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Schulpsychologen: Öffnen von Schulen muss Priorität haben

05:12
08.02.2021
Baden-Württembergs Schulpsychologen dringen darauf, bei Lockerungen der Corona-Maßnahmen zuerst an Schulöffnungen zu denken. Kinder brauchten Schulen nicht nur als Lernort, sondern auch für soziale Begegnungen und ihre psychische Entwicklung, teilte der Landesverband Schulpsychologie Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur mit. Schüler wenden sich in der Pandemie verstärkt wegen Problemen beim Fernlernen an die Schulpsychologen. Es gehe etwa um fehlende Motivation und Konzentration sowie Schwierigkeiten bei der Selbstorganisation. Die Schulen in Baden-Württemberg sind seit Mitte Dezember geschlossen. Wann sie wieder geöffnet werden, dürfte auch Thema bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch sein.

(dpa/lsw)

Interessengemeinschaft: Clubs brauchen im Lockdown mehr Unterstützung

05:11
08.02.2021
Clubs und Diskotheken sind bereits seit fast einem Jahr durchgehend geschlossen. Und sie werden es wohl auch nach den anstehenden Gesprächen von Bund und Ländern über bundesweite Lockerungen weiter bleiben. «Wir haben wenig Hoffnungen, dass bei den kommenden Beratungen auch über unsere Kulturbranche gesprochen wird», sagte Simon Waldenspuhl von der Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg der dpa. «Clubs wurden zu Beginn geschlossen und sie werden sicher erst am Ende wieder öffnen dürfen. Tanzflächen funktionieren eben nicht mit Abstand.» Umso wichtiger sei ein politischer Zuspruch, der der stark betroffenen Szene eine Perspektive gebe und sie auch finanziell stärker absichere.

«Für die Clubs ist es bereits 5 nach 12», sagte Waldenspuhl. Es sei noch nie leicht gewesen, einen Club mit künstlerischem Anspruch zu unterhalten. «In vielen Kommunen konnte schon vor Corona ein Club- und Spielstättensterben beobachtet werden. Die Corona-Pandemie wirkt hier wie ein Brandbeschleuniger», sagt er. Angesichts der steigenden Kosten, der derzeit ausbleibenden Nachwuchsarbeit, gestundeter Mieten und hoher Personalkosten werde der Neustart nach dem Ende der Pandemie umso schwieriger.

Die Politik könne die gebeutelte Clubszene aber unterstützen, schlägt die IG vor. Vermieter von Gebäuden in öffentlicher Hand könnten Mietkosten für Betriebe erlassen oder reduzieren, die durch die Corona-Verordnung geschlossen wurden. Möglich sei auch ein landesweiter Mietkostenzuschuss-Fonds, der durch Corona in Not geratene Betreiberinnen und Betreiber finanziell unterstütze. Auch Ausfallgeld für Corona-bedingte Veranstaltungsabsagen könne den Clubs weiterhelfen.

Insgesamt haben sich bislang rund 100 Akteure aus fast 20 Städten der Interessengemeinschaft angeschlossen. Sie hatte sich im Januar gegründet, um der Szene einen höheren Stellenwert in der Politik und der Öffentlichkeit zu verschaffen.

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist bislang bis zum 14. Februar befristet. Am Mittwoch wollen Bund und Länder bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, wie es dann weitergeht.

(dpa/lsw)

Rund 1000 Proben mit Virusvarianten vollständig untersucht

05:08
08.02.2021
Rund 1000 Proben mit Virusvarianten sind in Baden-Württemberg inzwischen vollständig sequenziert worden. Nach Auskunft des Wissenschaftsministeriums wurden dabei sowohl die in Großbritannien (B.1.1.7) als auch die in Südafrika (B.1.351) erstmals beschriebenen Varianten von Sars-CoV-2, die eine höhere Infektiosität aufweisen, gefunden. Universitätskliniken und private Labore bauten derzeit die Logistik auf, um die Kapazitäten weiter hochzufahren. «Wir haben in Baden-Württemberg die Kapazitäten, in wenigen Tagen 100 Prozent der positiven Proben zu analysieren», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) laut einer Mitteilung.

Experten bereitet die Dynamik der Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und Südafrika Sorgen. Am 24. Dezember vergangenen Jahres wurde die erste mit einer Auslandsreise in Verbindung gebrachte Virusvariante in Baden-Württemberg bekannt. Nach dem Ausbruch einer mutierten Coronavirus-Variante in einer Freiburger Kita hatte Baden-Württemberg auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen verzichtet.

Nach einem Streit über die Corona-Teststrategie haben sich Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) vor ein paar Tagen daneben darauf verständigt, Corona-Tests an Kitas und Grundschulen auszuweiten. Das Personal an Bildung- und Betreuungseinrichtungen in Präsenz solle zunächst bis Ostern ein Angebot von zwei Schnelltests pro Woche erhalten. Mit der Aufstockung der Tests soll eine Öffnung von Kitas und Grundschulen nach den Faschingsferien am 22. Februar begleitet werden, wenn die Zahl der Infektionen eine Lockerung zulässt.

In den Laboren des Landesgesundheitsamtes und der Unikliniken werden die Proben durch die Sequenzierung des vollen Genoms nicht nur auf die beiden bislang bekannten, sondern auf alle Virusvarianten hin untersucht. Der Überblick über den Anteil der bekannten Virusvarianten sowie die Entdeckung neuer relevanter Virusmutationen ist laut Lucha von großer Bedeutung für die Kontrolle und Überwachung von Infektionen. «Durch die systematische Untersuchung des Virus auf Veränderungen können Mutationen, die ein besonderes Risiko beispielsweise im Hinblick auf die Übertragbarkeit, Krankheitsschwere und Wirksamkeit von Impfstoffen bergen, rasch erkannt und gezielte Maßnahmen ergriffen werden», erklärte Kretschmann.

Baden-Württemberg trage wesentlich dazu bei, eine Übersicht über die Verbreitung des Virus und der Mutationen zu erhalten, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) laut Mitteilung. «Wir werden immer schneller darin, auch neue Mutationen zu entdecken und zu entschlüsseln.» Darüber hinaus wird laut der Mitteilung eine eigene landesweite Datenbank zu wissenschaftlichen Zwecken aufgebaut. Die Datenbank sei neben den 100-Prozent-Sequenzierungen eine Besonderheit in Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Ländern.

(dpa/lsw)

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