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Corona-Infektionen steigen in Türkei - Kritik an Erdogans Parteitag

19:15
24.03.2021
Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sind in der Türkei wieder stark angestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch rund 30 000 Neuinfektionen an einem Tag - die höchste Zahl seit Ende vergangenen Jahres. Oppositionspolitiker kritisierten unterdessen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der trotz steigender Fallzahlen einen Parteikongress in einer voll besetzten Sporthalle in Ankara abhielt.

Erdogan ließ sich auf dem Parteitag als Vorsitzender seiner Regierungspartei AKP bestätigen. Auf Bildern war zu sehen, dass manche AKP-Anhänger keine Masken trugen, obwohl in der Türkei eine Maskenpflicht gilt.

Der Abgeordnete der größten Oppositionspartei CHP und Mediziner, Murat Emir, schrieb auf Twitter, die Regierung solle sich angesichts der Mitarbeiter im Gesundheitssystem, die gegen die Pandemie kämpften, schämen. Die türkische Regierung war bereits zuvor für die Abhaltung von Großveranstaltungen in der Pandemie kritisiert worden.

Das türkische Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch zudem 146 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Millionenmetropole Istanbul lag vergangene Woche bei rund 251, in der Hauptstadt Ankara bei rund 108.

Die Türkei hatte Anfang März mit einer schrittweisen Lockerung in mehreren Regionen, darunter in Istanbul, begonnen. Etwa durften Restaurants und Cafés in der Metropole wieder öffnen. Ausgangssperren am Abend bestehen nach wie vor landesweit.

Das Land mit rund 84 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Pandemie rund drei Millionen Coronavirus-Infektionen und rund 30 500 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Seit Mitte Januar impft die Türkei mit dem Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac gegen das Coronavirus.

(dpa)

Reisebranche: «Bundesregierung hat Kurs und Kompass verloren»

19:15
24.03.2021
Die Reisebranche hat die Prüfung weiterer Einschränkungen der Reisefreiheit wegen der Corona-Pandemie scharf kritisiert. «Mehr Rückwärtssalto geht nicht. Die Bundesregierung hat Kurs und Kompass verloren», sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig am Mittwoch.

Die Bundesregierung hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie prüfe, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland unterbunden werden können. Hintergrund der Diskussion ist der vorübergehende Buchungsboom für Mallorca nach der Streichung der Lieblingsinsel der Deutschen von der Liste der Corona-Risikogebiete am 14. März. Der Schritt erfolgte, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit ist der Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

Das führte zu einer Explosion der Buchungen bei den großen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, die hunderte zusätzliche Flüge für die Osterferien neu auflegten. Beim Bund-Länder-Treffen am Montag wurde allerdings entschieden, dass künftig für alle Flugpassagiere, die nach Deutschland einreisen, eine Testpflicht eingeführt werden soll.

«Aus dem Zickzackkurs der Bundesregierung wird nun ein Schlingerkurs mit doppeltem Rückwärtssalto», sagte Fiebig. Erst habe das Auswärtige Amt die Balearen aufgrund niedriger Infektionszahlen von der Liste der Risikogebiete genommen. Dann sei eine Testpflicht für alle Flugreisenden aus dem Ausland beschlossen worden. Und nun prüfe die Bundesregierung, «wie sie Reisen an Ostern gänzlich verbieten kann».

(dpa)

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