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20210325095144

Merkel will Unternehmen bei Corona-Tests in die Pflicht nehmen

09:50
25.03.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wirtschaft dazu aufgefordert, Beschäftigten Corona-Tests anzubieten. In einer Regierungserklärung kündigte sie am Donnerstag im Bundestag anderenfalls «regulatorische Maßnahmen» an.

Zugleich rief Merkel die Bürger dazu auf, die angebotenen kostenlosen Corona-Tests stärker zu nutzen. Man ermögliche es, dass sich jeder Bürger mindestens einmal in der Woche testen lassen könne. «Ich fordere und bitte alle Bürgerinnen und Bürger, das in dieser augenblicklichen Situation auch zu tun.» Wenn in Schulen und Betrieben nur 30, 40 Prozent der Testmöglichkeiten genutzt würden, dann helfe das nichts. Testen sei die Brücke, bis man die Impfwirkung sehe, fügte Merkel hinzu. «Je mehr wir testen, umso weniger müssen wir einschränken.»

Die Unternehmen will Merkel bei den Tests stärker in die Pflicht nehmen. Es gebe eine Selbstverpflichtung, die Anfang April ende. «Wenn nicht der überwiegende Teil der deutschen Wirtschaft (...) das muss in die Richtung 90 Prozent sein, Tests seinen Mitarbeitern anbietet, dann werden wir mit regulatorischen Maßnahmen in der Arbeitsschutzverordnung dazu vorgehen.» Die Kanzlerin kündigte eine Entscheidung für Mitte April im Bundeskabinett an.

Mit Blick auf Schulen und Kitas sagte Merkel, alle Bundesländer hätten gemeldet, dass ausreichend Tests für die Einrichtungen für März und April bestellt seien. Sie wies darauf hin, dass die Länder selbst für die Organisation verantwortlich seien. «Für 40 000 Schulen und Tausende von Kitas kann der Bund nicht von Berlin aus die Testinfrastruktur vorhalten.» Dafür habe man eine föderale Ordnung.

(dpa)

Gauland lehnt europäischen Weg bei Pandemie-Bekämpfung ab

09:50
25.03.2021
Die AfD im Bundestag hat den europäischen Weg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie strikt abgelehnt. «Die EU ist unfähig, Impfstoff zu beschaffen und das Impfen in den Mitgliedsländern zu organisieren», sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland am Donnerstag in der Debatte zur Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). «Die Lektion der Corona-Krise heißt: Zentralismus ist schwerfällig, unflexibel und wirkt chaotisch. Dezentralisierung ist das Gebot der Stunde.»

Gauland bezog dies auch auf die Impfstoffe. «Es liegt im deutschen Interesse, dass zuerst die Bürger dieses Landes geimpft werden.» Dies habe nichts mit Impfnationalismus zu tun, sondern geschehe «aus derselben Selbstverständlichkeit, mit der jeder zuerst an die Gesundheit seiner Familie denkt».

Gauland stellte die Maßnahmen gegen die Pandemie infrage. «Freunden wir uns langsam mit dem Gedanken an, dass Lockdowns wenig bis nichts bewirken. Intelligente Hygienekonzepte bewirken etwas.» Man könne Großveranstaltungen absagen, aber nicht verhindern, dass Menschen ein soziales Leben führen, sagte der AfD-Politiker.

(dpa)

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