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Entwurf: Bis Ende April immer mehr Corona-Impfungen in Arztpraxen

12:59
19.03.2021
Ab der Woche nach Ostern sollen nach den Plänen des Bundeskanzleramts immer mehr Corona-Schutzimpfungen in Hausarztpraxen möglich sein. Für die Woche ab dem 5. April sind demnach aber zunächst nur rund eine Million Impfdosen für die Arztpraxen vorgesehen, für die letzte Aprilwoche werden mehr als 3,1 Millionen angestrebt. Dies geht aus einem Entwurfpapier des Kanzleramts für den Impfgipfel von Bund und Ländern an diesem Freitag hervor. Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren Quellen vorlag, hatte den Stand 11.00 Uhr.

«Aufgrund der zunächst noch sehr geringen Liefermengen pro Woche in der Größenordnung von 20 Impfdosen pro Praxis für ca. 50.000 Hausarztpraxen (1 Mio. Dosen insgesamt) wird zunächst etwa eine Impfsprechstunde pro Woche ermöglicht», heißt es weiter im Papier. Daher erscheine es sinnvoll, dass zunächst die jeweiligen Ärztinnen und Ärzte die besonders vulnerablen Patientinnen und Patienten hierzu gezielt einladen.

Die bestehenden Impfzentren der Länder sollen den Plänen zufolge im April weiter vorrangig mit verfügbarem Impfstoff beliefert werden - mit 2,25 Millionen Dosen pro Woche. Im April stünden damit in Summe rund 15,4 Millionen Impfdosen in Deutschland zur Verfügung, davon gingen den Plänen zufolge circa 6,4 Millionen an die Arztpraxen.

Ab 15.00 Uhr wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten in einer Telefonschalte das Vorgehen beraten. Die Konferenz hatte ursprünglich am Mittwoch stattfinden sollen, war dann aber wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung von Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca auf Freitag verschoben worden. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben den Übergang zu breit angelegten Impfungen in Praxen bisher spätestens für die Woche vom 19. April angepeilt.

Offen ist dem Entwurf zufolge noch, ob einzelne Bundesländer gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium bis Montag (22. März) erklären können, ob sie «im April noch nicht an der routinemäßigen Impfung in den Arztpraxen teilnehmen wollen», wie es heißt. Allerdings steht der Punkt noch in eckigen Klammern, das bedeutete, dass es hier noch erheblichen Diskussionsbedarf geben dürfte. Die Apotheken dieser Bundesländer würden aber in dem Fall im April noch nicht vom pharmazeutischen Großhandel mit Impfstoffen für die Arztpraxen beliefert werden.

(dpa)

Spahn warnt vor dritter Corona-Welle mit mehr Schwerkranken

12:58
19.03.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich angesichts der täglich steigenden Corona-Zahlen in Deutschland für eine harte Gangart bei den Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Die dritte Corona-Welle könnte nicht durch Impfungen gestoppt werden, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Der Gesundheitsminister mahnte: «Alle Szenarien, die wir sehen, laufen im Moment darauf hinaus, dass sich die Intensivstationen wieder sehr stark füllen.»

Spahn sagte: «Wir befinden uns in der dritten Welle der Pandemie, die Zahlen steigen, der Anteil der Mutationen ist groß.» Zur ehrlichen Lageanalyse gehöre: «Es gibt in Europa noch nicht genügend Impfstoff, um die dritte Welle allein durch Impfen zu stoppen.» Spahn erläuterte: «Selbst wenn die Lieferungen aus EU-Bestellungen nun zuverlässig kommen, wird es noch einige Wochen dauern, bis die Risikogruppen vollständig geimpft sind.» Erst dann könne es breitere Öffnungen in der Gesellschaft geben. «Wir werden also noch einen langen Atem brauchen.»

An diesem Montag wollen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die weiteren Schritte bei den Beschränkungen beraten. Auf die Frage, ob dabei auch die Notbremse eine Rolle spiele, bei der Regionen ab 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern und 7 Tagen in den Lockdown zurückehren sollen, sagte Spahn: «Aus meiner Sicht - mindestens.» Die steigenden Infektionszahlen könnten bedeuten, dass es vielleicht keine weiteren Öffnungsschritte geben könne, sondern «sogar Schritte rückwärts» nötig würden.

(dpa)

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