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Lindner zu Bund-Länder-Beratung: «erschütternde Konzeptlosigkeit»

08:45
23.03.2021
FDP-Chef Christian Lindner hat das Ergebnis der Corona-Beratungen als «zu scharf» und «zu wenig innovativ» kritisiert. «Es ist eine erschütternde Konzeptlosigkeit, dass das Prinzip "Wir bleiben zu Hause" auch nach mehr als einem Jahr immer noch die zentrale Antwort auf die Pandemie ist», sagte Lindner am Dienstag dem Radiosender WDR 5.

Laut Beschluss von Bund und Ländern soll von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden. Ziel ist demnach, die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag (3. April) soll den Angaben zufolge der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben. Zudem wurde der allgemeine Lockdown bis Mitte April verlängert.

«Es ist ja eine gefährliche Situation und auch eine gefährliche Erkrankung - daran kann kein Zweifel bestehen», betonte Lindner. Er vermisse allerdings, dass die Politik ausgewogen zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken abwäge. Lindner nannte unter anderem die Stadt Tübingen als Beispiel für «sehr kreative Konzepte».

Im Rahmen eines Modellprojekts zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten können dort seit gut einer Woche an mehreren Stationen kostenlose Tests gemacht werden. Mit der Bescheinigung über ein negatives Ergebnis kann man beispielsweise in Läden oder zum Friseur gehen. Organisatorisch funktioniere das Modell bisher, sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) am Montag. Um die Auswirkung auf die Infektionszahlen einzuschätzen, sei es aber noch zu früh.

(dpa)

Zweifel an veröffentlichten Daten von neuer Astrazeneca-Studie

08:44
23.03.2021
Die US-Gesundheitsbehörde NIAID hat Zweifel an der Aussagekraft von Daten einer neuen Untersuchung des Pharmakonzerns Astrazeneca zu dessen Impfstoff geäußert. Dabei geht es um Ergebnisse einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32 500 Probanden, die laut Hersteller eine hohe Wirksamkeit des Vakzins zeigen. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.

«Der DSMB hat sich besorgt gezeigt, dass Astrazeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie aufgenommen hat, die eine unvollständige Ansicht der Wirksamkeitsdaten geliefert haben könnten», teilte das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf den Datenüberwachungsausschuss Data and Safety Monitoring Board (DSMB) mit. Das Unternehmen müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden.

Astrazeneca hatte am Montag mitgeteilt, dass eine Phase-III-Studie mit etwa 32 500 Probanden in den USA, Chile und Peru die hohe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs bestätigt habe. So schütze das Vakzin mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Covid-19, bei über 65-Jährigen betrage dieser Wert 80 Prozent. Das bedeutet, dass unter den älteren Probanden einer geimpften Gruppe 80 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe liege sogar bei 100 Prozent. Auch zuvor hatten Studien dem Impfstoff unabhängig voneinander eine hohe Effektivität bescheinigt.

Das britisch-schwedische Unternehmen hat den Impfstoff namens AZD1222 zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Großbritannien in großem Stil eingesetzt.

Deutschland und mehrere andere Staaten hatten die Impfung mit dem Astrazeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird das Vakzin wieder eingesetzt.

(dpa)

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