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20210315184631

EU-Arzneibehörde prüft Astrazeneca-Fälle - Entscheidung am Donnerstag

18:46
15.03.2021
Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bisher keinen Zusammenhang zwischen Thrombose-Fällen und dem Astrazeneca-Impfstoff festgestellt. Die Prüfung der Fälle werde aber fortgesetzt, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Die Sicherheitsexperten wollten am Donnerstag über mögliche weitere Schritte entscheiden. Mehrere Länder darunter auch Deutschland hatten die Astrazeneca-Impfungen ausgesetzt, bis der Verdacht von möglichen Nebenwirkungen geklärt ist.

Die EMA hält weiter daran fest, dass die Impfungen fortgesetzt werden könnten. Die Vorteile durch den Schutz vieler Menschen vor einer schweren Covid-19-Erkrankung seien höher einzuschätzen als die Risiken möglicher Nebenwirkungen.

In einigen Ländern waren Fälle von Thrombosen nach einer Impfung aufgetreten. Bei einigen Personen war nach Angaben der EMA gleichzeitig eine ungewöhnlich geringe Zahl von Blutplättchen festgestellt worden. «Viele tausende Menschen in der EU entwickeln aus unterschiedlichen Gründen jedes Jahr Blutgerinnsel», teilte die EMA mit. Die Zahl der Fälle bei den geimpften Personen erscheine nicht höher als die bei der allgemeinen Bevölkerung.

Die EMA werde aber weiterhin alle Daten eingehend prüfen, gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden. Die Sicherheitsexperten der EMA sollten am Dienstag beraten. Für Donnerstag sei eine Sondersitzung des Sicherheitsausschusses anberaumt worden.

(dpa)

Schon sechs Kreise ziehen Notbremse wegen steigender Infektionen

18:44
15.03.2021
In mindestens sechs Stadt- und Landkreisen im Südwesten sind aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen wieder strengere Regeln verkündet oder schon erlassen worden. Der Kreis Göppingen nahm erste Lockerungen zurück, die Kreise Rastatt, Emmendingen, der Alb-Donau-Kreis, der Hohenlohekreis und die Stadt Mannheim kündigten strengere Regeln an. Dort sollen sie in den nächsten Tagen in Kraft treten.

Der Kreis Sigmaringen entschied sich am Montagnachmittag gegen entsprechende Maßnahmen und teilte mit: «Grund ist ein abgrenzbares Ausbruchsgeschehen in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, das einen wesentlichen Beitrag am Infektionsgeschehen leistet.»

Bund und Länder hatten sich zuletzt auf eine sogenannte Notbremse bei steigenden Infektionszahlen geeinigt. In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 an drei Tagen in Folge fallen demzufolge die bis dahin ermöglichten Erleichterungen wieder weg.

Im Landkreis Freudenstadt liegt die Inzidenz zwar seit vier aufeinanderfolgenden Tagen über 100, das Landratsamt hat aber einen Weg gefunden, zunächst auf die Notbremse zu verzichten. «Wir haben die Option genutzt und aus unseren Inzidenzen einen großen Cluster-Fall herausgerechnet», sagte eine Sprecherin am Montag. Die höheren Infektionszahlen seien vor allem auf ein Ausbruchsgeschehen in einem Kindergarten in Horb am Neckar zurückzuführen. Fast jede zweite in den letzten sieben Tagen registrierte Neuinfektion sei dadurch entstanden. Am Montag (Stand 16.00 Uhr) gab das Landesgesundheitsamt die Inzidenz für den Landkreis mit 114,2 an.

Landesweit wiesen am Montag elf Stadt- und Landkreise mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche auf. Neben den Kreisen, die Maßnahmen verkündet oder abgelehnt haben, auch die Kreise Esslingen und Tuttlingen sowie die Stadt Karlsruhe. Dort wurde die Schwelle von 100 allerdings noch nicht an drei Tagen in Folge überschritten. In Karlsruhe lag sie Montag schon wieder darunter.

Die drittgrößte Stadt im Land will am Dienstag mit dem gleichnamigen Landkreis über das weitere Vorgehen entscheiden. Ziel sei ein gemeinsamer Weg, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD), da der Landkreis die Stadt quasi umfasst und viele Pendler täglich die Grenzen überschreiten. Da seien unterschiedliche Regeln wenig hilfreich. Frühestens sollten Maßnahmen ab Donnerstag gelten.

Im Kreis Schwäbisch Hall mit der landesweit höchsten Inzidenz von zuletzt mehr als 200 stellte sich die Frage nach der Rücknahme von Lockerungen aufgrund des starken Infektionsgeschehens bislang nicht.

Wegen steigender Infektionszahlen - aber auf deutlich niedrigerem Niveau - müssen auch andere Regionen Lockerungen zurücknehmen. So teilte die Stadt Heilbronn mit, ab Mittwoch würden zum Beispiel wieder Einschränkungen für den Einzelhandel gelten, weil die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liege. Und weil der Wert im Landkreis Tübingen an drei Tagen in Folge über 35 lag, werden dort Lockerungen im Bereich der privaten Kontakte ab diesem Dienstag zurückgenommen.

(dpa/lsw)

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