Letztes Update:
20210224061435

Gewaltambulanz verzeichnet mehr Angriffe auf Kinder

04:54
24.02.2021
Während der Corona-Krise haben sich mehr gepeinigte Kinder und meist weibliche Opfer häuslicher Gewalt an die Gewaltambulanz in Heidelberg gewandt. Lockdowns verbannen Familien und Paare in die eigenen vier Wände. Was dort an Übergriffen passiert, kommt selten zutage. «Untersuchungen finden vom Neugeborenen bis hin zum Hochbetagten in allen Altersgruppen statt», sagt die Leiterin der Ambulanz, Kathrin Yen. Sie hatte schon früher darauf hingewiesen, dass Kinder sich bei geschlossenen Kitas und Schulen nur in ihrem häuslichen Umfeld bewegen, wo Erzieherinnen, Lehrkräfte, Verwandte oder Nachbarn ihre Verletzungen nicht wahrnehmen können.

Die von der Uniklinik Heidelberg, dem Sozialministerium und künftig auch den Kommunen finanzierte Heidelberger Ambulanz ist die einzige ihrer Art im Südwesten: Opfer von Gewalt können sich unmittelbar nach der Tat an die rund um die Uhr besetzte Anlaufstelle wenden, um ihre Verletzungen - auch ohne Anzeige - dokumentieren zu lassen. Die rasche Sicherung der Spuren - etwa Sperma - ist wichtig, weil sie 24 Stunden später kaum noch nachgewiesen werden können.

(dpa/lsw)

Uni Heidelberg bietet Gurgeltests für Studierende an

04:54
24.02.2021
Studierende der Universität Heidelberg können sich vor der Teilnahme an Laborpraktika oder Präsenzprüfungen mit einem Gurgeltest selbst auf Corona testen. Neben Hygienekonzepten und Abstandsregelungen soll der kostenlose Test dazu beitragen, ein mögliches Verbreitungsrisiko, etwa auf dem Weg zur Prüfung, minimieren. Lehrende können die Testkits für ihre Studenten bestellen. Mittels Codes können diese sich registrieren und das Ergebnis nach acht Stunden abrufen.

Die Methode sei fast so sensitiv wie die PCR-Tests, doch bei der technischen Ausrüstung weniger aufwendig, erläutert Michael Knop, Leiter des Projekts am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Seine Ergebnisse seien deutlich zuverlässiger als die kommerzieller Antigen-Schnelltests.

Die Nutzer des Tests erhalten ein Fläschchen, gurgeln zuhause mit der darin befindlichen kochsalzhaltigen Flüssigkeit und füllen eine winzige Probe des im Rachenraum gelösten Schleims in ein Röhrchen. Die darin enthaltenen Nucleinsäuren werden im Labor isoliert und gereinigt. Vermehren sie sich unter Hitzeeinwirkung, besteht eine Infektion.

Mit dem Test können Infektionen schon zwei bis drei Tage nach Ansteckung identifiziert werden. Zudem lässt sich das Virus noch einige Zeit nach der Infektion nachweisen, so dass sich auf diese Weise auch effizient Infektionsketten verfolgen lassen. Ziel ist es, diese früh zu unterbrechen. Derzeit kommt laut Forscher Knop auf 1000 Tests ein positiver.

Auch die Mitarbeiter der Universität dürfen die Tests nutzen. Das Verfahren ist für Forschungszwecke zugelassen, aber noch nicht zertifiziert und daher nicht kommerziell erhältlich.

(dpa/lsw)

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