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Intensivmediziner: Spüren keine Entspannung - Personal ausgebrannt

12:35
30.01.2021
Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern trotz sinkender Corona-Fallzahlen weiterhin angespannt. «Wir spüren auf den Intensivstationen, anders als die Zahlen den Anschein erwecken, derzeit keine Entspannung», sagte der Magdeburger Uniklinik-Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag). Er forderte schärfere Maßnahmen, bis die Infektionsketten von den Gesundheitsämtern kontrollierbar seien: «Wir müssen in einen harten Lockdown gehen, alles andere ist ethisch schwer vertretbar.»

Walcher warnte vor Leichtsinn: «Unsere größte Sorge ist, dass durch die Impfungen und Lockerungsdiskussionen der Eindruck erweckt wird, die Krise sei bald überwunden, und die Vorsicht der Bürger, sich an die notwendigen Maßnahmen zu halten, nachlässt», sagte er. «Wenn das passieren sollte, dann werden wir eine dritte Welle mit Virusmutationen erleben, deren Folgen unabsehbar sind.»

Sorge bereitet den Intensivstationen laut Walcher auch die Überlastung des Personals. Die Beschäftigten hätten zwischen den beiden Lockdowns keine Verschnaufpause gehabt, da viele verschobene Operationen nachgeholt worden seien. Es drohten nun massive Ausfälle. «Das Pflegepersonal ist maximal belastet, die Menschen können einfach nicht mehr» sagte der Mediziner. «Sehr viele sind ausgebrannt, es gibt schon jetzt sehr viele Burnout-Fälle und Rückzugserscheinungen. Wir Intensivmediziner haben Angst, dass in den kommenden Monaten viele das Handtuch werfen.»

(dpa)

Gesundheitsministerium: Bis 22. Februar weitere 5 Millionen Impfdosen

10:57
30.01.2021
Bis zum 22. Februar werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums laut der Hersteller Biontech, Moderna und Astrazeneca mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Bundesländer geliefert. Das teilte das Ministerium am Samstag auf Twitter mit. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach auf Twitter von guten Nachrichten nach einem schwierigen Start.

Nach Angaben des Ministeriums wurden seit Beginn der Impfkampagne vor fünf Wochen in Deutschland über 3,5 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 2,2 Millionen verimpft.

Die Bundesregierung war wegen der schleppend angelaufenen Corona-Impfungen in die Kritik geraten. «Der Start der Impfkampagne war schwierig», hatte Spahn am Freitag in Berlin gesagt. Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet.

(dpa)

WHO dringt auf mehr Einheit in Deutschland im Kampf gegen Corona

10:56
30.01.2021
Der Covid-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), David Nabarro, hat Politiker in Deutschland zu mehr Einheit im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Vertreter von Bund und Ländern müssten geschlossen dieselbe Botschaft verkünden, sagte Nabarro der Deutschen Presse-Agentur ein Jahr, nachdem die WHO wegen der ersten Coronafälle in China eine «Notlage von internationaler Tragweite» ausgerufen hatte (30. Januar 2020). Das ist die höchste WHO-Alarmstufe.

Ein Ende der Pandemie sei noch nicht abzusehen, warnte Nabarro. «Ich rechne damit, dass es noch lange dauert, Monate - wir sind dem Ende noch lange nicht nahe.»

Um alle Menschen hinter die Coronaschutzmaßnahmen zu bringen, brauche Deutschland einen Jürgen-Klopp-Effekt, sagte Nabarro mit Verweis auf den früheren Fußballtrainer von Borussia Dortmund, der heute in Liverpool arbeitet. «Klopp weiß, wie man Menschen berührt und Massen zusammenbringt», sagte Nabarro. «Er hätte sicher gute Ideen.»

Deutschland sei mit rigorosen Schutzmaßnahmen im vergangenen Jahr gut gestartet. «Warum haben sie die Gründlichkeit nicht beibehalten?» fragte Nabarro. «Es ist fast so, als hätten reiche Länder gedacht, sie kämen ohne harte Arbeit durch die Pandemie.» Europa könne von Ländern wie Thailand, Kambodscha, Australien und Neuseeland lernen.

(dpa)

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