Letztes Update:
20210308044750

Lockerungen für den Handel und private Treffen treten in Kraft

04:42
08.03.2021
Die Corona-Einschränkungen in Baden-Württemberg werden am Montag teils gelockert. So dürfen sich in Kreisen mit einer Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner künftig wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, wie aus der am Wochenende veröffentlichten aktualisierten Corona-Verordnung des Landes hervorgeht. Kinder bis 14 Jahre zählen dabei nicht dazu. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.

Auch der Handel im Südwesten soll unter Hygieneauflagen von mehreren Lockerungen profitieren. So dürfen etwa Baumärkte, die bisher nur ihren Gartenabteilungen öffnen durften, wieder ihr gesamtes Sortiment verkaufen, zudem machen Buchläden auf.

Viele andere Einzelhändler, die bisher ihre Geschäfte nicht öffnen durften, können ihren Kunden bei regionalen Inzidenzen unter der 100er-Marke nun zumindest wieder Einkäufe nach Terminvereinbarungen (Click & Meet) anbieten. Auch Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten dürfen unter Auflagen wieder öffnen, ebenso Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios sowie Bibliotheken und Büchereien.

Weitere Öffnungen und Lockerungen sind möglich und an das Infektionsgeschehen des jeweiligen Stadt- oder Landkreises gebunden. Kreise, die schon jetzt seit fünf oder mehr Tagen unterhalb einer Inzidenz von 50 liegen, können sogar schon Anfang der Woche den gesamten Einzelhandel öffnen. Wenn das jeweilige Gesundheitsamt den Inzidenzfall ausrufe, seien Öffnungen «ab morgen» möglich, teilte das zuständige Landessozialministerium am Sonntag auf Anfrage mit.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte die Lockerungen vor allem mit der fortschreitenden Impfkampagne und dem breiteren Angebot an Schnelltests im Land begründet. Zugleich kündigte er an, bei steigenden Fallzahlen wieder streng durchgreifen zu wollen. Steigt die Inzidenz regional an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100, werden die meisten Lockerungen zurückgenommen.

(dpa/lsw)

Mehr Müll während Pandemie

04:40
08.03.2021
Fast-Food-Verpakungen, Pizzakartons, ganze Tüten voll Restmüll - und nicht zuletzt Corona-Schutzmasken verschandeln in der Pandemie den öffentlichen Raum. Das beobachten Landkreistag und Stadt Stuttgart gleichermaßen. «Man kann sagen, dass seit Beginn der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie die Vermüllung des öffentlichen Raums zugenommen hat», sagt ein Sprecher der Landeshauptstadt. In den Abfallkörben würden verstärkt Hausmüll und Take-Away-Reste entsorgt. Verpackungen werden direkt am Verzehrort liegen gelassen werden, auch wenn Abfalleimer in unmittelbarer Nähe stehen, beklagt der Sprecher. Dirk Kurzschenkel, Abfallexperte des Landkreistages, beobachtet ein ähnliches Phänomen: Da die Kapazitäten der Haushalte zur Müllentsorgung während des Lockdowns ans Limit kommen, würden Restmüllsäcke einfach irgendwo stehen gelassen.

Die Corona-Schutzmasken tragen ebenfalls zur Vermüllung bei. Fritz Mielert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat errechnet, dass bei einmaligem Tragen 78 Tonnen Maskenmüll pro Tag anfallen, wenn jeder Baden-Württemberger FFP2- oder ähnliche Masken aus Textil und Kunststoff tragen würde. Für die Natur seien achtlos weggeworfene Masken fatal, weil sie - wie von Greenpeace errechnet - erst in 450 Jahre zersetzt seien. Wer sie vom Bürgersteig oder Grundstück entfernen will, sollte selbst eine Maske tragen und die abgelegte Maske mit Handschuh oder Greifer in einer stabilen verschlossenen Tüte in die schwarze Tone werfen. Mielert: «Da sollte man wirklich Vorsicht walten lassen - es könnte ja die Maske eines infizierten Menschen sein.»

(dpa/lsw)

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