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20210218154835

EU-Staaten vereinbaren Liste mit Corona-Schnelltests zur Anerkennung

15:48
18.02.2021
Die EU-Staaten haben sich im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Liste von Antigen-Schnelltests geeinigt, deren Ergebnisse in allen Länder anerkannt werden sollen. Zudem wurde festgelegt, welche Daten künftig in den Testergebnissen enthalten sein sollen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Schnelltests seien entscheidend, um die Ausbreitung des Coronavirus zu überwachen und zu bremsen, schrieb EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides auf Twitter.

Der Beschluss sieht vor, dass die Ergebnisse von 16 Schnelltests gegenseitig anerkannt werden. Darunter ist beispielsweise ein Test von Siemens Healthineers. Die Ergebnisse sollen sowohl in der Sprache des Landes, in dem der Test gemacht wurde, als auch in Englisch verfügbar sein. Bereits im Januar hatten die EU-Staaten entschieden, an einer solchen Liste zu arbeiten, um grenzüberschreitenden Verkehr zu erleichtern.

Antigen-Schnelltests zeigen binnen weniger Minuten, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Es gibt inzwischen sehr viele Varianten unterschiedlicher Qualität. Insgesamt gelten sie als etwas weniger zuverlässig als die überall anerkannten PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden müssen.

(dpa)

Experte: Wegen Corona-Mutanten könnte Zahl der Neuinfektionen steigen

15:47
18.02.2021
Die Stagnation beim Rückgang der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist aus Expertensicht auf neue Virusvarianten wie der aus Großbritannien zurückzuführen. «Der Rückgang der anderen Varianten ist langsamer als etwa der Zuwachs der Mutation B.1.1.7», sagte der Molekularbiologe und Teilnehmer an Expertenrunden der Bundesregierung, Rolf Apweiler. «Wenn sich der Trend bestätigt, dann brauchen wir stärkere Restriktionen», so der Direktor des European Bioinformatics Institute (EMBL-EBI) am Donnerstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Am 22. Dezember war mit 197,6 der Höchstwert der bundesweiten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche erreicht worden. In den vergangenen Wochen sank diese 7-Tage-Inzidenz dann kontinuierlich - «immer um 20 Prozent pro Woche», so Apweiler. Jüngst verlangsamte sich aber dieser Rückgang. In den vergangenen fünf Tagen habe sich bei der Inzidenz «eigentlich gar nichts mehr bewegt».

Zugleich nahm der Anteil der Virus-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien in Deutschland zu. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge lag er in Stichproben zuletzt bei fast 23 Prozent. Apweiler zufolge wird dieser Anteil noch steigen.

Die aktuelle Situation in Deutschland verglich er mit der Großbritanniens im November. Auch dort sei die Gesamtinzidenz innerhalb eines Monats um etwa 50 Prozent zurückgegangen, zugleich habe aber der B.1.1.7-Anteil etwa um das Vierfache zugenommen. «Also wirklich genau dasselbe Muster.» Stärkere Maßnahmen zur Einschränkung des Virus hätten damals gegriffen. Was wirklich helfe? «Die Mobilität herunterfahren, so dass sich möglichst wenige Kontakte ergeben.»

In bestimmten Regionen wie etwa in Flensburg sah der Experte bereits jetzt eine dritte Infektionswelle. Dort etwa gelten wegen erneut hoher Inzidenzzahlen von Samstag an eine Woche lang nächtliche Ausgangsbeschränkungen und ein Verbot privater Treffen.

Mit Blick auf Ostern sagte der Molekularbiologe: «Wenn das genauso weitergehen würde, könnten wir dann bundesweit etwa eine Inzidenz um 200 haben.» Werde gelockert, könnte der Wert seiner Ansicht nach sogar auf bis zu 400 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner steigen.

Um solche Szenarien zu vermeiden, zählte Apweiler auf stärkere lokale Beschränkungen. Eine Auswirkung der Impfungen auf die Fallzahlen wird seiner Ansicht nach erst im Sommer erkennbar sein - wenn auch jüngere Menschen geimpft werden.

Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten nach RKI-Angaben vom Donnerstag binnen eines Tages kaum weniger Corona-Neuinfektionen gemeldet als eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 57,1 - und damit geringfügig höher als am Vortag (57,0).

In Dänemark zum Beispiel war unter den Corona-Fällen der Anteil der in England aufgetauchte Mutante B.1.1.7 rapide gestiegen: Zum Jahreswechsel lag der Anteil dort um die 2 Prozent, in der letzten Januar-Woche schon bei 19,6. Zuletzt wurde die Variante in fast jeder zweiten analysierten Corona-Probe gefunden.

(dpa)

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