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Biontech: Mehr Geld würde bei Ausbau der Impfstoffherstellung helfen

10:48
06.02.2021
Dem Mainzer Impfstoffhersteller Biontech würde nach eigenen Angaben mehr Geld von Deutschland und der EU helfen, um die Produktionskapazitäten des Corona-Impfstoffs auszubauen. «Im vergangenen Jahr hätte uns mehr Geld nicht geholfen, weil wir den Produktionsprozess im großen Maßstab erst sicher aufstellen mussten», sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting dem «Spiegel» auf eine entsprechende Frage. «Jetzt aber würde Geld helfen. Erst recht, wenn wir für nächstes Jahr eine Kapazität von drei Milliarden Dosen antizipieren sollen, wie es diese Woche bereits angefragt wurde.»

Poetting geht davon aus, dass der Bedarf an Impfstoff weiter steigen wird. «Es gibt unterversorgte Länder, es könnte eine dritte Impfdosis gegen mutierte Varianten des Virus notwendig werden, oder es könnten sich ganz neue Mutationen entwickeln. Deswegen arbeiten wir daran, weitere Standorte auszubauen und neue Partner in unser Netzwerk zu nehmen», sagte er.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte angesichts der Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen für die Bereitstellung weiterer EU-Mittel geworben. Als Beispiel wurden zusätzliche Investitionen in den Ausbau oder die Umwidmung von Produktionsstätten genannt. Poetting sagte dem Magazin dazu: «Den Vorschlag müsste man prüfen. Er könnte idealerweise dazu führen, dass mittelfristig Kapazitäten erhöht werden könnten.»

(dpa)

Queen bleibt zum Thronjubiläum wegen Corona auf Schloss Windsor

10:47
06.02.2021
Auch die Queen muss in Corona-Zeiten mit alten Traditionen brechen: Königin Elizabeth II. ist zu ihrem 69. Thronjubiläum in diesem Jahr auf Schloss Windsor geblieben. «An diesem Tag in 1952, bestieg die Queen den Thron, nachdem ihr Vater König George VI. gestorben war», twitterte die Königliche Familie am Samstag.

In den vergangenen 30 Jahren war die Queen immer bis zu ihrem Thronjubiläum am 6. Februar auf dem königlichen Landsitz im ostenglischen Sandringham geblieben, nachdem sich die Familie dort zu Weihnachten getroffen hatte. Doch die Pandemie hat die üblichen Reisepläne und Feierlichkeiten der Royals durcheinander gebracht. Die Monarchin hat stattdessen mit Prinz Philip (99) große Teile der Pandemie in Windsor vebracht - abgeschottet durch einen engen Stab an Höflingen und hohe Schutzvorkehrungen.

(dpa)

Von der Leyen verteidigt EU-Impfstoff-Beschaffung

09:57
06.02.2021
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die scharfe Kritik an der europäischen Beschaffung von Corona-Impfstoffen zurückgewiesen. «Ja, es dauert vielleicht länger, Entscheidungen zu 27 zu treffen als allein», räumte von der Leyen in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» ein. Und Deutschland und andere Staaten hätten den Impfstoffkauf aus ihrer Sicht auch alleine schaffen können - aber mit möglichen Folgen für die Einheit Europas, Binnenmarkt und Wohlstand. «Das wäre an die Grundfeste Europas gegangen», warnte die CDU-Politikerin.

Von der Leyen wird vor allem in Deutschland heftig dafür kritisiert, dass zu wenig Corona-Impfstoff zur Verfügung steht und nur langsam geimpft werden kann. Die Kommissionschefin räumte Verzögerungen ein. Doch seien in Deutschland immerhin schon fast drei Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden. Täglich seien es aktuell mehr als 105 000 Impfungen, also im Schnitt alle 0,8 Sekunden eine. «Das ist noch lange nicht genug. Aber es ist auch keine ganz kleine Zahl.» In den nächsten Monaten soll die Impfstoffmenge sehr stark zunehmen.

Von der Leyen wies auch den Vorwurf zurück, die EU-Kommission habe für die 27 Mitgliedsstaaten zu spät geordert. Es führe in die Irre anzunehmen, ein früherer Vertragsabschluss hätte zu einer schnelleren Lieferung geführt. Vielmehr liege der Engpass jetzt an komplexen Herstellungsprozessen und einem Mangel an wichtigen Inhaltsstoffen. Hätte man die Schwierigkeiten der Massenproduktion früh erkannt, dann «hätten wir früher auf allen Ebenen überhöhten Erwartungen an eine schnelle Impfung gedämpft».

Nun gelte: «Wir müssen uns schon heute auf ein Szenario vorbereiten, in dem das Virus nicht mehr mit den derzeitigen Impfstoffen ausreichend unterdrückt werden kann.» Deshalb arbeite die EU eng mit Wissenschaft und Industrie zusammen, um rasch Impfstoffe gegen künftige Corona-Varianten entwickeln, zulassen und herstellen zu können.» Als Lehre «aus den Schwachpunkten» des vergangenen Jahres sollten Produktionskapazitäten in Europa ausgebaut werden.

(dpa)

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