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Rotes Kreuz will Lehrer für Corona-Selbsttests in Klassen schulen

10:03
18.03.2021
Lehrkräfte sollten nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes geschult werden, um ihre Schüler und Schülerinnen bei regelmäßigen Corona-Selbsttests anleiten zu können. «Wir planen gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen, Ärzten, Apotheken und den zuständigen Ministerien ein großes Projekt», kündigte DRK-Landesgeschäftsführer Marc Groß in den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag) an. «Die Handhabung der Tests ist nicht mehr so schwierig, das kann man hinbekommen», sagte er.

Ziel der Fortbildung ab April sei die Hilfe zur Selbsthilfe. «Wir wollen versuchen, Lehrer im betreuten Testen auszubilden. Deshalb sollen sich Schüler in ihrem direkten Klassenumfeld mindestens einmal pro Woche selbst testen können – unter Aufsicht des Lehrers», sagte Groß. «Dann weiß man, dass die Tests auch gemacht werden.» Geplant seien die Unterstützung vor Ort und Online-Schulungen. «Dabei wird es auch darum gehen, wie man Ängste und Vorurteile bei den Kindern abbaut. Wir wollen zudem den Lehrern psychischen Druck nehmen», sagte Groß. Außerdem gehe es darum, Unsicherheiten zu vermeiden, etwa bei der Frage, was im Falle von positiven Ergebnissen passieren muss.

Sorgen um fehlende Testsets macht sich der DRK-Geschäftsführer nicht: «Es gibt auf jeden Fall genügend Tests, um loszulegen.» Das Thema müsse aber größer ausgerollt werden, denn so viele Teststationen könne man nicht aufbauen. «Nur wenn alle Testmöglichkeiten ineinandergreifen, kann diese Strategie erfolgreich sein.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht die Aktion eher distanziert: Es gebe zwar Kritik aus Kitas und Schulen daran, dass die Landesregierung Öffnungen anordne, ohne eine verlässliche Teststrategie mit mindestens zwei Tests pro Woche zu garantieren. Es könne aber nicht Aufgabe der Schulleitungen und Lehrkräfte sein, das zu organisieren, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Donnerstag in Freiburg.

Schnelltests-Schulungen seien auf freiwilliger Basis möglich. Es gebe auch bereits Beispiele aus Schulen, an denen diese Konzepte funktionierten. Allerdings weist die GEW auf die rechtliche Situation hin: «Eine Lehrerin geht schon ein rechtliches Risiko ein, wenn sie bei einem Schüler eine Wunde mit einem Pflaster versorgt. Deshalb brauchen wir vor allem bei jüngeren Kindern Test-Teams, die in die Kitas und Schulen kommen», sagte Stein.

(dpa/lsw)

Japan kündigt Ende des Corona-Notstands für Olympia-Stadt Tokio an

10:03
18.03.2021
Japans Regierung wird den Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio trotz Sorgen vor einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen wie geplant am Sonntag aufheben. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga entschied am Donnerstag, dass eine Verlängerung des im Januar verhängten Notstands nicht nötig sei, da die Infektionszahlen gesunken seien und die medizinische Versorgung im Großraum der Millionenstadt nicht mehr so belastet sei.

Einige Experten warnen jedoch davor, dass es Tokio zwar gelungen sei, die Neuinfektionsrate zu senken, der Rückgang sich jedoch abgeflacht habe und wieder ansteigen könnte. In Tokio steht die Kirschblütenzeit an, in der sich Japaner traditionell zum «Hanami», der Blütenschau, mit viel Essen und Alkohol unter den blühenden Bäumen versammeln.

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. In der kommenden Woche beginnt der Fackellauf für die Spiele. Diese waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. Japan ist deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Dennoch hatte sich Tokios Gouverneurin Yoriko Koike besorgt gezeigt, dass ein Ende des Notstands zu einem neuerlichen Anstieg der Coronafälle führen könnte. Tatsächlich stieg die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt zum ersten Mal seit einem Monat auf über 400. Am Mittwoch waren es 409 Fälle. Die Opposition kritisierte die Entscheidung der Regierung als verfrüht.

Regierungschef Suga, der wegen seiner Corona-Politik stark in der Kritik steht, will jedoch die schwer gebeutelte Wirtschaft wieder ankurbeln. Er sagte jedoch zugleich am Donnerstag im Parlament, dass es «extrem wichtig» sei, dass die Bürger weiter achtsam seien. Er gab die Entscheidung zur Aufhebung des Notstands für Tokio und drei Nachbar-Präfekturen bekannt, nachdem ein Experten-Gremium vorher zugestimmt hatte.

Ein Lockdown bedeutet der Notstand nicht: Restaurants und Bars sollen ab 19.00 Uhr keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Die Bürger sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20.00 Uhr auszugehen. Firmen sollen Heimarbeit ermöglichen. Zu größeren Veranstaltungen in Kultur und Sport sind höchstens 5000 Zuschauer zugelassen.

Wegen der Corona-Pandemie halten sich die Zweifel an einer Austragung der Sommerspiele. In Japan sprach sich zuletzt in Umfragen eine klare Mehrheit für eine erneute Verlegung oder eine Absage der Spiele aus.

(dpa)

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