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EMA startet Schnell-Prüfverfahren für Impfstoff von Curevac

11:41
12.02.2021
Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Testreihen noch nicht abgeschlossen sind und auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, aber ebenso sorgfältig, wie die EMA mitteilte. Wie lange die Prüfung dauern werde, ist unklar.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides begrüßte die Neuigkeiten vom Freitag. Dies werde die Zulassung eines weiteren Impfstoffs beschleunigen, schrieb sie auf Twitter.

Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten der EMA geben dazu eine Empfehlung ab. Formal entscheidet dann die EU-Kommission. Zurzeit laufen zwei weitere Prüfverfahren von Impfstoffen. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen.

(dpa)

Schnelltest statt Sakrament - Stuttgarter Kirche wird zu Testzentrum

11:39
12.02.2021
Tests statt Taufe heißt es künftig in der Stuttgarter Johanneskirche. Das evangelische Gotteshaus hat sich seit Freitag und zumindest bis auf weiteres in ein kommerzielles Corona-Schnelltestzentrum verwandelt. Auf Höhe des Taufsteins werden nun die Schnelltests genommen. «Die Laborauswertung findet dann zwischen Altar und Orgel statt», teilte die Evangelische Kirche in Stuttgart mit. Der traditionelle Kirchenbetrieb wird dadurch nicht aufgehalten, denn derzeit können in dem Gebäude wegen Heiz- und Lüftvorschriften ohnehin keine Gottesdienste gefeiert werden, wie die örtliche Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon im Vorfeld der Tests erklärte.

Die Kirche wolle einen Beitrag dafür leisten, dass zwischenmenschliche Kontakte ohne Ansteckungsgefahr möglich seien, sagte sie weiter. «Die Kirche bleibt als Kirche erlebbar.» Mit den Ärzten sei vereinbart, dass während der Testzeiten die Osterkerze als Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung brenne.

Ein ungewöhnlicher Rahmen, der sich nach Ansicht der ausrichtenden Schnelltest Süd GmbH (Frickenhausen) sehr gut eignet: «Hohe Decken, ein großer Eingang und eine Seitentüre als Ausgang, ein geringer Infektionsschutz. Optimaler geht's nicht», sagte der Mediziner Frank Mürdel kurz vor dem ersten Testkunden der dpa.

Die Tests sind mit einer Überweisung vom Arzt, einer Anweisung des Gesundheitsamts oder einer Warnung durch die Corona-App kostenlos. Für alle anderen kostet ein Schnelltest nach Angaben des Ausrichters Corona Schnelltest Süd GmbH 39 Euro, ein PCR-Test zusätzlich 60 Euro und ein Antikörper-Schnelltest 49 EUR. Das Testergebnis liegt bereits nach 15-20 Minuten vor.

(dpa)

Mannheimer Polizeipräsident: Ausgangssperre wirksames Werkzeug

11:38
12.02.2021
Die Kommunen im Südwesten müssen jetzt eigenständig entscheiden, wie sie mit nächtlichen Ausgangssperren umgehen. Aus Sicht der Polizei haben sie sich als ein Mittel im Kampf gegen das Coronavirus bewährt.

Die nächtliche Ausgangssperre hat nach Überzeugung des Mannheimer Polizeipräsidenten dazu beigetragen, dass sich das Coronavirus deutlich gebremst ausgebreitet hat. «Zwei Wochen, nachdem die Stadt Mannheim als erste Kommune die Ausgangssperre eingeführt hatte, ging die Zahl der Neuinfektionen anders als in den Nachbarkreisen zurück», erläuterte Andreas Stenger.

Mannheim hatte bereits am 4. Dezember 2020 diese Beschränkung per Allgemeinverordnung erlassen. Landesweit wurde erst Mitte Dezember verboten, sich zwischen 20.00 Uhr abends und 5.00 Uhr morgens ohne triftigen Grund draußen aufzuhalten. «Das zeigt, dass die Ausgangssperre durchaus ein probates Mittel sein kann, die Ansteckung mit dem Virus einzudämmen.»

Auch wenn der Verwaltungsgerichtshof die Ausgangssperre als eine landesweit nicht mehr verhältnismäßige Maßnahme gekippt habe, dürfe man im Kampf gegen die Pandemie nicht nachlassen. «Maskenpflicht, Abstandsgebot und Kontaktbegrenzung werden weiter gefordert und überwacht.» Nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten in Baden-Württemberg seit Donnerstag nicht mehr landesweit, sondern nur noch, wenn Kommunen mit hohen Sieben-Tages-Inzidenzen dies verfügen.

Während der Ausgangssperre waren in Mannheim jeden Tag zusätzlich 70 Beamte im Einsatz. Es seien vom 4. Dezember 2020 bis jetzt rund 39 000 Fahrzeuge mit 80 000 Insassen in Heidelberg, Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis überprüft worden. «Die Zahl der Verstöße war mit 5760 sehr überschaubar - die Menschen haben ein hohes Maß an Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und Solidarität bewiesen.» Ansammlungen im öffentlichen Raum seien kaum registriert worden. Treffen hätten sich zwar ins Private verlagert, aber in geringem Umfang. Nun hoffe er auf ein nachhaltiges am Infektionsgeschehen orientiertes Konzept für die weitere Bekämpfung des Virus, sagte Stenger.

Die Stadt Mannheim, der Neckar-Odenwaldkreis und der Rhein-Neckar-Kreis haben per Allgemeinverfügung die nächtliche Ausgangssperre von 21.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens fortgesetzt. Die Landräte Stefan Dallinger (Rhein-Neckar-Kreis) und Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis/beide CDU) sowie der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) halten es für wichtig, dass die vom Land erlassenen Maßnahmen in der Region einheitlich umgesetzt werden.

Leider ende die Einheitlichkeit aufgrund der unterschiedlichen Reglungen an den Landesgrenzen; das mindere das Verständnis und die Akzeptanz. In Heidelberg mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 28,5 (Stand: 11. Februar) darf man jederzeit sein Zuhause verlassen. Mannheim lag zum selben Zeitpunkt bei 77,6. Die Kommunen sind gehalten, über einem Wert von 50 nächtliche Ausgangssperren zu erlassen.

(dpa)

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