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Merkel und Länderchefs wollen am 17. März über Impffragen reden

11:31
12.03.2021
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 17. März in einer Telefonschalte über den Start der Corona-Impfungen in den Arztpraxen beraten. Ziel der Kanzlerin sei es, «schnellstmöglich in einer Kombination von Impfzentren und Hausärzten den Impfstoff an die Bürger zu bringen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Beratungen sollten um 19.00 Uhr beginnen.

Es müsse beraten werden, wie das mit einem Maximum an Schnelligkeit und Flexibilität zu erreichen sei und wie ein Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne ab Anfang oder Mitte April zu organisieren sei, sagte Seibert. Die Gesundheitsminister hatten sich am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) oder früher als Starttermin für die routinemäßigen Impfungen in Arztpraxen geeinigt - sollten dies die Liefermengen zulassen. Am 22. März will sich Merkel wie geplant mit der Ministerpräsidentenrunde über das weitere Vorgehen im Corona-Lockdown abstimmen.

Eine vom Kabinett eingesetzte Taskforce der Bundesregierung soll nach Angaben Seiberts befristet bis Dezember die Produktion und Lieferung von Impfstoff begleiten. Für die Bewältigung der Pandemie sei es entscheidend, dass bestellte und zugesagte Impfstoffmengen nach Plan geliefert würden. Es gehe darum, in Zusammenarbeit mit den Herstellern vorbeugend vermeidbare Störungen in der Produktion zu verhindern oder früh zu erkennen, um gegenzusteuern. Dabei gehe es um die Kette von der Rohstoffbeschaffung über die Abfüllung bis hin zur Lieferung von Nebenprodukten und Impfzubehör. Die Arbeitsgruppe werde beim Wirtschaftsministerium eingesetzt, mitarbeiten sollten das Gesundheits- und das Finanzministerium sowie das Kanzleramt.

(dpa)

Impfstoff für Olympia-Starter: Japan lehnt Chinas Angebot ab

11:27
12.03.2021
Japan wird das Impfangebot Chinas für die Olympischen und Paralympischen Spiele in diesem Sommer in Tokio und 2022 in Peking nicht in Anspruch nehmen. Wie Japans Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa am Freitag sagte, sei Japan vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) deswegen nicht konsultiert worden und japanische Athleten würden den Impfstoff, der in Japan wie auch in der EU nicht zugelassen ist, nicht nehmen.

Das Nationale Olympische Komitee von China will Impfstoffdosen für die Teilnehmer der beiden Großveranstaltungen bereitstellen, wie IOC-Präsident Thomas Bach am Donnerstag gesagt hatte.

«Wir haben umfassende Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten für die Spiele in Tokio getroffen, um eine Teilnahme ohne Impfungen zu ermöglichen», sagte Marukawa. «An unserem Prinzip, Impfungen nicht zur Voraussetzung zu machen, ändert sich nichts.»

(dpa)

Späte Lieferung von Johnson & Johnson wegen Zweifel an US-Linie

11:22
12.03.2021
Hintergrund des späten Lieferstarts für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Europa sind neue Zweifel, dass die USA die Ausfuhr dort abgefüllter Impfstoffe gestatten. Deshalb habe das Unternehmen nach eigenen Angaben die Lieferkette umgestellt, um die USA zu umgehen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus EU-Kreisen. Die Abfüllung solle nun an einem anderen Ort stattfinden, und die Änderung brauche etwas Zeit.

Der Impfstoff des US-Herstellers war am Donnerstag in der EU zugelassen worden und die EU hat 200 Millionen Dosen davon bestellt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte aber anschließend in der ARD: «Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.»

Ursprünglich sollte die Abfüllung - das sogenannte Fill and Finish - des in den Niederlanden entwickelten und teils in der EU produzierten Impfstoffs in den USA stattfinden, auch für Lieferungen an Europa. Lange hieß es, es gebe Zusicherungen aus Washington, dass die für die EU bestimmten Mengen wieder zurückkämen.

Nun bestehe neue Unsicherheit über die amerikanische Linie, bestätigten mehrere Quellen in Brüssel. Dass Johnson & Johnson für die europäischen Lieferungen die Produktionswege umgestellt habe, sei deshalb beruhigend, sagte ein EU-Vertreter.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe verhängt, den sein Nachfolger Joe Biden nicht aufgehoben hat. Biden hat lediglich angekündigt: «Falls wir einen Überschuss haben, dann teilen wir ihn mit dem Rest der Welt.» Zunächst will Biden aber in den USA Tempo: Ab 1. Mai sollen alle Erwachsene ein Impfangebot bekommen.

Spahn hatte in der ARD Kritik an den USA anklingen lassen. Der Gesundheitsminister sagte, man habe es auch bei Medikamenten und Tests in den letzten zwölf Monaten immer wieder erleben müssen, dass «bestimmte Produkte die USA nicht verlassen haben». «Dies finde ich problematisch, auch im Miteinander in der transatlantischen Partnerschaft.» Dies müsse man nun mit den Partnern besprechen.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson gilt als etwas besonderes, weil er als einziger mit nur einer Dosis den vollen Schutz bieten soll. Zudem kann er in einfachen Kühlschränken aufgehoben werden. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte ihn am Donnerstag als sicher und wirksam bewertet.

(dpa)

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