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Spahn: Impfstoff-Liefermengen im April teils noch nicht klar

10:58
12.03.2021
Bei den für April zu erwartenden Liefermengen für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch Unsicherheiten. «Wir wissen noch nicht abschließend alle Lieferdaten für den nächsten Monat von allen Herstellern», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Bei Biontech/Pfizer hätten sich die Planungen gut eingespielt, von deren Impfstoff seien im April gut neun Millionen Dosen zu erwarten. Für die anderen beiden zugelassenen Impfstoffe von Astrazeneca und Moderna seien Planungen und Produktionsprozesse vorerst noch volatiler.

Spahn erläuterte mit Blick auf das ganze zweite Quartal, dass von insgesamt 60 Millionen erwarteten Dosen 40 Millionen auf Biontech entfallen. Dies ermögliche eine Verlässlichkeit. Bei dem am Donnerstag zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson seien erste Lieferungen frühestens Mitte/Ende April zu erwarten. Spahn begrüßte es, dass die EU-Kommission mit dem US-Hersteller über eine zügige Produktion spreche. Er verwies darauf, dass die EU bereits im Oktober mit 300 Millionen Euro für den Aufbau von Kapazitäten in Vorleistung gegangen sei. Die Bundesregierung wolle ergänzend bei kurzfristigen Lösungen möglicherweise auch in Deutschland mithelfen.

(dpa)

Spahn kritisiert Aussetzung von Impfungen mit Astrazeneca

10:29
12.03.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Aussetzung von Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in einigen Ländern kritisiert. Der CDU-Politiker verwies am Freitag in Berlin auf die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Diese habe nach Beratung der Experten erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Das für Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut komme zu derselben Einschätzung. «Ich bedaure es, dass auf dieser Grundlage - Wissensstand jetzt Freitagvormittag - einige Länder in der Europäischen Union das Impfen mit Astrazeneca ausgesetzt haben.»

«Mit dem was wir bisher wissen, ist der Nutzen (…) bei weitem höher als das Risiko», fügte er hinzu. Es gebe nach derzeitigem Stand und nach Angaben der zuständigen Behörden auch in den Ländern, die die Impfung ausgesetzt hätten, keinen Hinweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und Erkrankungen. Der Präsident des Robert Koch-Insituts, Lothar Wieler, sagte, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis, dass diese Geschehnisse statistisch auffällig wären.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu impfen. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Norwegen, Island und Thailand folgten der Entscheidung Dänemarks.

(dpa)

Schwindendes Vertrauen in Corona-Krisenmanagement in Tschechien

10:19
12.03.2021
Das Vertrauen der Bürger in Tschechien in das Corona-Krisenmanagement der Regierung ist dramatisch gesunken. Nur rund ein Viertel sind der Ansicht, dass Ministerpräsident Andrej Babis und sein Minderheitskabinett aus Populisten und Sozialdemokraten die Situation gut beherrscht. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Meinungsforschungsagentur Stem hervor. Vor knapp einem Jahr lag die Zustimmung noch bei 83 Prozent.

Unter den Befragten hielten 32 Prozent die Corona-Schutzmaßnahmen für angemessen. 28 Prozent forderten Verschärfungen; 40 Prozent sprachen sich für Lockerungen aus. In der Selbsteinschätzung war die Einhaltung der Hygiene-Regeln hoch. 93 Prozent gaben an, eine Maske zu tragen, wenn andere Leute in der Nähe sind.

Doch nur 63 Prozent waren bereit, Besuche bei älteren Verwandten einzuschränken. Und nur 17 Prozent arbeiten im Homeoffice, nur ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr. Hintergrund dürfte sein, dass die Wirtschaft in Tschechien noch stark industriell geprägt ist. An der Umfrage nahmen 1032 Personen teil.

Tschechien kämpft mit einer massiven dritten Corona-Welle. Doch zeigt der harte Lockdown - die Bürger dürfen ihren Bezirk nur in Ausnahmefällen verlassen - anscheinend Wirkung. Am Freitag meldeten die Behörden 11 083 neue Fälle - rund 3500 weniger als am gleichen Tag vor einer Woche. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich mehr als 760 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. In Deutschland lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,4.

(dpa)

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