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Astrazeneca will in Dessau investieren - Mehr Impfstoff für Europa

14:12
10.02.2021
Astrazeneca will die Herstellung von Corona-Impfstoff beschleunigen und dabei eng mit der Firma IDT Biologika in Dessau zusammenarbeiten. Beide Unternehmen hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet, teilte Astrazeneca am Mittwoch mit. In Dessau in Sachsen-Anhalt sollen zusätzliche Produktionsanlagen entstehen.

Man prüfe Möglichkeiten, im zweiten Quartal die Auslieferung des Covid-19-Impfstoffs von Astrazeneca zu erhöhen, um den Bedarf in Europa decken zu helfen, erklärte der britisch-schwedische Hersteller. Zudem wollten beide Firmen «große zusätzliche Wirkstoff-Kapazitäten für die Zukunft» aufbauen. Dazu wollten beide Unternehmen in den IDT-Biologika-Standort in Dessau investieren, hieß es weiter.

Dort sollten bis zu 5 2000-Liter-Bioreaktoren entstehen, in denen eine zweistellige Millionenzahl von Impfdosen pro Monat produziert werden könnten. Die neuen Anlagen sollen jedoch erst Ende 2022 betriebsbereit sein. Sie könnten auch von anderen Firmen mit ähnlicher Impfstoff-Technologie genutzt werden, erklärte Astrazeneca weiter. Damit entstünde bei IDT Biologika eine der größten Impfstoffanlagen dieser Art in Europa.

IDT-Biologika-Chef Jürgen Betzing erklärte dazu: «Wir sind stolz, dass Astrazeneca uns als strategischen Partner für die Herstellung seiner Impfstoffe ausgewählt hat.» Astrazeneca-Chef Pascal Soriot betonte, die Vereinbarung werde Europa helfen, eine eigenständige Herstellung von Impfstoffen aufzubauen. Soriot dankte der Bundesregierung und der EU-Kommission für ihre Bemühungen.

Die EU-Kommission hatte 400 Millionen Impfdosen von Astrazeneca bestellt, das Vakzin ist inzwischen auch in der EU zugelassen. Der Hersteller teilte jedoch kurzfristig mit, im ersten Quartal weit weniger liefern zu können als zuvor angekündigt - nur 40 Millionen statt 80 Millionen Dosen.

(dpa)

Regierung: Bei gelockerter Ausgangssperre keine Zunahme von Verstößen

12:48
10.02.2021
Partys und ein Gottesdienst mit mehr als Hundert Besuchern - die Polizei musste zuletzt mehrfach Bußgelder nach Verstößen gegen die Corona-Verordnung verhängen. Die überwiegende Mehrheit der Menschen halte sich aber nach wie vor an die Regeln, heißt es aus dem Ministerium.

Das Innenministerium erwartet auch bei einer gelockerten Corona-Ausgangssperre keine Zunahme von Verstößen gegen die Verordnung. Zum einen gelte trotz der angekündigten Änderungen weiterhin zum Beispiel das Ansammlungsverbot in seiner bisherigen Form, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwoch in Stuttgart. Außerdem halte sich die überwiegende Mehrheit der Menschen nach wie vor an die Regeln. «Wir haben aktuell auch keine konkreten Hinweise, dass landesweit größere Gruppen zusehen werden, wie andere einen Narrenbaum aufstellen.»

Natürlich sei auch der Wunsch der Narrenverbände da. «Aber bislang haben sich die Närrinnen und Narren vorbildlich verhalten», sagte der Sprecher. Innenminister Thomas Strobl hatte am Dienstag betont, es gebe keine besonderen Corona-Regeln für die Fastnacht. Man werde auch kein Auge zudrücken, hatte der CDU-Minister gewarnt. Ausnahmen bei den Kontaktbeschränkungen gebe es nicht.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten in Baden-Württemberg von Donnerstag an nicht mehr landesweit, sondern nur noch in regionalen Corona-Hotspots. Auch die Ausgangsbeschränkungen am Tag werden aufgehoben. Die Kontaktbeschränkungen - Kern des Lockdowns - sollen dagegen über den 14. Februar hinaus weiter gelten. Demnach darf sich ein Haushalt nur mit einer weiteren Person treffen.

In Baden-Württemberg hatte die Polizei am Wochenende 5295 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Damit wurden seit Anfang November insgesamt 165 679 Verstöße registriert. Mehr als 100 000 Menschen hielten sich nicht an die Maskenpflicht. Gegen Ausgangsbeschränkungen verstießen mehr als 27 000. Am Wochenende waren unter anderem mehrere Partys aufgelöst worden.

(dpa/lsw)

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