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20210126114909

Neue Version der Corona-Warn-App zeigt Kennzahlen zur Pandemie an

10:05
26.01.2021
Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch Statistiken enthalten, die einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen zum aktuellen Infektionsgeschehen in Deutschland geben. Das kündigte eine Sprecherin des Softwarekonzerns SAP in einem Blogeintrag an. Das Informationsangebot ist Teil der neuen Version 1.11, die noch in dieser Woche in den App Stores von Google und Apple zur Verfügung stehen soll.

Die Nutzerinnen und Nutzer könnten dann in der App stets auf die aktuellen Zahlen zu den Neuinfektionen, der Sieben-Tage-Inzidenz und dem Sieben-Tage-R-Wert zugreifen. «Außerdem können sie direkt in der App einsehen, wie viele Nutzer ihr Testergebnis geteilt haben. Ziel ist es, noch mehr positiv getestete Nutzer dazu anzuregen, ihr Testergebnis zu teilen und Kontaktpersonen zu warnen.» Des Weiteren hätten die Entwickler die Nutzerfreundlichkeit verbessert und einige kleinere Fehler beseitigt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage und wird pro 100 000 Einwohner angegeben. Sie wurde von Bund und Ländern mit Blick auf Kreise und kreisfreie Städte als maßgeblich für neue Einschränkungen in der Corona-Pandemie festgelegt.

Der R-Wert, der auch Reproduktionszahl genannt wird, gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt. Liegt diese Zahl unter eins, deutet es darauf hin, dass die Epidemie abflaut. Denn dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als eine weitere Person an. Der R-Wert, der vom Robert Koch-Institut (RKI) berechnet wird, lässt also Rückschlüsse auf die Epidemie-Entwicklung zu.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 25 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 23 Millionen Menschen aktiv genutzt wird. Die Wirksamkeit der App erhöht sich, je mehr Menschen die Anwendung auch tatsächlich einsetzen.

(dpa)

Bericht: Corona-Pandemie treibt Länder weiter in die Schuldenfalle

10:00
26.01.2021
Die Corona-Pandemie hat die Lage hoch verschuldeter Staaten weiter verschärft. Von 148 untersuchten Staaten seien inzwischen 132 kritisch verschuldet, heißt es im Schuldenreport 2021, der am Dienstag vom Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und dem Hilfswerk Misereor vorgestellt wurde. Die Corona-Pandemie und die von ihr ausgelöste globale Rezession treibe Länder, die schon vor dem Ausbruch von Covid-19 hoch verschuldet gewesen seien, weiter in die Schuldenfalle.

«Im Vergleich zum Schuldenreport 2020 sind acht weitere Länder hinzugekommen. Die Lage hat sich damit noch einmal dramatisch verschärft», erklärt Kristina Rehbein, Politische Referentin von erlassjahr.de. «Viele arme Länder haben wenig Spielraum, um die Folgen der Pandemie zu bekämpfen. Die Schuldensituation begrenzt die Handlungsfähigkeit zusätzlich.»

Der Misereor-Experte Klaus Schilder warnte, dass die Corona-Pandemie ohnehin schon wirtschaftlich instabile Staaten weiter schwäche, beispielsweise Angola, Ecuador oder Surinam. 21 Länder befänden sich im Zahlungsausfall. «Das sind zwei mehr als im vergangenen Jahr», so Schilder. «Es ist zu befürchten, dass weitere Länder hinzukommen werden.» Besonders betroffen seien der Libanon und Sambia. Das afrikanische Land sei als erster Staat infolge der Corona-bedingten Rezession zahlungsunfähig.

Grundsätzlich begrüßt wurde ein gemeinsames Schuldenmoratorium der G20-Staaten als erster Schritt. Diese Maßnahmen seien aber nicht ausreichend, da damit Zahlungsverpflichtungen nur in die Zukunft verschoben würden. «Was es dringend braucht, sind echte Schuldenerlasse. Nur so lässt sich verhindern, dass die Pandemie zu einem verlorenen Entwicklungsjahrzehnt für den Globalen Süden wird», forderte Rehbein.

(dpa)

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