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20210129105131

Lehrer für Kinder mit Behinderungen werden bei Impfungen vorgezogen

10:31
29.01.2021
Nach anhaltender Kritik am Gesundheitsschutz in Schulen für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen werden die Lehrer und Mitarbeiter dieser Einrichtungen früher geimpft. «Die Impfreihenfolge wird sich ändern», kündigte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Freitag an. Das Personal der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und den entsprechenden Schulkindergärten werde in der Impfstrategie des Landes bevorzugt behandelt und vorgezogen.

Die Mitarbeiter betreuten und pflegten Kinder und Jugendliche mit einem hohen oder sehr hohen Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion, sagte Eisenmann. «Deshalb sollten sie auch bei den Impfungen wie Pflegekräfte in Behinderteneinrichtungen oder Pflegeheimen behandelt werden.»

Bislang war beim Personal an den bereits seit Mitte Januar geöffneten SBBZ die Risikobeurteilung an den Regelschulen zugrunde gelegt worden. Lehrer und Betreuer hatten daraufhin in einer Petition auf die besonderen Umstände an den Einrichtungen aufmerksam gemacht. Sie hatten unter anderem gefordert, die Schulen an SBBZ nur dann zu öffnen, wenn der Gesundheitsschutz gewährleistet ist.

«Gerade diese Kinder brauchen Struktur und Grundlagen», verteidigte Eisenmann die Entscheidung am Freitag. Im vergangenen Jahr habe es größte Probleme gerade in diesem Bereich gegeben, sagte sie und verwies auf Rückmeldungen von Eltern. «Es gibt ja keine Präsenzpflicht. Und Notbetreuung wäre sowieso zulässig gewesen.»

(dpa)

Entwicklungsorganisation: Astrazeneca global fairer als andere

10:19
29.01.2021
Die Entwicklungsorganisation One bescheinigt dem Pharmaunternehmen Astrazeneca ungeachtet des Streits mit der EU eine international betrachtet besonders faire Verteilung seines Corona-Impfstoffes. Von zehn untersuchten Unternehmen schneide Astrazeneca bei einem Fairnesstest mit 8,8 von 15 möglichen Punkten am besten ab, teilte One am Freitag in Berlin mit. Für den Test analysierte die Organisation öffentliche Informationen über Verträge und bewertete, wie Impfstoffe zugänglich gemacht werden.

«Die Pandemie endet nicht, weil mehr und mehr Impfstoffe zugelassen werden, sondern sie endet, wenn alle Menschen auf der Welt Zugang zu diesen Impfstoffen erhalten», erklärte Stephan Exo-Kreischer, Direktor von One Deutschland. «Astrazeneca leistet hierbei von allen Herstellern von Corona-Impfstoffen am meisten, um sicherzustellen, dass der Impfstoff weltweit gerecht zugänglich ist und somit auch den Menschen zur Verfügung stehen wird, die am stärksten von Armut betroffen sind. Biontech, Moderna und Co können sich davon eine Scheibe abschneiden.»

Positiv fällt laut One die Zusammenarbeit des britisch-schwedischen Unternehmens mit der internationalen Impfstoff-Allianz Covax ins Gewicht. Insgesamt habe Astrazeneca Covax bereits 470 Millionen Impfdosen zugesagt. Zudem bietet das Unternehmen den Impfstoff zu einem niedrigen Preis an. Exo-Kreischer betonte: «Astrazeneca hat versprochen, während der Pandemie keinen Profit mit seinem Impfstoff erzielen zu wollen. Ein außergewöhnlicher Schritt für ein Unternehmen und ein großer Dienst an der Menschheit in Anbetracht der Pandemie.». One rief den Hersteller auf, zumindest für die Dauer der Pandemie auf den Schutz von Patenten zu verzichten, damit weltweite Produktionskapazitäten erhöht werden könnten.

Erst am Vortag hatte die Organisation World Vision gerügt, dass reiche Länder bei der Impfstoffbeschaffung zuerst zum Zug kommen - etwa durch bilaterale Vorabverträge mit den Herstellern, die zum Teil sogar eine Überversorgung der eigenen Bevölkerung ermöglichen. Das eigentlich gut gemeinte Anliegen der Covax-Initiative werde durch die «Ich zuerst-Haltung» der reichen Industrieländer untergraben. So gut wie kein afrikanisches Land habe bisher auch nur annähernd genügend Impfdosen erhalten. Völlig unklar bleibt laut World Vision, wann und wieviel Covid-19 Impfdosen in den ärmeren Ländern eintreffen werden.

(dpa)

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