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Amtsärzte warnen: Gesundheitsämter jetzt nicht vernachlässigen

09:17
15.02.2021
Die deutschen Amtsärzte warnen davor, die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie weiter zu überlasten. «Man hätte die Gesundheitsämter längst aufrüsten und dauerhaft mit mehr Personal ausstatten können – und nicht nur kurzfristig mit Hilfskräften, wenn die Infektionszahlen steigen», sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Montag). «Einzelne Ämter haben ein paar Stellen bekommen, aber flächendeckend ist noch nicht allzu viel passiert. Das reicht noch lange nicht aus.»

Es seien auch nach wie vor zu viele Bundeswehrsoldaten zur Hilfe in den Ämtern nötig. «Den Kurs, mit Hilfskräften aufzustocken, hat man noch nicht verlassen», kritisierte Teichert.

Gesundheitsämter stellen unter anderem die Kontaktverfolgung nach Infektionen sicher. Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, muss dort geprüft werden, wen sie in den Tagen zuvor getroffen hat.

Die Verbandsvorsitzende äußerte zudem Zweifel, an der gewählten Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Sieben-Tage-Inzidenz: «Ich habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Zahl 50 für die Gesundheitsämter sehr hoch gegriffen ist», sagte Teichert. Die Politik brauche eine Grenze und habe die 50 «willkürlich gewählt». Eine Inzidenz von 50 oder etwas darunter sei aber noch «viel zu viel». «Wenn jetzt zu rasch gelockert wird, steigen die Zahlen im April wieder, und wir bekommen eine dritte Welle», warnte sie.

(dpa)

Projekt: Bundeswehruniversität hilft bei Homeschooling

06:19
15.02.2021
Die Universität der Bundeswehr in München hilft Familien von Soldaten in einem neuen Projekt beim Unterricht Zuhause während der Corona-Pandemie. Das Projekt CARE (Concept for Advancement and Reinforcement in Education for Families and Students) bietet dabei mit digitalen Medien Unterstützung und Expertensprechstunden an und vernetzt die Familien untereinander auf einer bundeswehreigenen sozialen Plattform. «Eine Besonderheit des Programms ist die Online-Lernhilfe durch Studierende der Universität», erklärt die Projektleiterin Manuela Pietraß. Die Professorin sagt weiter: «Sie begleiten Kinder von Bundeswehrangehörigen bei den Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen, wirken so Lerndefiziten entgegen und entlasten die Eltern beim Homeschooling.» Die Studenten sollen für sich selbst profitieren, indem sie durch Lehren selbst lernen.

(dpa)

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