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20210320091322

Atteste für Corona-Gegner - Ärztekammer prüft Beschwerden

09:11
20.03.2021
Im Südwesten hat es in der Corona-Pandemie bislang mehr als 300 Beschwerden bei den Ärztekammern gegen Mediziner gegeben. Bei den vier Bezirksärztekammern sind bis einschließlich Februar 2021 rund 340 Rügen zu den unterschiedlichsten Aspekten eingegangen, wie ein Sprecher in Stuttgart mitteilte. So geht es um Fälle, bei denen Ärzte etwa falsche Atteste ausgestellt hatten, um Gegner der Corona-Maßnahmen von der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu befreien oder auch um Corona-Leugner in der Ärzteschaft. Im Südwesten gibt es mehr als 70 000 Ärztinnen und Ärzte.

Solange sich die Betroffenen als Privatperson äußern, sind ihre Aussagen im Rahmen der für alle Bürger geltenden Meinungsfreiheit zulässig. Wenn sie sich aber mit dem Hinweis auf ihre berufliche Stellung und Expertise äußern, haben sie die Vorschriften der ärztlichen Berufsordnung einzuhalten. Jeder Fall muss einzeln bewertet werden. Es kommt auch vor, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird.

Im Februar wurden bei den Kammern 37 Beschwerden eingereicht. Fünf davon seien von den Kammeranwälten an die Staatsanwaltschaft weitergegeben worden, teilte der Sprecher der Landesärztekammer mit.

(dpa/lsw)

Corona-Quarantäneregeln belasten Spargel- und Erdbeeranbauer

09:10
20.03.2021
Schon im vergangenen Jahr haben die Spargelanbauer wegen coronabedingter Personalengpässe deutlich weniger von dem Stangengemüse geerntet. Strenge Quarantäneregeln könnten die Lage in diesem Jahr noch verschärfen und die osteuropäischen Erntehelfer ganz verschrecken, warnt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). «Die strengen Regelungen für Menschen aus Virusvariantengebieten müssen abgemildert werden», sagt Verbands-Geschäftsführer, Simon Schumacher, in Bruchsal.

Bislang müssen Arbeiter aus Regionen mit einer vorherrschenden Virusvariante - wie Tschechien und die Slowakei - auch bei Vorlage eines negativen Testergebnisses erst 14-Tage in ihrem Zimmer auf dem Hof in Quarantäne gehen - aus Sicht von Schumacher unzumutbar. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass Polen und Rumänien - die Hauptherkunftsländer der Erntehelfer - zu solchen Virusvarianten-Gebieten erklärt würden. Folge: Die Arbeiter werden wahrscheinlich gar nicht erst einreisen. Schumacher: «Das hängt wie ein Damoklesschwert über uns.»

Der Rückgang der bundesweiten Spargelernte um 19 Prozent im vergangenem Jahr ist laut Statistischem Bundesamt wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass wegen der Pandemie in einigen Regionen ausländische Erntehelfer fehlten.

(dpa/lsw)

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