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Kretschmer schließt Impfpflicht erneut nicht völlig aus

13:03
01.03.2021
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt eine spätere Impfpflicht für eine Corona-Schutzimpfung weiter nicht völlig aus. Momentan stelle sich diese Frage aber noch nicht, sagte er am Montag in einer gemeinsamen Online- Pressekonferenz mit seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU). Man dürfe in dieser Situation nicht zu schnell «nie» sagen. Ähnlich hatte sich Kretschmer am Wochenende bereits in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» geäußert.

Wer sich nicht impfen lassen wolle, werde seine Grundrechte aber nicht verlieren, sagte Kretschmer: «Das wäre ja noch schöner.» Derzeit gebe es nicht genügend Impfstoff, um jeden zu impfen, der das wolle. «Deshalb kann man diese Frage jetzt nicht beantworten.» Es gehe auch um die Frage, welche Kosten die Pandemie verursache und ob man auch nur im Ansatz das Risiko eingehen wolle, dass so etwas noch einmal passiert. Zudem müsse man abwarten, welche Erfahrungen es mit dem Impfstoff gebe, welchen Schutzfaktor und welche Verträglichkeit er bringe.

Söder wollte mit Blick auf eine mögliche Impfpflicht nicht so weit gehen. Es müsse aber eine andere Form von Wahrnehmung geben: «Es ist doch ganz klar: Wenn sich jemand nicht impfen lassen will und jemand anderes impft sich, warum soll der, der sich impfen lässt, dann die entsprechenden Nachteile in Kauf nehmen.» Das sei nicht gerecht. «Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere.» Für diejenigen müsse sich das Leben so weit wie möglich normalisieren.

«Das Wichtigste ist jetzt, dass jeder ein Angebot bekommt, der sich impfen lassen will. Im Moment erleben wir ja eher die Situation, dass sich viele impfen lassen wollen und keine Chance haben, geimpft zu werden», betonte Söder. Es sei auch wichtig, dass man bald Impfstoffe für Kinder und Jugendliche habe: «Ich halte es nach wie vor für sinnvoll, dass wir auch die Zulassungsverfahren beschleunigen.» Andernfalls verliere man Impfgeschwindigkeit. Der Verlust von Impfgeschwindigkeit sei die «Verzögerung von Freiheit».

(dpa)

Neue Software hilft bei Vermittlung von Rest-Impfstoff

13:02
01.03.2021
Um übrig gebliebenen, bereits aufgetauten Biontech-Impfstoff noch an die Leute bringen zu können, nutzt das Impfzentrum der Stadt Duisburg eine neu entwickelte Software namens «Impfbrücke». Aus einer Liste von Impfwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden dabei per Zufallsgenerator Personen ausgewählt und per SMS angeschrieben, wie Stadtsprecherin Anja Kopka am Montag berichtete. Wer das Angebot annehme, könne sich noch am selben Tag impfen lassen. «Es geht um etwa 15 Dosen am Tag.» Die Erfahrungen seien gut.

Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» über die in Köln entwickelte Software berichtet. «Für jede Impfdosis verschickt das Programm derzeit SMS an drei Personen gleichzeitig», sagte Manuel Hüttel von dem Software-Start-up «Lit labs» der Zeitung. «Wer zuerst zusagt, bekommt den Termin. Hat nach 30 Minuten keiner reagiert, werden drei neue Personen kontaktiert.» In Duisburg sei ein Prototyp des Systems im Einsatz.

(dpa)

Bayern und Sachsen fordern zusätzlichen Impfstoff für Grenzregion

13:02
01.03.2021
Bayern und Sachsen fordern aus Berlin und Brüssel Sonderhilfen für Corona-Hotspots. «Wir wünschen vom Bund und von der EU zusätzliche Impfstofflieferungen», sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Dies sei wichtig, damit perspektivisch auch hier durch sinkende Inzidenzen Öffnungen wieder vertretbar würden. Bayern werde seine Hotspots ebenfalls «bewusst stärken» und mehr Impfstoff in die Landkreise in den Grenzregionen geben.

Beide Länder wollten zudem Tschechien besser helfen, nicht nur mit der Aufnahme von Corona-Patienten in Krankenhäusern. «Wir müssen das Herz Europas unterstützen, das leidet besonders unter Corona. Dieses Herz braucht besondere Unterstützung, man müsse dessen Pumpleistung erhöhen», betonte Söder. Um die schwierige Lage in Tschechien zu verbessern, würden Bayern und Sachsen zudem Schnelltests und Impfstoff an das Nachbarland liefern.

Mit den jetzigen Werkzeugen könne die Corona-Situation in den Grenzregionen nicht gelöst werden, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Hier brauche es ein besonderes Impfregime für die Hotspots. Er schlug für die betroffenen Regionen etwa Impfangebote für alle Erwachsenen über 18 Jahren vor. Das sei eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindert.

Bayern und Sachsen sind durch ihre Grenzen zu Tschechien derzeit besonders herausgefordert: Landkreise in Grenznähe zählen seit einiger Zeit zu den auffälligsten Corona-Hotspots in Deutschland. Deshalb laufen inzwischen auch verschärfte Kontrollen an den Grenzen zum Nachbarland Tschechien.

(dpa)

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