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Spitzenberatungen zum Impfen möglicherweise am Freitag

16:43
16.03.2021
Bund und Länder wollen möglicherweise an diesem Freitag zu Beratungen über die weitere Impfstrategie in Deutschland zusammenkommen. Dann soll die Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zur Sicherheit des Impfstoffs von Astrazeneca vorliegen, dessen Verabreichung in Deutschland seit Montag gestoppt ist. «Die Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder soll zeitnah nach der EMA-Entscheidung nachgeholt werden, möglicherweise schon am Freitag», sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Ursprünglich waren die Beratungen der Spitzen von Bund und Ländern zur weiteren Impfkampagne in Deutschland für diesen Mittwoch angesetzt; sie wurden abgesagt, nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorübergehend als Vorsichtsmaßnahme gestoppt hatte. Die EMA will ihr Votum zu dem Impfstoff am Donnerstag abgeben, wie sie in Amsterdam mitteilte. Die Bundesregierung will über den neuen Termin der Bund-Länder-Schalte rechtzeitig informieren, wie der Sprecher weiter sagte.

Der Grund für den Stopp war, dass in Deutschland sechs Fälle von Hirnvenen-Thrombosen nach einer Gabe des Präparats sowie ein vergleichbarer Fall aufgetreten waren, drei davon tödlich. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt, ist unklar. Expertinnen und Experten am zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hätten einen Zusammenhang aber als nicht unplausibel eingestuft, wie das Institut mitteilte. Die EMA sieht zunächst die Vorteile des Impfstoffs zur Verhinderung von Covid-19 weiter als größer an als das Risiko, wie EMA-Chefin Emer Cooke mitteilte.

(dpa)

Die Angst vor den Malle-Urlaubern - und ihren Mitbringseln

16:40
16.03.2021
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat vor einer kurzfristigen Reisewelle auf die Lieblingsinsel der Deutschen gewarnt. «So sehr wir uns alle eine Rückkehr zur Normalität wünschen: Wir sind alle gut beraten, unsere Reise-Euphorie zu bremsen. Es ist wirklich niemandem geholfen, wenn der Mallorca-Tourismus jetzt wieder voll hochfährt», sagte er am Dienstag. Angesichts der Infektionslage und der wieder steigenden Zahlen habe er keinerlei Verständnis für einen Buchungs-Boom nach Mallorca. Ein zweites Ischgl dürfe es nicht geben.

Am Freitag hatte die Bundesregierung entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen. Damit ist seit Sonntag Urlaub dort wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

Strobl hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) darum gebeten, das Thema in der Ministerpräsidentenkonferenz anzusprechen und mögliche angebrachte Maßnahmen zu diskutieren. Die baden-württembergische Landesregierung will Mallorca-Rückkehrer zunächst nicht zum Corona-Test an Flughäfen verpflichten. Solche Pläne gebe es derzeit nicht, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Dienstag mit.

Zuvor hatte bereits Niedersachsens Regierung eine Wiedereinführung der Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer erwägt. Das Land hofft dabei auf eine bundeseinheitliche Regelung. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sich am Dienstag für eine bundesweite verbindliche Testpflicht für Rückkehrer von der spanischen Ferieninsel aus.

(dpa/lsw)

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