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Mehr als 75 000 Corona-Tote in Deutschland seit Pandemiebeginn

08:14
24.03.2021
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Deutschland mehr als 75 000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. So wurden bislang 75 212 Corona-Tote ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, wie aus Zahlen von Mittwochmorgen hervorgeht. Zuletzt starben aber deutlich weniger Menschen als noch im Januar. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI im Laufe des Dienstag 248 neue Todesfälle, der Höchstwert war am 14. Januar mit 1244 erreicht worden.

Nachdem im Lockdown die Zahl der Neuinfektionen bis etwa Mitte Februar deutlich gefallen war, gingen mit zeitlicher Verzögerung auch die Todeszahlen zurück. Zuletzt stieg die Zahl der Ansteckungen allerdings wieder kräftig - was Experten auch auf die weite Verbreitung ansteckenderer Varianten zurückführen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 108,1 - und damit zumindest stabil gegenüber dem Vortag. Zwei Wochen zuvor lag der Wert noch bei 65,4.

Die Todeszahlen blieben trotz Anstiegs bei den Fallzahlen zuletzt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Das kann zum einen an der Zeitspanne liegen, die bei schweren Verläufen in der Regel zwischen Infektion und Tod liegt. Zum anderen könnte auch eine Rolle spielen, dass mehr als die Hälfte der Einwohner ab 80 Jahren und fast alle Bewohner von Pflegeheimen mindestens eine Impfdosis erhalten haben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 15 813 neue Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche hatte das RKI 13 435 Fälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 8.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2 690 523 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 445 300 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag 1,12). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Am Sonntag hatte das RKI den Wert noch mit 1,22 angegeben.

(dpa)

Lauterbach hätte sich noch härteren Lockdown gewünscht

08:13
24.03.2021
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die geplante Osterruhe für dringend nötig, hätte sie sich aber noch härter und mit Ausgangssperre gewünscht. «Wir brauchen noch einmal einen Lockdown-Beschluss, den haben wir ja jetzt auch gefasst, ich hoffe, er wirkt ausreichend, ich hätte ihn früher gefasst und auch härter», sagte Lauterbach am Mittwoch im WDR. «Wir brauchen nochmal einen Lockdown, um das Tempo aus dieser B.1.1.7-Mutation rauszuholen. Das haben alle anderen auch nicht anders geschafft. Es gibt keinen dritten Weg.»

Es sei wissenschaftlich belegt, dass gegen eine dritte Welle mit der gefährlichen britischen Mutation nur Lockdowns mit Ausgangssperre funktionierten. «Daher hätte ich das sogar vorübergehend gemacht, bis wir die Tests überall in den Betrieben und in den Schulen verteilt haben und dort dann testen können, dann wäre die Ausgangssperre nicht mehr nötig gewesen.» Dazu hätten aber viele andere Politiker gesagt, dass man das dem Bürger nicht zumuten könne. «Wir gehen aber damit in ein Risiko hinein, dass wir zwar eine Osterruhe beschließen, aber keinen Erfolg haben. Dann verlieren wir mehr Vertrauen. Dem Bürger wird zum Teil nicht zugetraut, dass er härtere Maßnahmen auch bereit ist zu akzeptieren, wenn sie erfolgreich sind.»

Beim Testen komme es darauf an, dass dies systematisch in den Betrieben und Schulen erfolge. «Ich hätte es besser gefunden, wenn wir dies verpflichtend gemacht hätten», sagte Lauterbach, «da gab's aber Widerstände.» Wissenschaftlich habe sich eindeutig gezeigt, dass die Fallzahlen sänken, wenn man einen großen Teil der Bevölkerung, etwa 40 Prozent, zweimal in der Woche teste. «Wenn ich jetzt freiwillig teste, beispielsweise beim Einkaufen, (...), dann ist das auch wichtig, aber es senkt die dritte Welle nicht. Das geht einfach weiter.»

(dpa)

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