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Corona-Hilfen aus Europäischem Garantiefonds fließen spärlich

06:58
06.03.2021
Der zu Beginn der Corona-Krise vereinbarte Europäische Garantiefonds für kleine und mittlere Unternehmen hat bisher nur wenig geholfen. Bis zu 200 Milliarden Euro sollte das Instrument mobilisieren, doch wurde bis Ende Januar nur ein Finanzierungsvertrag über 100 Millionen Euro gezeichnet. Das sei die neueste verfügbare Zahl, bestätigte die Europäische Investitionsbank EIB auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Hintergrund sind monatelange Verzögerungen bei der Gründung des neuen Fonds, der im April 2020 als Teil eines 540-Milliarden-Pakets von den EU-Staaten verabredet worden war. Die Idee war, dass die EU-Staaten den Garantiefonds mit 25 Milliarden Euro bestücken und dass die EIB damit Unternehmenskredite absichert - vor allem für den Mittelstand. So sollten bis zu 200 Milliarden Euro an Liquidität mobilisiert werden. «Rasch geeignete Hilfe», versprach EIB-Präsident Werner Hoyer im Mai 2020.

Doch dauerte es nach Angaben der EIB bis Juli, bis ausreichend Kapital durch die nötige Zahl von Mitgliedsstaaten gezeichnet war. Anschließend verzögerte sich die beihilferechtliche Freigabe durch die EU-Kommission, weil Anträge einiger beteiligter EU-Staaten fehlten. Deutschland lieferte dieses Papier nach Angaben der EU-Kommission erst am 20. November. Am 14. Dezember erteilte die Brüsseler Behörde die letzte Genehmigung.

Erst danach konnte die EIB Finanzierungsverträge abschließen. Projekte bewilligte das zuständige Gremium allerdings bereits seit Oktober - bis Ende Januar waren es nach EIB-Angaben Vorhaben für 6,3 Milliarden Euro. Durch die vom Fonds abgesicherten Kredite erhofft man sich Investitionen für insgesamt 50,6 Milliarden Euro. Diese «Hebelung» entsteht, wenn private oder andere öffentliche Geldgeber mit einsteigen.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber kritisierte den langen Vorlauf. «Die Mitgliedstaaten zeigen gern mit dem Finger auf Brüssel, wenn ein Projekt nicht vorangeht», erklärte der Finanzfachmann. «Bei den EIB-Coronahilfen wäre schnelle Abhilfe möglich gewesen, wenn einige Mitgliedstaaten sich nicht wochenlang Zeit gelassen hätten, um ein Dokument zu unterzeichnen. Die Mitgliedstaaten lassen die betroffenen Unternehmen hier komplett im Regen stehen.»

Das 540-Milliarden-Paket vom April 2020 hatte noch zwei weitere Elemente: Das Programm Sure sollte mit bis zu 100 Milliarden Euro helfen, Kurzarbeitergeld in den EU-Staaten zu finanzieren. Die Summe bei Sure ist inzwischen nach Angaben der EU-Kommission weitgehend ausgeschöpft. Gar nicht genutzt wurde hingegen die damals eingerichtete Corona-Kreditlinie beim Eurorettungsfonds ESM. Bis zu 240 Milliarden Euro stehen als Kredit für Gesundheitskosten zur Verfügung. Es sei noch kein Antrag gestellt worden, bestätigte der ESM jetzt auf Anfrage.

(dpa)

Corona bremst Start in die Motorradsaison

06:57
06.03.2021
Im März holen traditionell viele Biker ihre Maschinen aus der Garage. Der Automobilclub ADAC und die Polizei weisen Motorradfahrer auf die wegen der Corona-Pandemie geltenden Vorschriften hin. Diese variieren jedoch je nach Bundesland und Infektionsgeschehen. Deutschlandweit einheitliche Regelungen gibt es nicht.

Nicht erlaubt sind laut ADAC aufgrund der Kontaktbeschränkungen Gruppenfahrten, und in Regionen mit Ausgangsbeschränkungen müsse ein wichtiger Grund zum Verlassen der Wohnung vorliegen. Spritztouren mit dem Motorrad seien kein triftiger Grund. Fahrten zum Einkaufen, zum Arbeitsplatz oder zur Werkstatt und zum TÜV seien dagegen möglich.

Auch an die Maskenpflicht müssten sich Motorradfahrer halten. Statt einer FFP2-Maske in der Tankstelle einen Helm samt Visier zu tragen, sei nicht erlaubt, teilt der ADAC mit. Zudem gebe es ohnehin in den meisten Tankstellen - zum Schutz vor Überfällen - ein Helmverbot. Dieses sei zu beachten.

Die Autobahnpolizeistation im oberbayerischen Holzkirchen (Landkreis Miesbach) hat wegen des schönen Wetters bereits vor einigen Tagen die «Kontrollgruppe Motorrad» in die neue Saison und somit auf die Straße geschickt. Sie weist auch daraufhin, dass in Bayern beispielsweise wegen der Ausgangsbeschränkungen Touren mit reinem Ausflugscharakter untersagt seien.

Aus Sicht einer ADAC-Sprecherin sei es um diese Jahreszeit wichtig, dass sich Autofahrer und Motorradfahrer ganz grundsätzlich wieder aufeinander einstellen. In den Wintermonaten seien kaum Motorräder unterwegs. Nun müssten sich Autofahrer wieder an den Motorradverkehr gewöhnen. Deswegen sei besondere Vorsicht geboten.

(dpa)

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