Letztes Update:
20210217112014

Mikrobiologe: Winterwetter unterstützt Kampf gegen Corona in Athen

11:19
17.02.2021
Die starken Schneefälle und niedrigen Temperaturen der vergangenen Tage könnten helfen, die Corona-Zahlen im Großraum Athen zu senken. «Wir haben die Hoffnung, dass der Lockdown wegen des kalten Wetters noch besser wirkt - die Menschen blieben zu Hause, es gab weniger Bewegung, weniger Kontakte», sagte der griechische Mikrobiologe Alkiviadis Vatopoulos am Mittwoch dem Fernsehsender Skai.

Der strenge Lockdown, der seit einer Woche für den Großraum Athen gilt, könnte jedoch trotzdem noch verlängert werden, glaubt Vatopoulos. «Das wäre gesundheitlich gesehen sicherer.»

Ursprünglich hatte die griechische Regierung den Lockdown für die rund 4 Millionen Einwohner des Großraums Athen bis zum 28. Februar angekündigt. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen noch nicht so stark gesunken wie erhofft. Am Dienstag meldete die griechische Gesundheitsbehörde für ganz Griechenland mit seinen rund 11 Millionen Einwohnern 1121 neue Fälle binnen 24 Stunden.

Die Zahl der aktiven Fälle sei damit seit verganener Woche von rund 10 000 auf rund 15 400 gestiegen, sagte die Chefin der griechischen Impfkommission, Maria Theodoridou. Auch sie sprach davon, dass es nicht unwahrscheinlich sei, dass der Athener Lockdown noch in den März hinein verlängert werden könnte.

Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ist die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen gemessen an der Bevölkerung zwar niedrig, doch das griechische Gesundheitssystem steht vor allem im Großraum Athen stark unter Druck. Ein Großteil der Intensivbetten ist bereits belegt. Mit einer Entlastung durch die aktuellen Lockdown-Maßnahme rechnen die Fachleute erst gegen Ende der Woche.

In Athen herrscht Maskenpflicht; Geschäfte, Tavernen und Cafés sind geschlossen. Die Bürger dürfen nur zur Arbeit, Lebensmittel einkaufen, zum Arzt gehen oder sich körperlich betätigen. Bei jedem Gang vor die Tür müssen sie eine entsprechende SMS an den Zivilschutz senden. Diese SMS werden bei zahlreichen Polizeikontrollen auch kontrolliert und bei Nichteinhaltung der Maßnahmen werden Bußgelder von 300 Euro pro Person verhängt.

(dpa)

Oldenburger Sportsoziologe über Profifußball in Corona-Zeiten: «Abgehobene Blase»

11:16
17.02.2021
Der Sportsoziologe Thomas Alkemeyer von der Universität Oldenburg hat Verhalten und Außenwirkung der Fußball-Branche während der Corona-Pandemie deutlich kritisiert. Der Profifußball entlarve sich gerade «als ein Betrieb, der abgehoben ist, der eine abgeschottete Blase bildet, die mit der Alltagsrealität vieler Menschen nichts mehr zu tun hat», sagte der Professor für Soziologie und Sportsoziologie in einem Interview der Oldenburger «Nordwest-Zeitung» (Mittwoch).

Er könne zwar «durchaus verstehen, dass der Profifußball als Wirtschaftsunternehmen alles tut, um in der Corona-Pandemie zu überleben und den Betrieb am Laufen zu halten». Entlarvend sei aber «die Suche nach möglichen Austragungsorten von Champions- oder Europa-League-Spielen mit weniger Coronaregeln etwa in Ungarn oder die vom FC Bayern angestoßene Debatte darum, ob Profifußballer geimpft werden sollen, um als Vorbilder zu dienen», sagte Alkemeyer. Das alles zeige, «dass der große Sport, der Spektakelsport, der in normalen Zeiten die Massen bewegt, mit einer gewissen Selbstverständlichkeit eine Sonderrolle beansprucht».

Der 65-Jährige kritisierte auch eine mögliche Durchführung der Fußball-EM oder der Olympischen Spiele in diesem Sommer unter den Bedingungen einer Pandemie. «Sollte die EM nicht abgesagt oder ein anderer Modus gefunden werden, ist das ein weiterer Beleg dafür, dass da ein Bereich entstanden ist, der sich so weit von der Realität entfernt hat, dass das kaum noch jemand versteht», sagte Alkemeyer. «Das gilt übrigens auch für die Olympischen Spiele, deren Durchführung unter Pandemie-Bedingungen unverantwortlich wäre.»

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen