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WHO-Chef Tedros appelliert an reiche Länder: Gebt Impfstoff ab

17:15
05.02.2021
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat an die reichen Länder appelliert, Corona-Impfstoffe abzugeben. «Es ist nötig, dass Länder Impfstoffdosen abgeben, wenn sie mit der Impfung ihres Pflegepersonals und der älteren Menschen durch sind», sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf.

Er kritisierte, dass in manchen Ländern bereits jüngere Menschen geimpft würden, die keine höheren Krankheitsrisiken hätten. «Dreiviertel der Impfungen haben in zehn Ländern stattgefunden, die zusammen 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen», sagte Tedros. «In fast 130 Länder mit 2,5 Milliarden Einwohnern ist noch nicht eine einzige Impfdosis verabreicht worden», sagte er.

Je länger es dauere, alle Menschen weltweit, die großen Ansteckungsrisiken ausgesetzt sind, zu impfen, desto größer werde die Gefahr, dass das Virus sich weiter verändere und die Impfung womöglich eines Tages nutzlos mache, sagte Tedros. «Wenn wir das Virus nicht überall unterdrücken, stehen wir vielleicht irgendwann wieder am Anfang», warnte er.

Zusätzlich müsse mehr Impfstoff produziert werden, sagte Tedros. Er rief Impfstofffirmen auf, nicht exklusive Lizenzen zu vergeben, so dass andere Hersteller mit der Produktion beginnen könnten.

Ein Vorstoß Indiens und Südafrikas in der Welthandelsorganisation (WTO), den Patentschutz für Coronamittel auszusetzen, haben reiche Länder diese Woche erneut blockiert.

(dpa)

Regierungschefs weisen EU auf mögliche Probleme mit Impfstoff hin

17:14
05.02.2021
Vier Regierungschefs haben die EU auf drohende Lieferprobleme beim Impfstoff der US-Firma Johnson & Johnson hingewiesen. Der in Indien, Südafrika, den USA und Europa produzierte Impfstoff müsse angeblich vor einer Auslieferung zur Abfüllung und zur Verpackung erst in die USA, schrieben die Regierungschefs Österreichs, Griechenlands, Dänemarks und Tschechiens in einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. «Angesichts der Bedeutung des Themas würden wir einen frühen Dialog auf höchster Ebene anregen», so Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und seine Amtskollegen. Möglicherweise drohten Zeitverzug und Exporthürden, hieß es ergänzend.

Der in der EU noch nicht zugelassene Impfstoff ist einfach zu lagern, und es ist nur eine Impfung nötig. Die EU hat sich bis zu 400 Millionen Dosen davon gesichert.

Wie im Fall Johnson & Johnson sei frühes Handeln zur Abwehr möglicher Probleme auch sonst nötig. «Zeit ist von entscheidender Bedeutung.» In dem Brief loben die Regierungschefs auch das Engagement von der Leyens im Fall der Lieferschwierigkeiten des schwedisch-britischen Konzerns Astrazeneca. «Es scheint, dass sie (Anm.: die Firma) nun den Ernst der Situation verstanden haben.»

(dpa)

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