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Öffnungsdebatte geht weiter

14:30
01.03.2021
Nach etlichen Wochen im Corona-Lockdown haben Friseure und Blumenhändler im Südwesten wieder aufgesperrt - auch weitere Branchen fordern immer vehementer Öffnungsperspektiven. Für den nach wie vor weitgehend geschlossenen Einzelhandel schlägt Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut die Einführung einer Click&Meet-Strategie - also des Einkaufens nach Terminvergabe - schon von kommender Woche an vor. Dies könne immerhin kleineren Geschäften «eine echte Perspektive» bieten, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Spätestens von Mitte März an müsse dann eine generelle Öffnung des Einzelhandels erfolgen.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag sieht in einer zeitnahen Öffnungsstrategie für viele Betriebe den «letzten Strohhalm, um ihr Geschäft und mit ihm Arbeitsplätze zu retten». Entscheidungen der grün-schwarzen Koalition im Land über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie dürften aber erst nach der für Mittwoch geplanten Schalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder fallen.

Hoffmeister-Krauts Click&Meet-Konzept sieht vor, dass Kundenhaushalte für vorab vereinbarte Zeiträume exklusiv die Gelegenheit zum Shoppen in einem Geschäft bekommen - unter Einhaltung der Maskenpflicht und anderer Hygienevorschriften. Eine weitere mögliche Vorgabe könne sein, dass die Geschäfte zwischen zwei Kundenterminen eine 15-minütige Pause zum Lüften und zur Desinfizierung einlegen müssten, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen durften im Südwesten neben Friseuren am Montag auch Blumenläden, Gärtnereien, Baumschulen, Gartenmärkte und Gartencenter von Baumärkten wieder öffnen. Mischsortimente abseits des Pflanzenspektrums dürfen von diesen Geschäften laut aktualisierter Corona-Verordnung nur dann angeboten werden, wenn der Anteil des Grünsortiments mindestens 60 Prozent des Gesamtangebots ausmacht.

Branchenverbände von Friseuren und Floristen zeigten sich am Wiedereröffnungstag in ersten Bilanzen zufrieden. Der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg berichtete von guten und weitgehend reibungslosen Geschäften. Auch der baden-württembergische Floristenverband meldete - ungeachtet der niedrigen Temperaturen am Montagmorgen - eine rege Kundennachfrage.

Auf besonders gute Geschäfte dürfen in den nächsten Wochen die Friseure hoffen. Boris Gassert, Landesvorstandsmitglied des Friseurverbands, sagte, man werde weiter von Terminanfragen fürs Haareschneiden überhäuft. Doch die Terminbücher der meisten Friseure seien bereits jetzt auf Wochen gefüllt. Wer erst jetzt einen Termin anfragt, kann nach Verbandsangaben allenfalls «mit etwas Glück» noch vor Ostern einen ergattern. «Viele Friseure haben auf eine Sechs-Tage-Woche und täglich längere Öffnungszeiten umgestellt, sonst wäre der Terminrückstau noch größer», sagte Gassert.

(dpa/lsw)

Corona-Schnelltests sollen bald im Einzelhandel zu haben sein

14:26
01.03.2021
Große Einzelhändler planen den baldigen freien Verkauf von Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung. «Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unsere Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können», erklärte der zuständige Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Sebastian Bayer, am Montag in Karlsruhe. Man sei im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium und mit anderen Behörden. Das Unternehmen betonte, dass die Tests bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit hätten.

Andere Einzelhändler planen ebenfalls den Einstieg in dieses Produktsegment, machen dies aber von der Verfügbarkeit abhängig und nennen noch keinen Termin für den Verkaufsstart. Aldi Süd will den Verkauf «in Kürze» starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angaben für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl und Rewe teilten mit, so eine Sortimentserweiterung zu prüfen.

Seit Beginn der Pandemie vor etwa einem Jahr hat der Einzelhandel recht schnell Produkte in seine Verkaufsregale gehievt, die zu Kassenschlagern wurden - ob Desinfektionsmittel oder Schutzmasken. Wie teuer die Selbsttests sein könnten, dazu machte noch keine Firma konkrete Angaben. Auch in Apotheken sollen die Präparate im freien Verkauf zu haben sein.

(dpa)

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