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Kretschmann will sich mit Astrazeneca impfen lassen

15:48
18.03.2021
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) lässt sich am Freitag gegen das Coronavirus impfen. Er erhält seine Spritze im Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle, wie das Staatsministerium am Donnerstag mitteilte. Anschließend will er ein Pressestatement abgeben. Mit seinen 72 Jahren ist Kretschmann impfberechtigt.

Man habe den Termin bereits vergangene Woche vereinbart, sagte ein Sprecher aus dem Staatsministerium. Die Regierung will den Impftermin des Regierungschefs auch als Werbung für den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nutzen, falls dies möglich ist. Wenn Astrazeneca zugelassen sei, werde sich Kretschmann damit auch impfen lassen, sagte sein Sprecher der dpa. Falls nicht, werde Kretschmann den Impfstoff erhalten, der vorrätig sei.

Derzeit sind Impfungen mit Astrazeneca wegen ungeklärter Fragen zu Nebenwirkungen ausgesetzt. An diesem Donnerstag wollte die Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) bekannt geben, ob sie weiter an dem Präparat festhält. Die EMA-Experten stellten das Vakzin auf den Prüfstand, nachdem Deutschland und andere Länder die Impfungen damit wegen mehrerer Thrombosefälle ausgesetzt hatten. In Deutschland gibt es inzwischen 13 gemeldete Fälle solcher Blutgerinnsel in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte.

Kretschmann hatte bereits vor kurzem bereits betont, dass er sich mit Astrazeneca impfen lassen würde. «Na klar, lasse ich mich damit impfen, weil ich glaube, wenn ich Covid bekomme, sind die Nebenwirkungen weit gravierender als ich die bei der Impfung überhaupt bekommen kann», hatte er in der ZDF-Sendung «Markus Lanz» gesagt.

Nebenwirkungen wie Erkältungssysmptome kämen dem 72-Jährigen allerdings wohl nicht gerade gelegen in den nächsten Tagen. Denn neben Bund-Länder-Schalten zum Management der Coronakrise muss Kretschmann eine Regierung bilden. Weitere Sondierungsgespräche mit CDU, FDP und SPD stehen die kommenden Tage an.

(dpa/lsw)

Studie: Schlechtere mentale Gesundheit von Kindern im ersten Lockdown

15:46
18.03.2021
Kinder und Jugendliche waren einer Studie zufolge im Corona-Lockdown vor einem Jahr psychisch schlechter drauf als sonst. Nach der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Karlsruher Instituts für Technologie und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe hatte die Pandemie einen deutlich negativen Einfluss auf deren mentale Gesundheit. Wer vorher aber schon besser drauf war als andere, fühlte sich demnach auch im Lockdown besser und war aktiver. Der Zusammenhang von mentaler Gesundheit und Aktivität wurde vor allem bei Kindern zwischen vier und zehn Jahren festgestellt. Dass der Effekt bei den 10- bis 17-Jährigen nicht mehr sichtbar war, könnte den Forschern zufolge möglicherweise an Stress wegen Homeschooling liegen.

Nach einem Punktesystem, mit dem die Forscher arbeiten, liegt der durchschnittliche Wert für das mentale Wohlbefinden bei Kindern und Jugendlichen bei 50 Punkten. «Schon vor der Pandemie hatte Jungen und Mädchen im Vergleich zum europäischen Durchschnitt mit 44 und 45 Punkten hier eher schlechte Werte», so Kathrin Wunsch vom KIT-Institut für Sport und Sportwissenschaften. Im Lockdown verschlechterte sich das. «Aktuell liegen die Werte zur mentalen Gesundheit bei 40 Punkten bei Jungen und bei 41 Punkten bei Mädchen.» Das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen müsse mehr beachtet werden, forderten die Wissenschaftler.

Die Forscher stützten sich auf Daten einer zu einem Teil bereits im Dezember veröffentlichen Studie. Daran hatten mehr als 1700 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren teilgenommen. Damals berichteten die Forscher: Kinder und Jugendliche hätten sich im ersten Lockdown im Schnitt rund 36 Minuten länger pro Tag in ihrem Alltag bewegt - aber auch eine Stunde mehr am Bildschirm verbracht.

(dpa)

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