Letztes Update:
20210314110735

Städte- und Gemeindebund warnt vor Scheitern der Corona-Lockerungen

10:25
14.03.2021
Vor dem Hintergrund von stetig ansteigenden Corona-Zahlen warnt der Städte- und Gemeindebund vor dem Scheitern der Öffnungsstrategie. «Wenn wir nicht mehr Mut beweisen und Dinge schnell und praxisorientiert lösen, gefährden wir die Öffnungsperspektiven», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online: Sonntag, Print: Montag). Es müsse alles dafür getan werden, schnellstmöglich so viele Menschen wie möglich zu impfen. «Aus der Krise kommen wir nicht mit Diskussionen, was warum nicht geht, sondern nur mit schnellen, lösungsorientierten Ansätzen. Nach einem Jahr Pandemie sollten wir diese Erkenntnis nun endlich beherzigen.»

In Richtung Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte Landsberg, Hausarztpraxen so rasch wie möglich in die Impfungen einzubeziehen. «Nur dann können wir schnell und unbürokratisch einen deutlichen Impffortschritt erzielen.»

Zudem müssten die anstehenden Öffnungsschritte von einer umfassenden Teststrategie begleitet werden. Dazu gehört laut Landsberg neben ausreichend Selbsttests für Schulen und Kitas auch eine intelligente Kontaktnachverfolgung. Hierbei könnten Apps, wie die Corona-Warn-App des Bundes oder die Kontaktverfolgungs-App Luca, hilfreich sein. Jedoch sagte Landsberg: «Wir brauchen keinen Wildwuchs mit einem Dutzend unterschiedlicher Apps, sondern eine durchgehend digitale Struktur.»

(dpa)

«Kampf um jeden Atemzug» - Doku zeigt Covid-19-Behandlung an Charité

09:14
14.03.2021
Eigentlich sind solche Abteilungen streng abgeschottet, zum Schutz vor dem Virus: Jetzt ist auf einer Covid-19-Intensivstation der Charité eine Doku entstanden.

Maschinen, Schläuche und Handgriffe, die sitzen müssen: Eine TV-Dokumentation zeigt den harten Kampf um das Leben von schwer erkrankten Covid-19-Patienten an der Berliner Charité. Sie wird am Montagabend im Ersten gezeigt (22.50 Uhr). Es sind Einblicke in den Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten, von Intensivpflegepersonal und anderen beteiligten Berufsgruppen - und in die Schicksale hinter den nüchternen Corona-Statistiken.

Gefilmt wurde die Doku des Regisseurs Carl Gierstorfer über mehrere Monate auf der Covid-Station 43 des berühmten, europaweit größten Uniklinikums. Diese Station war schon vor der Pandemie auf die Behandlung von Menschen mit schweren Lungenversagen spezialisiert. Nun liegen dort Menschen mit schwersten Covid-19-Verläufen.

Was die Pandemie mit den Menschen macht, die an vorderster Front dagegen kämpfen, zeigt die Doku eindrücklich: Abgekämpft wirken sie teilweise, gefrustet, blass und müde, ständig konfrontiert mit dem Tod. «Weihnachten war schrecklich», erzählt eine Ärztin. Viele Patienten seien gestorben. Eine Intensivpflegerin spricht von der schlimmsten Zeit in ihrem Arbeitsleben und einer Hilflosigkeit angesichts des Todes vieler junger Menschen: «Wir konnten da nix machen. Nix.»

Manche Bilder in «Die Story im Ersten: Auf der Covid-Intensivstation der Charité - Kampf um jeden Atemzug» dürften nichts für Zartbesaitete sein. Etwa von regungslosen Patienten in Bauchlagerung, von einer Reanimation und einem Patienten, der an eine künstliche Lunge angeschlossen wird. Solche Maschinen reichern das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an (in Fachsprache: Ecmo). Sie gelten als «Hoffnungsmaschinen», wie es in dem Film ausgedrückt wird.

Berührend sind zwischen all der High-Tech-Medizin die Szenen, in denen die Pflegekräfte - von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung gehüllt - den im Koma liegenden Patienten gut zureden. Oder den Angehörigen telefonisch die Nachricht überbringen, dass es trotz aller Bemühungen absehbar zu Ende geht. Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer: Eine Patientin wird schließlich in die Reha entlassen. 

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen