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20210304142125

Lockerungen in Sicht: Großteil Deutschlands unter 100er Schwelle

14:19
04.03.2021
Etwa sieben von acht Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland liegen zurzeit unter der für weitere Lockerungen relevanten Schwelle von maximal 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche. In rund 350 von etwas mehr als 400 erfassten Kreisen lag die sogenannte Inzidenz unter 100, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen hervorgeht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch beschlossen, dass ab einer Inzidenz von 100 in einem Land oder einer Region etwa Einzelhandel oder Museen Termine zum Einkauf oder Besuch vergeben könnten.

Für gut 150 Kreise und kreisfreie Städte gab das RKI am Donnerstag eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 an, rund 50 Kreise lagen sogar unter der Schwelle von 35.

Den Beschlüssen zufolge sollen ab 50 weitergehende Lockerungen in Kraft treten. Ab Montag könnten in den jeweiligen Ländern oder Regionen demnach Einzelhandel oder Museen ohne Terminvergabe, aber mit Auflagen, öffnen. Bleibt die Inzidenz stabil unter 50, könnten zwei Wochen später auch Außengastronomie oder Theater ohne vorherige Terminvergabe Gäste empfangen. Und nach weiteren 14 Tagen sind generell auch Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Menschen an frischer Luft möglich.

Unabhängig von der Inzidenz sollen ab Montag Blumenläden, Gartenmärkte oder Buchläden überall öffnen dürfen. Auch körpernahe Dienstleistungen sollen wieder erlaubt werden. Außerdem werden die Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen aus maximal zwei Haushalten gelockert. Ab einer Inzidenz von 35 könnten sich zwei Haushalte mit maximal zehn Personen treffen. Ansonsten spielt die 35, die bis zu den Beratungen am Mittwoch als kritische Schwelle für weitere Lockerungen galt, in den aktuellen Beschlüssen keine Rolle mehr.

(dpa)

Stiko: Corona-Impfstoff von Astrazeneca nun auch für Ältere empfohlen

14:19
04.03.2021
Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca wird in Deutschland nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) teilte am Donnerstag in Berlin vorab mit, die Impfung mit dem Mittel «für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen». Dies sei am Mittwoch beschlossen worden, ein vorgeschriebenes Stellungnahmeverfahren stehe aber noch aus. Ende Januar hatte die Stiko den Impfstoff zunächst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen.

(dpa)

Wirtschaft will wegen lahmender Impfkampagne selbst impfen

14:18
04.03.2021
Eine wachsende Zahl großer deutscher Unternehmen will wegen der lahmenden Impfkampagne den Schutz der Mitarbeiter vor dem Coronavirus in die eigenen Hände nehmen. Dax-Konzerne wie die Allianz und die Deutsche Telekom sind ebenso bereit, die eigenen Belegschaften durch Betriebsärztinnen und -ärzte impfen zu lassen wie die chemische Industrie, der Mischkonzern Baywa oder die den Sparkassen verbundene Versicherungskammer. «Wir stehen zu unserem Angebot, die Impfstrategie durch einen koordinierten Einsatz von Betriebsärzten zu unterstützen», erklärte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger am Donnerstag.

In vielen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden löst der langsame Fortschritt der Impfkampagne wachsenden Ärger aus, da der Lockdown und die Corona-Beschränkungen des Alltags große volkswirtschaftliche Schäden bedeuten. Aus den auf dem Impfdashboard des Bundes veröffentlichten Zahlen geht hervor, dass bis zum Mittwoch knapp 10,4 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert wurden, davon aber über ein Drittel - 3,5 Millionen Dosen - bislang nicht verimpft waren. Nach Analyse des Statistikportals «Our World in Data» war Großbritannien bis Dienstag mit 31,8 verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner viermal schneller vorangekommen als Deutschland mit 7,9.

«Wir bereiten uns aktuell darauf vor, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an allen großen Standorten in Deutschland die Möglichkeit zu einer Corona-Impfung anzubieten», hieß es bei der Allianz in München. Die Telekom betonte, dass sie auf Wunsch und mit Unterstützung der Behörden ihre «bewährte Logistik» für die alljährlichen Grippeimpfungen auch für andere Impfstoffe einsetzen könne, wie ein Sprecher sagte. «Wenn voraussichtlich ab April mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen wir alle Kapazitäten nutzen, um ihn in den Arm zu bringen», erklärte Kai Beckmann, der Präsident des Chemie-Arbeitgeberverbands BAVC.

(dpa)

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