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Virologin: Corona-Impfung auch bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft

06:06
10.02.2021
Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch müssen der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek zufolge keine Angst vor einer Corona-Impfung haben. Der «Mythos», dass die Impfung unfruchtbar mache, mache vielen Frauen Angst, sagte Ciesek im NDR-Podcast «Coronavirus-Update». Solche «Fehlinformationskampagnen» würden das Vertrauen in die Impfstoffe untergraben. Es handle sich um «ein Gerücht».

«Es macht biologisch keinen Sinn und es gibt medinzisch keine Hinweise, dass dieses Gerücht wirklich stimmt und dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird durch die Impfung und die Antikörper, die gegen das Spike-Protein gebildet werden», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Seit Beginn der Pandemie habe es weltweit Millionen Infektionen gegeben. «Es gibt keinerlei Hinweise oder Berichte, dass das zu einer Unfruchtbarkeit bei Frauen geführt hätte - da werden ja auch Antikörper gebildet.»

Auch Schwangere könnten sich impfen lassen. Zwar würden Impfstoffe in frühen Studienphasen nicht an Schwangeren getestet. «Das heißt aber nicht, dass das Unternehmen hier eine spezielle Gefahr sehen würde», sagte Ciesek. Es sei vielmehr «das normale Vorgehen», dass man neue Präparate nicht an sensiblen Gruppen wie Kleinkindern oder Schwangeren teste. «Die Erkrankung ist prinzipiell gefährlicher für Schwangere als die Impfung.»

Kurz vor der nächsten Entscheidungsrunde über die weiteren Corona-Maßnahmen plädiert Ciesek dafür, nicht nur auf die Inzidenz zu schauen. Dieser Wert gibt an, wie viele bestätigte Neuinfektionen es pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab. Bisher galt ein Wert unter 50 als Richtgröße für mögliche Lockerungen. «Aber ist die Inzidenz alleine wirklich zielführend?», fragte Ciesek.

«Genauso wichtig ist, dass man sich den R-Wert anschaut: Also wie viele Menschen werden durch einen Infizierten angesteckt.» Bei einem Wert über Eins müsse man davon ausgehen, dass Infektionen wieder ansteigen, sobald man mehr Kontakte zulasse. Bei unter Eins könne man davon ausgehen, «dass eine Lockerung nicht gleich einen so negativen Effekt hätte.»

Einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor stelle die britische Variante des Coronavirus dar. Man wisse, dass die Mutation B117 ansteckender sei, erklärte Ciesek. Mit zunehmender Verbreitung steige also der R-Wert. Gleichzeitig sinke aber die Zahl der Infektionen mit dem Wildtyp. «Deswegen ist die Entscheidung im Moment auch sehr schwierig, inwieweit man lockert und welche Bereiche man lockert.»

(dpa)

CDU-Politiker: Abgeordnete als «Härtefallmanager» bei Corona-Hilfen

06:04
10.02.2021
Der CDU-Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten hat einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet, damit Corona-Hilfen an Firmen schneller ausgezahlt werden können. Die Bundesregierung müsse Wahlkreisabgeordnete als «Härtefallmanager» anerkennen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund sind angemessene Höhen bei Abschlagszahlungen der November- und Dezemberhilfen für Firmen im Lockdown. Von Stetten ist Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion.

«Ich bin nicht bereit, mit anzusehen, wie Dutzende von Hotel-, Gastronomie- oder Freizeitbetriebe in meinem Wahlkreis in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nur weil der Staat nicht in der Lage ist, Einzelfallentscheidungen über angemessene Höhen von Abschlagszahlungen zu treffen», sagte von Stetten. Er ist direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Schwäbisch Hall - Hohenlohe in Baden-Württemberg.

Natürlich handle es sich um zahlreiche Einzelfallentscheidungen, deren Prüfung Zeit in Anspruch nehme. Es sei aber Aufgabe von Regierung, Beamten und Abgeordneten, sicherzustellen, das der Staat seinen Aufgaben nachkomme - insbesondere dann, wenn die finanziellen Belastungen der betroffenen Unternehmen aufgrund staatlicher Entscheidungen entstanden seien.

«Notfalls brauchen wir unkonventionelle Lösungen», sagte von Stetten. Mit Hilfe einer Plausibilitätsberechnung sei er in der Lage, einzuschätzen, ob das Unternehmen mit den bisher gewährten 50 000 Euro als Vorschuss ausreichend bedient sei oder nicht. «In meinem Wahlkreis kenne ich 70 Prozent aller Hoteliers, Restaurantbetreiber und Veranstalter, zwar nicht jede Imbissbude aber die Mehrheit der mittelgroßen Unternehmen persönlich.» Hauptsache sei es, dass die Unternehmen jetzt schnell eine adäquate Summe als Abschlagszahlung erhalten, um ihre monatlichen Kosten bezahlen zu können.

Die Bundesregierung steht wegen der schleppenden Umsetzung der Corona-Hilfen und zu viel Bürokratie seit langem heftig in der Kritik.

(dpa)

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