsame Infrastruktur verantwortlich ist, sagte Mastiaux. Ab dem 6. April sollten alle Mitarbeiter die Möglichkeit zu freiwilligen Tests bekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wirtschaft dazu aufgefordert, Beschäftigten Corona-Tests anzubieten. In einer Regierungserklärung im Bundestag kündigte sie am Donnerstag anderenfalls «regulatorische Maßnahmen» an.

(dpa)

Corona erreicht Nationalteam - Spiel gegen Island soll stattfinden

12:45
25.03.2021
Kurz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island ist das Corona-Virus auch in die zuvor sichere Blase der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eingedrungen. Der DFB bestätigte rund neun Stunden vor dem geplanten Anpfiff am Donnerstagabend in Duisburg ein positives Testergebnis bei einem Spieler. Dieser sei «aktuell symptomfrei», teilte der Verband mit. Der namentlich nicht genannte Akteur sei «umgehend isoliert» worden. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über den Corona-Fall berichtet.

«Nach aktuellem Stand wird das Spiel gegen Island definitiv stattfinden», sagte DFB-Sprecher Jens Grittner der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband steht in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden. Nach einer ersten Kontaktermittlung ging man davon aus, dass es «maximal eine Kontaktperson K1», also ersten Grades, gibt. Dabei handelt es sich nach dpa-Informationen um Abwehrspieler Marcel Halstenberg von RB Leipzig. Dieser reiste umgehend aus Düsseldorf ab.

Bundestrainer Joachim Löw muss nun alle drei Qualifikationsspiele gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien mit nur noch 23 Akteuren angehen, darunter 19 Feldspielern. Zumindest gegen Island reduzierte sich diese Zahl noch um die angeschlagenen Defensivakteure Niklas Süle und Robin Gosens. Womöglich muss Löw nun nachnominieren.

«Diese Nachricht ist natürlich so kurz vor dem Spiel bitter - für die Trainer und die gesamte Mannschaft», äußerte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. «Aber wir sind guter Dinge, dass es bei diesem einzigen Fall bleiben wird, da wir bislang alle Hygienemaßnahmen sehr diszipliniert durchgeführt haben. Selbstverständlich werden wir sämtliche Vorgaben der Behörden umsetzen», sagte der 52-Jährige.

Grittner verwies auf vorbereitete Abläufe für eine solche Situation: «Es gibt feste Abläufe und Abstimmungen. Es gibt keine Hektik. Das läuft unaufgeregt», sagte der Nationalmannschafts-Sprecher. Die Vorbereitungen auf das Spiel sollten wie geplant fortgesetzt werden.

Nach Verbandsangaben hatten die am Tag vor dem Spiel durchgeführten PCR-Testungen der Spieler und des Betreuerstabes im Teamhotel ein positives Ergebnis ergeben. Die Ergebnisse erhielt der Verband am Morgen des Spieltags. Bei der Anreise ins DFB-Quartier am Montag mussten alle Nationalspieler einen negativen Test vorweisen. Die Trainer und Betreuer waren vorab sogar zweimal getestet worden. Seit der Zusammenkunft gab es für jedes Mitglied in der DFB-Blase zwei weitere PCR-Tests sowie einen Antigen-Schnelltest.

Bei den bislang acht ausgetragenen Länderspielen während der Virus-Pandemie hatte es bei der Nationalelf keinen Corona-Fall gegeben. Das 3:1 in der Nations League gegen die Ukraine Mitte November in Leipzig konnte trotz mehrerer positiver Testergebnisse beim Gegner ausgetragen werden.

Bierhoff hatte bei der Zusammenkunft in Düsseldorf nochmals auf die strengen und sogar im Vergleich zu den Länderspielen im vergangenen Herbst weiter verschärften Schutzmaßnahmen hingewiesen. «Ich hoffe, dass wir wie im letzten Jahr das ohne Corona-Fall durchstehen», sagte er. Die Hoffnung hielt nur bis zum vierten Tag.

Bierhoff berichtete von getrennten Plätzen beim Essen und im Mannschaftsbus sowie ständigem Masketragen, auch bei den Team- und Gruppensitzungen. Für die fünf aus England angereisten Profis um Ilkay Gündogan von Manchester City gab es sogar extra Maßnahmen wie separate Essenstische und Fahrten in einem eigenen Kleinbus.

Nur bei den Trainingseinheiten vor dem Island-Spiel waren die Akteure auf dem Platz zusammen, zuletzt am Mittwoch im Stadion in Duisburg. DFB-Teamarzt Tim Meyer ist als Leiter der Taskforce Sportmedizin auch für das Hygienekonzept der Bundesligen verantwortlich.

(dpa)

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